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Heinz Brehm zieht sich zurück

Ausbildung beim Zentralverband in neuen Händen


Auf der 27. bundesweiten Lehrlingswarte- und Berufsschullehrertagung im Hause des Verlegewerkstoffhersteller Wakol in Pirmasens fand ein Generationswechsel statt. Bundeslehrlingswart Heinz Brehm übergab die Leitung nach 23 Jahren an Jörg Schülein und Tobias Michalak.

Die Probleme bleiben die alten: Den Parkett- und Bodenlegern fehlt es an Nachwuchs. Wie junge Leute für die Branche zu gewinnen sind, darüber haben sich die neuen Verantwortlichen schon Gedanken gemacht, wollen moderne Kommunikationsmittel nutzen und auch Betriebe stärker aktivieren.

Eine Plattform dazu bietet ihnen der Zentralverband. Seit einem Jahr läuft die Initiative "Zukunft Bodenhandwerk". Gestützt wird die Nachwuchswerbung von einer Servicegesellschaft, die der ZVPF gegründet hat. Diese GmbH wirtschaftet eigenständig, ist steuerpflichtig und soll von der Industrie Geld einwerben, das ausschließlich in die Lehrlingswerbung gesteckt wird. Mit diesen Mitteln wurde u.a. die Website www.das-ist-bodenhandwerk.de entwickelt, deren Gestaltung darauf angelegt ist, junge Menschen zu erreichen, zu interessieren und zu begeistern. Das Bodenhandwerk wird in der ganzen Breite seiner Vielfältigkeit auf einer Pinwand gezeigt. Die Berufe Bodenleger, Parkettleger und Raumausstatter werden beschrieben, die typischen Tätigkeiten in Stichworten gelistet, Ausbildungswege und Karrierechancen aufgezeigt. Ergänzt werden soll die Seite mit einer Jobbörse, die kurzfristig online gestellt wird. Eingebunden sind auch soziale Netzwerke wie Facebook und Youtube. Über 4.000 "likes" auf Facebook gelten als Erfolg, weil über diese "like"-Funktion ständig aktuelle Information zu demjenigen transportiert wird, der sie angeklickt hat. Geplant ist, die Seite mit einem Imagefilmzu ergänzen und diesen via Youtube zu verlinken. Weiterer Bestandteil der Ausbildungsoffensive ist die Broschüre "Das ist Boden-Handwerk".

Aus- und Weiterbildung fördern

Organisation und Abnahme der Gesellen- und Zwischenprüfung zählen zu den Hauptaufgaben der Lehrlingswarte. Nachdem die Prüfungen in den einzelnen Bundesländern und Innungen noch immer etwas unterschiedlich gehandhabt werden, soll jetzt ein Kompromiss für Klarheit sorgen. Für die Durchführung von Gesellenprüfungen ist ein Leitfaden in Vorbereitung, der für alle Innungen Vergleichbarkeit gewährleistet.

Die Lehrlingswarte waren sich auf ihrer Tagung im März bei Wakol in Pirmasens einig: "Für die Ausbildung müssen neue Wege gegangen werden. Wir haben es zunehmend mit schwächeren Auszubildenden zu tun und müssen daher stärker nachschieben."

ZVPF Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Der künftige Bundeslehrlingswart Jörg Schülein appelliert an die Betriebe, freie Stellen, Ausbildungs- und Praktikantenplätze zu melden.
ZVPF Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Ausbildungszahlen, Stand Februar 2014

Die duale Ausbildung im Handwerk (Ausbildungsbetrieb/Berufsschule) wird durch überbetriebliche Unterweisungen ergänzt. Solche ein- und zweiwöchigen Lehrgänge werden für Parkett- und Bodenleger angeboten, treffen jedoch nicht auf die gewünschte Resonanz. Karsten Krause, stellvertretender Bundesinnungsmeister: "Das ist zwar engstirnig, aber viele Betriebe schicken ihre Azubis aus Kostengründen ja nicht einmal zu den Maschinenlehrgängen."
Der Maschinenkurs ist in Bayern Zulassungsvoraussetzung für die Teilnahme an der Gesellenprüfung. Dem Betrieb entstehen dadurch Kosten von 140 Euro für zwei Wochen. Im Norden der Republik ist er mehr als doppelt so teuer, aber nicht zwingend vorgeschrieben. Der bisherige Bundeslehrlingswart Heinz Brehm unterstrich die Wichtigkeit dieses Ausbildungsganges und nannte Zuschüsse, die eine Teilnahme erleichtern: "30 % zahlt der der Bund, 30 % das Land, außerdem stellen die EU und die BG BAU noch Mittel zur Verfügung. Den verbleibenden Rest trägt der Ausbildungsbetrieb."

Allerdings muss es auch Ausbilder geben, die diesen Maschinenkurs (PM-Parkett Maschinenkurs) betreuen. Sie müssen ihrerseits einen Ausbilderkurs absolvieren. Will man dazu von der Berufsgenossenschaft Beihilfen erhalten, muss der Ausbilderkurs regelmäßig aufgefrischt bzw. aktualisiert werden. Den künftigen PM-Lehrgangsleitern werden für den Kurs Unterkunft und Verpflegung bezahlt, die aufgewendete Zeit jedoch nicht. Das dürfte ein Grund sein, warum sich laut Lehrlingswart Georg Käsbauer (München-Oberbayern) unter den Parkettexperten ein gewisses Desinteresse zeigt. Häufig sind es daher Tischler oder Zimmererleute, die in den Handwerkskammern Sicherheit an holzbearbeitenden Maschinen vermitteln.

Die nächste Tagung der Lehrlingswarte und Berufsschullehrer findet am 19. und 20. Februar 2015 bei Berger-Seidle in Grünstadt statt. Mit neuem Prozedere, so ist man übereingekommen. Vormittags sollen Arbeitsgruppen in kleinem Kreis ausgewählte Themen diskutieren und ihre Ergebnisse nachmittags der gesamten Versammlung vorstellen.

Angebot der überbetrieblichen Unterweisungen für Parkett- und Bodenleger


P-B 1/10: Herstellung von Holzunterkonstruktionen, rationelle Verlegung von Parkett mit Oberflächenbehandlung.
P-B 2/10: Verlegung von herkömmlichen, schwierigen, historischen Parkettmustern und -arten, einschließlich farbiger
Oberflächenbehandlung.
P-B 3/10: Aufbringen von elastischen und textilen Belägen auf verschiedene Unterbodenarten.
P-BM 1/10: Arbeiten an Parkettlegermaschinen - Arbeitssicherheit und rationelle Arbeitstechniken im Umgang mit
Parkettlegermaschinen, Teil 1.
P-BM 2/10: Arbeiten an Parkettlegermaschinen - Arbeitssicherheit und rationelle Arbeitstechniken im Umgang mit
Parkettlegermaschinen, Teil 2.

aus ParkettMagazin 03/14 (Wirtschaft)