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Sothebys, New York

Sammlerstücke für knapp 4 Mio. USD verkauft


Unter dem Titel "Carpets & Textiles from distinguished Collections" versteigerte das New Yorker Auktionshaus Sothebys am 31. Januar 175 Teppiche und Textilien. Das Ergebnis von 3,98 Mio. USD (2,89 Mio. EUR) - alle Angaben beinhalten auch das Aufgeld - beweist, dass antike Teppiche noch immer eine zahlungskräftige Kundschaft anziehen. Schon der Name der Auktion weist darauf hin, dass es Mary Jo Otsea gelungen ist, mehrere bedeutende Sammlungen zu akquirieren.

Die ersten 17 Lots sind allesamt kaukasische Seidenstickereien aus der Sammlung von Eugene Chesrow. Bis auf eine (Lot 4) wurden alle Stücke verkauft. Schon im Vorfeld der Auktion sorgte die schiere Anzahl an bedeutenden Stücken in Fachkreisen für viel Gesprächsstoff, sind doch vergleichbare Stickereien äußerst selten. Die erzielten Preise für die Arbeiten aus dem 17. und 18. Jahrhundert variierten stark. Lot 15 wechselte für überschaubare 7.500 USD den Besitzer, während das erste Lot, eine 90 x 61 cm große Seidenstickerei vom Ende des 17. Jahrhunderts aus dem Südkaukasus, für stattliche 112.500 USD zugeschlagen wurde.

Ein besonders seltener Typ des beliebten Adler-Kasak brachte das nächste sechsstellige Ergebnis. Der aus der Zeit um 1800 stammende und 178 x 145 cm große Teppich wurde von einem Schätzpreis zwischen 80.000 und 120.000 USD auf 233.000 USD gesteigert. Es sind nur sieben vergleichbare Stücke bekannt.

Auch für Liebhaber von turkmenischen Knüpfarbeiten und Stickereien war viel im Angebot. Neben drei gestickten Tekke Asmalyks, stach ein geknüpfter Asmalyk der Tekke besonders ins Auge. Das Lot mit der Nummer 82 zeigt das extrem seltene Tier-Baum-Muster und wurde schon im Standardwerk "Wie Blumen der Wüste" veröffentlicht. Der 86 x 150 cm große Kamelschmuck brachte glatte 100.000 USD.

Vasenteppich-Fragment (Lot 143). 122 x 74 cm, Südostpersien, frühes 17. Jhd., verkauf für 365.000 USD | Photo: sothebys

Aus der Sammlung von Joseph und Lewis Dubroff stammt der safawidische Gebetsteppich aus Zentralpersien um 1600, der 365.000 USD erzielte. Der 173 x 119 cm große Teppich wird zur seltenen Salting- oder Topkapi-Gruppe gerechnet. Typisch für diese Gruppe sind unter anderem die kalligraphischen Inschriften, die Koranverse zitieren.

Ebenfalls sehr hohe Gebote konnten zwei Fragmente persischer Teppiche des 17. Jahrhunderts für sich verbuchen. Das erste Fragment (Lot 92) stammt von einem Nordwestpersischen Gartenteppich und wurde für 221.000 USD verkauft. Das 236 x 89 cm große Stück ist eins von vier bekannten Fragmenten des selben Teppichs. Im Gegensatz zu anderen Gartenteppichen, die den Garten eher architektonisch aus der Vogelperspektive zeigen, wird bei diesem Stück die Pflanzenwelt naturalistisch dargestellt.

Das andere Fragment (Lot 143, 122 x 74 cm, 365.000 USD) ist etwas älter und stammt von einem safawidischen Vasenteppich, wahrscheinlich aus dem südostpersischen Kirman. Es zeichnet sich durch seine elegant geschwungenen Arabesken und die brillanten Farben aus und ähnelt dem berühmten Comtesse de Béhague Teppich, der 2010 einen Rekordpreis bei Christies in London erzielte.

aus Carpet XL 02/14 (Teppiche)