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Ambiente, Frankfurt

Blick über den Tellerrand


Die Ambiente ist terminlich die letzte von gefühlt zahllosen Messen rund um das Thema Wohnen und Einrichten in den ersten sechs Wochen des Jahres. Lohnt es sich überhaupt nach Besuchen auf der Heimtextil, Domotex, IMM und Maison & Objet wieder nach Frankfurt zu reisen? Auf jeden Fall. Die Ambiente ist mit 4.724 Ausstellern auf 329.300 m2 Bruttoausstellungsfläche nicht nur die größte Messe, die überhaupt in Frankfurt stattfindet, sie erlaubt vor allem einen kreativen Blick über den Tellerrand des Teppichgeschäfts. In diesem Jahr lockte die Messe 144.000 Besucher nach Frankfurt.

Sicher, die Anbieter von abgepassten Teppichen fristen nur ein Nischendasein und wären für sich allein betrachtet wohl kein Grund für einen Messebesuch. Da finden sich auf der Maison & Objet und der IMM deutlich mehr Anlaufpunkte für den einkaufenden Teppichhandel. Interessant ist auf jeden Fall, dass es durchaus Teppichanbieter auf der Ambiente gibt, die auf keiner anderen der Januar-Messen dabei sind. Nicht zu vergessen ist außerdem, dass Randsortimente im Teppichhandel als Frequenz- und Umsatzbringer immer wichtiger werden.

Wer sein Sortiment erweitern möchte, konnte in Frankfurt an vielen Ecken fündig werden. Gezeigt wurden Konsumgüter aller Art, von Kleinmöbeln bis zu Modeschmuck. Vor allem der Bereich Living, der sich über die Hallen 8, 9 und 11 erstreckte, war sowohl für den Einrichtungshandel, als auch für Innenarchitekten interessant.

Besucher, die mit offenen Augen durch die Gänge streiften, konnten sich von unzähligen Einrichtungsideen aller Stile inspirieren lassen. So wundert es auch nicht, dass ein Großteil der Aussteller in diesem Bereich den Innenarchitekten als seine Zielgruppe nannte.

Ambiente Frankfurt
Der Bereich Living war sowohl für den Einrichtungshandel, als auch für Innenarchitekten interessant.

Doch auch in den Bereichen Giving (persönliche Accessoires und Dekorationsartikel) und Dining (Hauswaren) gab es durchaus etwas zu sehen. Das Angebot richtete sich hier außerdem an Großflächenanbieter, wie Baumärkte, Kaufhäuser und Möbler. Die Fülle an Eindrücken und die schiere Größe der Messe lassen es ratsam erscheinen, dass man mehr als einen Tag für den Besuch einplant.

Bei den Produkten wird nahezu durchgängig der bereits bestehende Trend zu Qualität und der Wunsch nach Langlebigkeit der Produkte deutlich erkennbar. Unabhängig vom Material der Produkte spielt die Oberflächengestaltung und die damit verbundene Haptik eine große Rolle. Innerhalb der einzelnen Produktbereiche werden unterschiedliche Farbwelten sichtbar: angefangen bei den eher zurückhaltend pudrigen Pastelltönen eines Retro-Stils - zartes Gelb, Rosa oder Blau finden sich hier oft in Kombination mit sanften Naturtönen - über eine fröhlich intensive Farbpalette, die vor allem ganz monochrom mit den Farben Orange, Gelb, kräftigem Rosa und Lime spielt - bis hin zu Schwarz-Weiß-Kompositionen, die oft akzentuiert werden durch ein warmes Grau oder kräftiges Rot. Grau und Rot behaupten sich darüber hinaus aber auch als Solitäre weiterhin überzeugend. Neben den leuchtenden Farben entwickelt sich die Palette ebenfalls verstärkt in Richtung rauchiger Farben im Spektrum von dunklem Blau, Braun, Aubergine oder Grau.

Die Stimmung auf der Messe war gut. "Das positive Konsumklima in Deutschland und die Belebung der Weltkonjunktur geben uns Rückenwind", sagt Detlef Braun, der Geschäftsführer der Messe Frankfurt. Die Aussteller lobten die hohe Internationalität. Mehr als die Hälfte der Besucher kamen nicht aus Deutschland.

aus Carpet XL 02/14 (Wirtschaft)