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BTH Heimtex/B+L-Kundenbarometer Tapete Teil 1

Rasch hält die Vormachtstellung im deutschen Fachhandel

Auf dem deutschen Tapetenmarkt bleiben die einheimischen Player unter sich - jedenfalls wenn es um die Präsenz im Fachhandel geht. Dort hat Rasch nach wie vor die höchste Marktdurchdringung, gefolgt von der Marburger Tapetenfabrik und A.S. Création. Damit dokumentieren die Fachhändler im Kundenbarometer Tapete 2014 einmal mehr, dass sie die Kollektionen der Anbieter schätzen und ihnen deshalb treu bleiben. Dabei setzen sie auf die unterschiedlichen Stärken der einzelnen Hersteller und Verleger.

Aus den Antworten auf die Frage "Wo kauft der Fachhandel am liebsten Tapeten ein?" ermittelt die Redaktion der BTH Heimtex im Rahmen ihres Kundenbarometers alljährlich mit Hilfe der Agentur B+L exklusiv aktuelle Marktdaten. Sie geben einen Überblick über die Präsenz der wichtigsten Tapeten-Hersteller und -Verleger im Fachhandel. Andere Abnehmer wie Baumärkte, die den Do-it-yourself-Bereich bedienen, bleiben dabei außen vor.

Zwar ist die Zahl der Anbieter, bei denen der Fachhandel einkauft, noch größer. Doch ihre Präsenz ist in dieser Vertriebsschiene eher unbedeutend, so dass BTH Heimtex darauf verzichtet, die Marktdurchdringung dieser teilweise ausländischen Lieferanten darzustellen und sich auf die kleine Gruppe von neun deutschen Unternehmen konzentriert.

Die befragten Fachhändler, von denen die meisten höchstens bis zu zehn Mitarbeiter beschäftigen, führen mehrheitlich die Wandbeläge von Rasch. Mit 81 % Präsenz haben die Bramscher den mit Abstand höchsten Verbreitungsgrad. Das liegt sicherlich an der großen Vielfalt des Familienunternehmens, das über seine drei Marken nahezu jede Zielgruppe anspricht. Für den Fachhandel sind die Rasch-Tapeten damit unverzichtbar. Das gilt nach dem Kundenbarometer für die größeren Händler noch mehr als für die kleinen.

An zweiter Stelle liegt die Marburger Tapetenfabrik. Ihre teils von bekannten Designern wie Colani und Glööckler entworfenen hochwertigen Produkte sind bei rund 77 % der Fachhändler zu haben - im Westen ebenso wie im Osten. Gegenüber dem Vorjahr (67 %) hat sich die Kreativschmiede aus Kirchhain sogar noch verbessert.

Gleich hinter ihr liegt A.S. Création mit einer Marktdurchdringung von 76 %. Der börsennotierte Hersteller punktet nicht nur mit eigenen zeitgemäßen Kollektionen, sondern macht vor allem mit Lizenzen von Versace, Esprit und vielen anderen von sich reden.

Langsam aber stetig wächst die Verbreitung der Rasch-Tochter Rasch Textil im Fachhandel. Lag ihre Präsenz dort im vergangenen Jahr noch bei 37 %, sind es mittlerweile bereits 56 %. Offenbar schätzen die Kunden die exklusiven Wandgestaltungen des von Joachim Stock geführten Unternehmens mehr und mehr, wobei der Westen stärker an ihnen interessiert ist als der Osten.

Einen festen Platz im deutschen Fachhandel hat auch die Essener Tapeten Import Gesellschaft von Christian Schmitz, der darüber hinaus Inhaber der Schmitz Tapeten Import Gesellschaft sowie der auf das Objekt fokussierten Marke Tescoha ist. Die edlen Tapeten seines Verlags Essener werden von 45 % der Fachhändler eingekauft und nehmen damit in der Marktdurchdringung den fünften Platz ein. Weniger erfolgreich agiert die Schwester Schmitz mit ihrer Marke Smita, die in den Regalen von fast 38 % der Fachhändler zu finden ist. Dabei sind die Kollektionen ebenso hochwertig wie die von Essener.

Der insbesondere für Rauhfaser bekannte Hersteller Erfurt behauptet sich auf dem siebten Platz mit einer Marktdurchdringung von 36 %. Dabei berücksichtigt das Kundenbarometer allerdings nicht das Rauhfaser-Sortiment, da die Wuppertaler in diesem Segment konkurrenzlos sind. So erklärt sich auch die Positionierung des erfolgreichen Familienunternehmens im unteren Bereich.

Marburger Tapetenfabrik J.B. Schaefer GmbH & Co. KG
Bei welchen Tapeten-Anbietern
kauft der Fachhandel ein?

Wie im Vorjahr landete Erismann wieder auf Platz acht. Seine Präsenz im Fachhandel liegt nach dem Kundenbarometer bei rund 23 %, was gegenüber dem Vorjahr eine kleine Steigerung bedeutet. Angesichts der vielen neuen Kollektionen, die Erismann immer wieder auf den Markt bringt, verwundert es eigentlich, dass die Breisacher keine bedeutendere Größe im Fachhandel sind. Aber vielleicht wird nur ganz allmählich wahrgenommen, dass das 176 Jahre alte Unternehmen seit 2013 intensiv bemüht ist, mit neuen Karten und zusätzlichem Personal seinen Marktanteil auch in dieser Handelsschiene auszubauen.

Mit 21 % Marktdurchdringung in dieser Vertriebsschiene liegt P+S International aus Gummersbach nur knapp hinter Erismann. Der Hersteller hatte im vergangenen Jahr mit seiner ersten von Pop-Titan Dieter Bohlen entworfenen Kollektion für Aufsehen gesorgt. Eine zweite Karte des Künstlers wurde bei der Heimtextil 2014 vorgestellt.

Das Kundenbarometer sagt übrigens nichts über die Gesamtverbreitung im deutschen Markt aus, auch nicht über die Umsätze. Beleuchtet wird damit lediglich die Präsenz im ausgewiesenen Fachhandel.

cornelia.kuesel@snfachpresse.de


BTH Heimtex B+L-Kundenbarometer - Panel und Methodik


Das BTH Heimtex/B+L-Kundenbarometer wird in zwei Etappen durchgeführt: In der ersten wird recherchiert, bei welchen Anbietern der Fachhandel überhaupt ordert, woraus sich der Verbreitungsgrad der einzelnen Lieferanten ergibt. Diese Befragung erfolgt gestützt, aber offen. Die Interviewten können also zusätzliche Bezugsquellen zu den von BTH Heimtex vorgegebenen Unternehmen nennen.

Im zweiten Schritt bewerten die Händler detailliert einzelne Anbieter mit (Schul-)Noten: 1 für sehr gut, 2 für gut, 3 für mittel bzw. normal, 4 für ausreichend, 5 für mangelhaft bis schlecht. Für jedes Unternehmen werden dabei konkret 16 Benchmarks abgefragt, darunter objektiv messbare, aber auch subjektiv empfundene.

150 Fachhändler wurden im Oktober 2014 befragt: klassischer Facheinzelhandel, Handwerksbetriebe mit Ladengeschäft und entsprechenden Handelsaktivitäten sowie Fachmärkte in ganz Deutschland, regional verteilt im Norden und Süden, Osten und Westen. Nicht in diese Befragung eingeschlossen sind Filialisten, der Großhandel und Kooperationszentralen sowie Großflächenanbieter wie Discounter oder C +C-Betriebe.

aus BTH Heimtex 12/14 (Wirtschaft)