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Heimtextil 2014

Lebhafte Farben liegen im Trend


Frankfurt. Die Heimtextil 2014 zeigte ein eindrucksvolles Panorama an textilen Designprodukten und technischen Neuerungen. Im Trend liegen lebhafte Farben, schimmernder Glanz und barocke Inspirationen. Das Thema Digitaldruck eröffnet immer mehr Herstellern neue Gestaltungsmöglichkeiten.

Produktgruppenübergreifend war der Trend zur Farbe auf der diesjährigen Heimtextil unübersehbar: Man bekennt sich zu ausdrucksvollen Tönen wie Petrol, Fuchsie, Lind, Honig, Türkis- oder Königsblau, kombiniert sie jedoch oft mit Weiß, Crème oder Grau, damit sie nicht laut wirken. Bei feineren Stoffen sind die Farben häufig Ton-in-Ton abgestimmt. Ein Mix aus matten und glänzenden Garnen sorgt bei vielen Stoffen der Aussteller für eine interessante Optik. Neu auf der Heimtextil zeigte sich eine Tendenz zu Mustern mit einem kontrastierenden dunklen Fond in Anthrazit, Mokka oder Schwarz.

Blumen und Blüten in jedem Stil und jeder Größe führen die Hitliste unter den Stoffdekors an, vom zierlichen Streublümchen bis zur malerischen Riesenblüte im Warhol-Stil. Auch Tiere sind nach wie vor präsent auf Dekostoffen und Kissenbezügen. Zarte Wesen wie Schmetterlinge, Käfer oder Libellen erobern die Wohntextilien.

Blumen im Bett

Was für die Dekostoffe gilt, lässt sich auch für die Bettwäsche sagen: Florales ist in. Bett- und Kissenbezüge sind mit Blütenblättern, Romantikblümchen oder Sträußchen übersät oder es ranken sich langstielige, große Blumen in kräftigen Farben über den Stoff. Daneben sieht man Streifen jeder Art: Von bunt gemixt für das "junge Bett" bis zu eleganten Ton-in-Ton-Satinstreifen.

Klassisch- traditionelle Dekors wie Paisley, Ikat oder modernisierte Barockornamente sind weiter en vogue. Heitere Blickfang-Dekors aus dem Reich der Fauna sind Schwälbchen und Schmetterlinge. Neu ist die Kombination von jeweils zwei Bettwäsche-Garnituren mit ganz unterschiedlichen, jedoch aufeinander abgestimmten Designs, die als Set angeboten werden. Einfarbige Bettwäsche präsentiert sich mit Webmustern vom feinsten Piqué bis zum kräftig strukturierten Cloqué, mit Hohlsaum-Dekor, Stehsaum, mit Paspeln oder Biesen und farbig kontrastierenden Knöpfen. Bei den Decken fallen viel Gestricktes und Ton-in Ton-Gemustertes ins Auge.

Dekoratives fürs Bad

Auch die Textilien fürs Bad gaben sich auf der Heimtextil 2014 farbbewusster als noch im vergangenen Jahr. Bei den Frottierwaren machen Töne wie Chinarot, Wiesengrün, Ultramarin oder Gold die Farbskalen munter. Daneben sind stillere Töne wie Altrosa, Pistaziengrün oder Mauve angesagt. Deutlich zugenommen in den Kollektionen haben die eher maskulinen Farbstellungen wie etwa Hellgrau, Steingrau, Anthrazit, Nachtblau oder Schwarz.

Handtücher zeigen Hochtief-Strukturen, schmücken sich mit schmalen Blockstreifendekors, mit Karo-, Ranken- oder Bordürendessins. Passend zu den Handtüchern werden weitere Badtextilien angeboten, wie etwa Badvorleger - kuschelig weich, mit Florhöhen bis zu 45 Milimetern. Immer häufiger gehören Bademäntel in abgestimmten Tönen zum Sortiment. Einige Hersteller bieten zusätzlich Zahnputzbecher, Seifenschalen, kleine Abfalleimer oder auch Duschvorhänge in den Farben beziehungsweise Mustern der Frottierwaren an.

Heimtextil Frankfurt
Sprügel, Hilpoltstein

Der Essplatz wird herausgeputzt

Die Zeiten sind vorbei, zu denen der Essplatz vor allem praktisch ausgestattet war und nur an Festtagen herausgeputzt wurde. Heute beeindruckt auch die Tischwäsche für den alltäglichen Gebrauch durch attraktive, wohnliche Musterungen. Eine große Blütenpracht ist auch hier auszumachen, daneben großzügige Kreis- oder verspielte Linien-Dekors, nicht selten auf halbtransparenten Geweben - je eleganter, desto stiller in den Tönen.

Passend zu Tischdecke, Läufer, Sets und Servietten findet man abgestimmte Kissenbezüge, Schürzen oder auch Vorhangschals - im gleichen Muster oder einfarbig. Daneben existieren viele Dessins im Landhaus-Stil und - für den eleganteren Haushalt - edle Tischdecken, Sets und Servietten in feinen Uni-Geweben. Hier ist Leinen der erfolgreiche Aufsteiger der Saison. Küchenhandtücher erfreuen durch schlichtere, weniger kitschige Dessins. So feierten das Geschirrhandtuch mit klassischem Überkaro in Weiß-Blau und Weiß-Rot und das sogenannte Grubentuch auf der Heimtextil 2014 ein Comeback.

Digitaldruck: Technik mit Zukunft

Immer häufiger werden Muster bei Stoffen und Tapeten im Digitaldruck hergestellt - eine Technik, die sich für großzügigere Rapporte, für eine sehr realistische Wiedergabe, eine schnelle Umsetzung und für kleinere wie größere Stückzahlen eignet. Beim digitalen Druck können Fotos, Skizzen oder das eigene Corporate Design als Muster-Vorlage dienen. Wie die Heimtextil zeigte, haben sich bedruckte Wohntextilien längst zu einem großen Wachstumssegment in der Textilindustrie entwickelt. Besonders Vorhänge und Gardinen sowie Bett- und Tischwäsche sind im Fokus der Digitaldruckanbieter.

Dafür stehen den Herstellern immer neue Techniken, Verfahren und Produktionsmethoden zur Verfügung. Die auf der Heimtextil gezeigten digitalen Druckmaschinen erlauben nicht nur eine neue textile Designvielfalt mit fast schon Millionen an Farbmöglichkeiten. Flexibilität, Schnelligkeit und Personalisierung der Produktion sind weitere Vorteile der Technik, die bereits das europäische Bekleidungssegment verändern. Neue Kollektionen mit individuellen Mustern können schon innerhalb von zwei Wochen produziert und geliefert werden.

"Mit ihrem einzigartigen Produktspektrum hat die Heimtextil der internationalen Branche einen umfassenden Einblick in die angesagten Trends und Neuheiten verschafft. Produktdesigner und Trendinteressierte haben reichlich Inspirationen für die neue Einrichtungssaison gewinnen können", sagt Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt.

Die nächste Heimtextil in Frankfurt am Main findet vom 14. bis 17. Januar 2015 statt.

aus Haustex 03/14 (Wirtschaft)