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Egger, Österreich

Neue Laminatboden-Kollektion unter Dachmarke Egger


Egger, österreichischer Hersteller von Holzwerkstoffen und Laminatböden, hat seine Kollektion runderneuert. Die bisherigen Kollektionsnamen wie Flooring und Emotion fallen künftig weg. Das Sortiment für den Fachhandel und professionellen Verarbeiter trägt nur noch die Bezeichnung Egger. Was bleibt, ist eine weiterhin klare Differenzierung zwischen Kollektionen für den Groß- und Fachhandel unter der Marke Egger und denen für den DIY-Bereich unter der Marke Megafloor. Das auf diesen Vertriebskanal ausgerichtete Produktangebot ist mit einer entsprechenden Online-Präsenz und einer an den digitalen Bestellvorgang angepassten Logistik verknüpft. Der Jahresumsatz der Egger-Gruppe wird mit 2,2 Mrd. EUR angegeben. Davon entfallen 73,3 % auf die Plattenherstellung für den Möbel- und Innenausbau, 12,5 % auf Bauprodukte aus dem eigenen Sägewerk und 14,2 % auf die Fußbodenproduktion.

Die neue Laminatboden-Kollektion hat Egger rund 280 weltweiten Großhandelspartnern im September in Berlin vorgestellt. Sie hat eine Laufzeit von 2015-2017. Die laut Egger "individuellste Laminatfußboden-Kollektion Europas" umfasst insgesamt fast 300 Artikel. Von den 70 Dekoren sind 52 völlig neu, ebenso wie eine Langdiele im Maß 2.052 x 248 mm. Der Schwerpunkt liegt bei trendigen Eiche-Oberflächen, abgestimmt auf die Wünsche der nationalen Märkte. "Wir haben viel Recherche in verschiedenen Regionen betrieben", erklärt Stefan Pletzer, Geschäftsführer von Egger Retail Products, "und können deshalb unseren Partnern und dem Verarbeiter hinsichtlich Dekoren, Farben und Formaten überall die passenden Produkte anbieten."

Mehr Service und neue Zielgruppen

Was allen Fußbodenherstellern Sorge macht, ist die stagnierende Wirtschaftslage in Westeuropa. Egger ist keine Ausnahme. Das Unternehmen generiert 70 % seines Umsatzes im westeuropäischen Markt. Wachstum wird hier bis 2016 nicht erwartet. Die Tendenz ist eher rückläufig. Darauf reagiert Egger mit einer Konsolidierung seiner Produktionskapazitäten. Wert geht vor Volumen. Aus nicht profitablen Geschäften will man sich zurückziehen und gleichzeitig die Entwicklungsintervalle halbieren. Hinzu kommt eine klare Zielgruppenorientierung. "Ältere Generationen verlangen nach mehr Service", hat Egger erkannt und sieht zudem eine Renaissance von Handels- und Handwerksleistung. Und dann gibt es noch den Objektbereich, wo Egger-Laminatböden bisher wenig vorkommen.

Bisher gingen die Produkte zu 48 % in den Fachhandel, zu 44 % in die weiterverarbeitende Industrie (vor allem Möbel) und zu 8 % in den Baumarkt. Das dürfte auch weiterhin so bleiben. Im Detail jedoch gibt es Veränderungen. 16 Architektenberater sollen diese Zielgruppe für den Laminatboden der Österreicher gewinnen, u.a. mit der aqua+ Technologie für Feuchträume und Feuchtreinigung sowie mit strukturierten Böden mit Synchronporen. Rutschhemmende Eigenschaften, das Dielenformat Long und das patentierte Verlegeprofil Unifit sind weitere Argumente für den Objekteinsatz. Michael Gerbl, Marketing/Produktmanagement Egger Retail Products: "Als besonderen Service können wir unseren Großhandelskunden zudem eine Rücknahmegarantie anbieten."

Fritz Egger GmbH & Co. OG
Mit Abendgala samt Bühnenshow begeisterte Egger seine weltweit angereisten Großhandelspartner in Berlin.
Fritz Egger GmbH & Co. OG
Ulrich Bühler, Leitung Vertrieb/Marketing Egger Gruppe (v.l.) Stefan Pletzer, Leitung Vertrieb/Marketing Egger Retail Products und Michael Gerbl, Leitung Marketing/Produktmanagement Egger Retail Products: "Die neue Kollektion sollte zu uns passen. Wir haben sie nicht mit heißer Nadel gestrickt, sondern ausgiebig erprobt."
Fritz Egger GmbH & Co. OG
In einer Ausstellung mit 1.500 m2 verlegter Bodenfläche wurden alle Neuheiten präsentiert.

Große Werbemittel-Offensive

Mit den richtigen Produkten im richtigen Markt vertreten sein, so lautet das Ziel von Egger. International gestützt wird das mit dem Claim "Always up to date" und mit einer Offensive neuer Werbemittel. 30.000 Kollektionskoffer mit Originalmustern und Dekorbücher mit großen Musterabbildungen und Raumsituationen wurden aufgelegt. 45.000 Fakt-Bücher wenden sich an den Verleger, 10.000 aktualisierte Displays dienen der Warenpräsentation am PoS auf der ganzen Welt und als Novum gibt es mit 1,2 Mio. Exemplaren in 18 Sprachen eine Endverbraucherbroschüre unter dem Titel "Laminate Flooring - Magazin für Wohnkultur". Speziell für den Bereich Fußboden ausgestattet wurde der Egger-Truck. Bis Sommer 2015 geht er auf Tour zu Kundenveranstaltungen an 50 Orten.

Händler und Handwerker können Werbemittel, Broschüren sowie Musterkollektionen über den
Egger Online-Shop bestellen. Digitale Lösungen für die Beratungsarbeit bietet die Raumvisualisierungssoftware VDS (Virtuelles Design Studio), als Entscheidungshilfe für den Endverbraucher ist eine VDS Mobile App verfügbar. Für die laufende Unterstützung des Verarbeiters bietet Egger ein Profiprogramm mit Schulungen, Service, Wissen und Prämien.

Mit diesem kompletten Programm sieht sich Egger im Laminatbodenmarkt gut aufgestellt. In den Vinylboden will man nicht einsteigen. "Für diese Kundengruppe haben wir unsere cork+ Fußbodenlösung", heißt es. Konkurrenz machen will man eher der keramischen Fliese. Dort glaubt man mit Steinoptiken auf einer wasserfesten Aqua-Trägerplatte den eigenen Markt erweitern zu können. Darüber hinaus richtet der Vertrieb seinen Blick nach Osteuropa, Russland und in die Türkei. Der dortige Jahresverbrauch an Laminat (ca. 270 Mio. m2) kann um 20-25 % steigen, lautet eine Prognose.

aus ParkettMagazin 06/14 (Wirtschaft)