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Light + Building 2014 zeigt die aktuellen Licht-Trends

Gestaltungsfreiheit mit LED

Die diesjährige Light + Building war eine Fachmesse der Rekorde, was Fläche, Aussteller und Besucher angeht. Für unsere Branche besonders interessant: die vom Stilbüro bora.herke.palmisano zusammengetragenen Lichttrends im Wohnbereich. Wer sie nicht selber umsetzen kann, sollte sich einen kompetenten Partner für die Planung und Ausführung ganzheitlicher Raumkonzepte inklusive der richtigen Beleuchtung suchen. Denn heute ist auf diesem Gebiet vieles möglich, nicht zuletzt durch den Siegeszug der LED.

Das Thema Beleuchtung scheint so populär wie selten zuvor. Entsprechend entpuppte sich Light + Building 2014 als eine Messe der Rekorde: 7 % mehr Aussteller (2.458), 10.000 m2 mehr Fläche (245.000m2) sowie rund 8 % mehr Fachbesucher (ca. 211.500) meldet der Veranstalter. Damit bestätigte die Veranstaltung ihren Status als weltgrößte Leistungsschau für Licht, Elektrotechnik, Haus- und Gebäudeautomation sowie Software für das Bauwesen.

Thematisch bildete in diesem Jahr die Energieeffizienz einen Schwerpunkt. Sie ist ein zentraler Aspekt der Energiewende, der in der öffentlichen Diskussion oftmals zu wenig Beachtung findet. Rund 20 % des weltweiten Stromverbrauchs werden für Beleuchtung eingesetzt. Hier gibt es immense Einsparpotenziale. So ermöglicht moderne LED-Technik mit intelligentem Lichtmanagement eine Senkung der Stromrechung um bis zu 70%.

Überhaupt LED: Die Leuchtdioden setzen ihren Siegeszug fort. Der Umsatz mit LED-Lampen wird europaweit für das Jahr 2016 auf 9 Mrd. EUR prognostiziert, bis 2020 sogar auf 14 Mrd.

Light+Building
Die Frankfurter Light + Building ist die weltweit größte Fachmesse rund um die Themen Licht und Beleuchtung.

LED sind aber nicht mehr "nur" ernergieeffizient und langlebig, sondern können sich inzwischen auch hinsichtlich Lichtqualität und -farbe mit der guten alten Glühbirne mithalten. Ein weiterer Vorteil: Ihre geringe Bauhöhe und Wärmeentwicklung machen die alt hergebrachte Bauform von Korpus, Gewinde und Leuchtenkopf überflüssig. Das eröffnet den Designern völlig neue Gestaltungsspielräume. Jetzt sind streng geometrische Linien und Formen möglich, Lichtstreifen und punktuelle Lichtakzente werden integriert in extrem filigrane Aufhängungen und flache Korpusse, die noch vor kurzer Zeit nicht realisierbar gewesen wären. Statt einer Leuchte wird vielfach das Licht selbst in Szene gesetzt; leuchtende Lichtflächen und extrem flache Hüllen ermöglichen innovative Beleuchtungsszenarien, bei denen die eigentliche LED-Lichtquelle im Hintergrund oder sogar gänzlich unsichtbar bleibt.

Doch kein Trend ohne Gegenbewegung: Auf der einen Seite strenge Geometrie und eine Huldigung an die moderne Technik, auf der anderen Materialien, die eine Hinwendung zum Physischen, Traditionellen, Vertrauten symbolisieren. Hier wird modernes LED-Licht kombiniert mit natürlichen, rohen oder industriell anmutenden Materialien wie Messing, Keramik, Glas, aber auch mit Beton und Papier.

Während ein LED einen Lichtpunkt bildet, entsteht bei den organischen Leuchtdioden, kurz OLED, eine Lichtfläche. Aufgrund ihrer geringen Größe sind auch hier die Möglichkeiten immens: Denkbar sind leuchtende Textilien, Objekte oder ganze Raumflächen. Tapeten und Textilen strahlen bei Bedarf in sanftem Licht. Und wenn es draußen dunkel wird, sorgt die OLED-Folie am Fenster für simuliertes Tageslicht. In Zukunft könnten also automatisiert gesteuerte LED für eine dynamische Allgemeinbeleuchtung sorgen und durch indirekt strahlendes OLED-Licht, das sich über Wänden und Decke zieht, ergänzt werden.

aus BTH Heimtex 05/14 (Wirtschaft)