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Tapetentrends 2015

Schlichte Eleganz


Schon lange gilt: Modisch ist was gefällt. Nichts unterliegt einem strengen Diktat. Deshalb lässt sich auch in diesem Jahr kein eindeutiger Tapetentrend ermitteln. Es gibt lediglich Strömungen, die die neuen Kollektionen prägen. Auffallend ist die hohe technische Qualität der Produkte, die in immer raffinierteren Verfahren hergestellt werden. So lassen sich Tapeten mit tiefsten Strukturen versehen. Haptik wird zunehmend nachgefragt. Der Kunde will die Tapete fühlen.

Die Designs bleiben klassisch. Außer den zeitlosen Ornamenten stehen florale Muster hoch im Kurs. Sie geben sich in zurückhaltenden Farbtönen, aber auch schrill, fröhlich und frech. Alles ist erlaubt. Diese Unbeschwertheit vermitteln auch lustige Punkte, die in diesem Jahr ein starkes Comeback feiern.

Aber auch natürliche Materialien kennzeichnen die diesjährigen Kollektionen. Vor allem Abbildungen von Beton- und Steinmauern sowie Holz liegen im Trend. Farblich präsentieren sie sich aber nicht immer in Originaltönen, sondern auch schon mal in weichem Grün und Blau mit matter Patina. Das wirkt ein wenig abgenutzt, macht das Fabrikdesign aber weicher.

Nach Exkursionen in die kräftigsten Regionen der Farbenskala wird es nun wieder heller. Sanfte, zurückhaltende Töne in Crème-Variationen bestimmen das Geschehen. Damit zieht ein Hauch Eleganz in die Räume.

Außer hellen Schattierungen schafft es - nach mehreren vergeblichen Anläufen - nun auch die Farbe Blau nach vorn. Vor allem ein leicht verwaschenes, trotzdem feines Blau dominiert in den Kollektionen. Aber auch geheimnisvolles Grau zeigt sich von seiner schönsten Seite und wertet grafische Muster, Ornamente sowie Blumen edel auf.

Strukturen mit Tiefenwirkung


Die Herstellungsverfahren der Tapetenindustrie werden immer aufwändiger. Denn der Siegeszug hochwertiger Heißpräge-Produkte mit Strukturen setzt sich fort. Edles Aussehen, heißt das Gebot der Stunde, das durch die Tiefenwirkung erzielt wird. Nicht nur die Visualität spielt eine Rolle, auch die Haptik rückt in den Mittelpunkt. Man will die Strukturen fühlen und erleben. Beispielhaft ist die aus Basaltgarn bestehende Tapete der neuen Ulf-Moritz-Kollektion, aber auch die Karten Shine von Erismann und Atmosphere von Schmitz Tapeten entsprechen dem Trend hin zum mehrschichtigen, technisch komplizierten Aufbau.

Punkte machen gute Laune


Ein Evergreen spielt sich in diesem Jahr in den Mittelpunkt. Fröhliche Punkte und lustige Tupfen - edel oder leger - versprühen gute Stimmung. Es gibt sie in allen Größen, zart angedeutet oder dick aufgetragen. Der Klassiker, der nie ganz verschwindet, liegt wieder voll im Trend. Punkte zeigen sich unter anderem in der Kollektion Novara von P+S international, der Ulf-Moritz-Karte von Marburg und der Kinderkollektion Funpark von Erismann.

Strukturen mit Tiefenwirkung: Ulf Moritz, Marburg
Punkte machen gute Laune: Funpark, Erismann

Natur und Natürlichkeit


Natur und Natürlichkeit stehen in der Tapetenbranche hoch im Kurs. Dies drückt sich visuell in Beton-, Stein- und Holzoptiken aus, die sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen. Nahezu jeder Anbieter hat entsprechenden Kollektionen im Sortiment, die aber nicht puristisch die Original-Vorlagen zeigen, sondern unter anderem mit einem weichen Patina-Überzug beeindrucken. Beispiele für diesen Trend bieten die Kollektionen Fashion Wood von Erismann, Factory von Rasch und Esprit Home von A.S. Création.

Blumige Vielfalt


Zweige, Blätter, Blüten, Blumen - der Mustervielfalt in diesem Bereich sind keine Grenzen gesetzt. Zauberhaft blühende Landschaften entführen in heimische oder exotische Gärten und wecken Lebensfreude. Farblich ist dieser Trend nicht festgelegt. Zurückhaltende Töne sind ebenso zu sehen wie starke Farben. Dieses Themas haben sich unter anderem die Kollektionen Florentine von Rasch, Schöner Wohnen von A.S. Création und Estelle von Marburg angenommen.

Helle Eleganz


Nachdem Designer lange Zeit mit kräftigen Farben gespielt haben, ist jetzt zunehmend vornehme Zurückhaltung en vogue. Tapeten kommen in dezenten Farbtönen daher, die sich vor allem auf Schattierungen in Crème konzentrieren. Sie senden Eleganz aus, ohne einen Hauch von Aufdringlichkeit. Damit wird der Blick auf Muster und Strukturen gelenkt, die in kräftigen Farbtönen unter gehen würden. Es wird wieder gemütlicher - unter anderem mit den Kollektionen Ophelia von Erismann, Pure & easy von P+S und AP Blanc von A.S. Création.

Blaues Wunder


Immer wieder gab es Versuche, die Farbe Blau an den Wänden zu etablieren. Doch in den vergangenen Jahren hat sie sich nie richtig durchsetzen können. 2015 aber ist ihr Jahr. Wasserblau, Himmelblau und Jeansblau hüllen sowohl klassische Muster wie Ornamente, aber auch grafische Designs ein. Blau eignet sich für jeden Stil - ob luxuriös oder verspielt. Die Farbe schmeichelt einfach, wie die Kollektionen Aquarelief von Rasch, Spotlight by Dieter Bohlen von P+S und Ophelia von Erismann beweisen.

Geheimnisvolles Grau


Dass Grau weder langweilig noch nichtssagend ist, machen die neuen Tapeten-Kollektionen auf beeindruckende Weise deutlich. Mal erscheint die Farbe als ruhiger Akzent, mal gibt sie sich luxuriös und geheimnisvoll. Die Designer haben ihre Ausdruckskraft erkannt. Das neue Grau strahlt eine edle und heimelige Atmosphäre aus. Das zeigt sich ganz deutlich in den Kollektionen Aisslinger von A.S. Création, Eleganza von Erismann, Simply Silks von Essener und Ulf Moritz von Marburg.

aus BTH Heimtex 02/15 (Tapeten, Wandbeschichtungen)