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Werkmeister Schlafsystem

Aus dem Dornröschenschlaf erweckt


Henstedt-Ulzburg. Seit März 2014 führen Jens Anweiler, Claus Michael Brandtner und Michael Sailer als neue Inhaber das Matratzenunternehmen Werkmeister. In der September-Ausgabe der Haustex kündigten sie unter anderem einige Veränderungen in der Produktpalette an. Entsprechend gespannt erwarteten die Handelspartner die Hausmesse Ende November am Firmensitz des Unternehmens.

Die Hausmesse von Werkmeister war das ideale Forum, um den Kunden das neue Führungstrio des Unternehmens vorzustellen. Und die Gäste wurden auch nicht enttäuscht. An den publikumsstarken Tagen der einwöchigen Hausmesse hatte das Unternehmen Thorsten Brand vom Business-Theater Steife Brise engagiert, der das Trio in einer lockeren Diskussionsrunde vorstellte. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", erzählte Michael Sailer, der gemeinsam mit seinen Geschäftsführungskollegen noch reichlich Entwicklungspotenzial im Unternehmen sieht: "Wir wollen Werkmeister aus seinem Dornröschenschlaf erwecken."

Um zu unterstreichen, dass das Unternehmen aus dem hohen Norden mehr als nur die Produktion von Matratzen beherrscht, wurde als eine der ersten Maßnahmen das Firmenlogo in der Typografie leicht überarbeitet. Statt des Zusatzes Matratze findet sich nun unter dem Markennamen der Begriff Schlafsystem. Schließlich bietet das Unternehmen neben seinen Matratzen auch die Unterfederung Reguflex an, die seit einigen Jahren aus dem eigenen Haus stammt.

Das Geschäftsführungstrio betonte, dass sich an der generellen Linie des Hauses, sich im Vertrieb der Marke Werkmeister ausschließlich auf den Fachhandel zu konzentrieren, nichts ändern werde. Zwar wolle man auch in Zukunft im Umsatz weiter wachsen, sehe aber gute Chancen, dies auch künftig im gepflegten Fachhandel zu erreichen. Zumal die Geschäftsführung, nach schwierigen Jahren mit abschmelzenden Zahlen auf Seiten der Verkaufspunkte, eine Stabilisierung des Marktes wahrnimmt. "Das Unternehmen wird aber trotzdem nicht auf Wachstum getrimmt, das ist nicht unser vorrangiges Ziel", erklärte Brandtner. "Ein unternehmerischer Zwang zum Wachstum ist nicht gegeben."

Generell möchte sich das Unternehmen Sailer zufolge noch stärker im Premium-Bereich etablieren. Um dies zu erreichen, hat Werkmeister drei grundlegende Entscheidungen getroffen. Der Premium-Pur-Schaum soll noch stärker in das Bewusstsein des Handels gerückt werden. "Das Material kann noch mehr", ist Sailer überzeugt. Außerdem arbeitet man an einer Latex-Matratze. Dieses Material hat Potenzial, auch beim Endverbraucher, und passt produktionstechnisch einwandfrei zu Werkmeister. Auf der Hausmesse wurde der erste Prototyp einer Latex-Matratze vorgestellt, der allerdings nach dem Echo der Werkmeister-Kunden noch Feinschliff erfordert. Die dritte wichtige Entscheidung: im kommenden Jahr wird es laut Brandtner definitiv eine Kollektion mit hochwertigen Federkernmatratzen geben.

Darüber hinaus wurden auch Veränderungen an der vorhandenen Produktpalette vorgenommen. Mit großem Beifall wurde registriert, dass nun auch Werkmeister dazu übergegangen ist, die Abstufung der Härtegrade in den Matratzen in soft, medium, fest und extra fest vorzunehmen. Dieser Wunsch, so war auf der Hausmesse zu hören, wurde von den Handelspartnern aus Gründen der Einheitlichkeit schon seit Jahren geäußert, aber bis jetzt nicht erhört.

Erich Werkmeister GmbH & Co. KG
In einer lockeren Diskussionsrunde mit Moderator Thorsten Brandt (ganz rechts) stellten sich die neuen Werkmeister-Inhaber und -Geschäftsführer den Gästen auf der Hausmesse vor (von links): Michael Sailer, Jens Anweiler und Claus Michael Brandtner.
Erich Werkmeister GmbH & Co. KG
Während der Werksbesichtigung konnten die Gäste einen Blick in die moderne Produktion des Unternehmens werfen.
Erich Werkmeister GmbH & Co. KG
Seit gut zwei Jahren findet auch die Produktion der Reguflex-Unterfederungen in der eigenen Schreinerei in Henstedt-Ulzburg statt.

Nicht minder wichtig ist die Entscheidung, bei der Marke Werkmeister künftig mit einem Einstiegsraumgewicht von 50 bei den Matratzenkernen zu arbeiten. Das bisher auch verwendete RG 40 ist nur noch auf speziellen Wunsch für Großkunden erhältlich, die diese Produkte unter Eigenmarke vertreiben möchten. Qualität steht bei der Marke Werkmeister an erster Stelle, und dieses Kriterium soll in Zukunft noch mehr Gewicht erhalten.

Auch wenn Werkmeister den Anspruch hat, sich stärker ins Premium-Segment bewegen zu wollen, so vernachlässigt das Unternehmen auch nicht interessante Einstiegspreislagen. Zu diesem Zweck wurde im Basic-Programm die Aerosan 14 N ins Leben gerufen, mit einer Kernhöhe von 14 Zentimetern, wie laut Sailer des öfteren vom Handel gewünscht. Der empfohlene VK beträgt 399 Euro. Und um in der Unterfederung ebenfalls einen interessanten Preiseinstieg zu ermöglichen, gibt es neu im Reguflex-Programm den Reguflex Duo Basic, ausschließlich in der Version N, also nicht-verstellbar, für einen empfohlenen VK von 299 Euro. Der Resonanz auf der Hausmesse nach zu urteilen, stößt Werkmeister mit diesem Artikel auf echten Bedarf. Sämtliche Neuheiten aufzuführen, würde hier zu weit führen. Generell kann man sagen, dass Werkmeister intensiv daran gearbeitet hat, die Produkte weiter zu verfeinern, ohne sie zu verteuern. Im Gegenteil, mancher Artikel kann durch eine rationellere Produktion und den Einkauf bei anderen Zulieferern nun sogar etwas günstiger gestaltet werden. Zwei Details sollen jedoch noch erwähnt werden: Die berühmten, Hasenohren genannten Haltegriffe an den Werkmeister-Matratzen gibt es nicht mehr. Sie sind durch flachere, formschönere Teile ersetzt worden, die unter dem Spannlaken nicht mehr so auftragen. Und die etwas in die Jahre gekommene Wurzelholz-Optik der Reguflex-Unterfederungen wurde zu Gunsten einer zeitgemäßen Gestaltung aufgegeben.

Nach einer ersten Vorstellung der Neuheiten ging es in den Fertigungbetrieb, wo die Geschäftsführer ihren Gästen vorführten, dass man bei Werkmeister den Mund nicht zu voll nimmt, wenn man von einem Manufaktur-Betrieb spricht: Handarbeit nimmt einen großen Teil der Produktion ein. Ein Besucher äußerte beeindruckt, dass er angesichts der aufwändigen Produktion fast geneigt sei, mehr für die Produkte im EK zu zahlen.

Dann ging es endlich in die Ware, beziehungsweise in den Showroom, in dem die neuen Produkte hautnah erlebt werden konnten. Ausgiebig wurden Bezugsstoffe beäugt, Matratzen getestet und die Unterfederungen unter die Lupe genommen. Zum guten Schluss baten die drei Geschäftsführer die Teilnehmer zu einem Abschlussgespräch, einer Art Manöverkritik: Was fand man gut im Showroom, was war weniger gelungen? Offen gaben die Fachhändler ihre Meinung kund und Kritikpunkte wurden für spätere Verbesserungsmaßnahmen notiert. Fast konnte man bei dieser Veranstaltung von einem Workshop sprechen. Das kommende Jahr dürfte für Werkmeister und seine Partner ein spannendes mit vielen Neuheiten werden. Ausgeliefert werden die Neuheiten ab Ende Januar.

aus Haustex 12/14 (Wirtschaft)