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Abgepasste Teppiche auf der Heimtextil

Lockruf an die Teppichbranche


Die Messe Heimtextil spricht mit einem Veranstaltungskonzept rund um den neuen Theme Park auch gezielt Aussteller aus dem Bereich der abgepassten Teppiche an. Dabei soll über die reine Produktschau hinaus Wissenstransfer rund um Trends und Vermarktung geleistet werden. Die Überlegung der Messemacher: Wenn der Teppich vor allem als ein Trendobjekt innerhalb einer Einrichtungskomposition verstanden wird, kann sich ein breites Besucherspektrum - vom Raumausstatter bis zum Innenarchitekten - mit diesem Produkt bei seinen Kunden profilieren.

Für die kommende Heimtextil vom 14. bis 17. Januar 2015 nimmt die Messeleitung Anbieter von Teppichböden und abgepassten Teppichen ins Visier. Seit vielen Jahren steht der Teppich in Frankfurt eher am Rand als im Zentrum des Interesses. Die bisherigen Aussteller kommen vor allem aus dem Segment der handgefertigten modernen Teppiche. In diesem Jahr gab es etwa 50 Aussteller, von denen ein Großteil aus dem asiatischen Raum stammte.

Europäische Teppich-Anbieter stellen auf der Heimtextil nur vereinzelt aus. Aber das soll sich nun ändern. Im Zentrum des Vorhabens, den Teppich auf die Messe zu holen, steht der neue Theme Park. In der Halle 4.0 soll er nicht nur Trends zeigen, sondern sich darüber hinaus Zukunftsfragen widmen, wie zum Beispiel dem Thema Retail - und damit der Aufgabenstellung, wie ein Produkt im Handel präsentiert, vermarktet und verkauft wird. All das soll durch Präsentationen und Fachvorträge von namhaften Referenten flankiert werden, die Lösungsansätze für Handel, Verbraucher und damit letztlich auch den Aussteller aufzeigen. "Mit dem Theme Park nehmen wir das auf, was die Branche über das rein Textile hinaus - also Material und Farbe - interessiert", erklärt Olaf Schmidt, Bereichsleiter Textilmessen der Messe Frankfurt.

Die Aussteller aus den Bereichen Teppich und Teppichboden sollen in der Halle 4.0 platziert werden. Besucher auf dem Weg in den Theme Park werden die dortigen Stände dann zwangsläufig passieren. Insgesamt stünde dort eine Netto-Ausstellungsfläche von 1.000 m2 für die neue Zielgruppe zur Verfügung. Aber warum soll sich die Teppichbranche auf einer Plattform präsentieren, die heute kaum Angebot in diesem Bereich zeigt? "Wir sind die größte und wichtigste Messe für Wohntextilien, das beinhaltet auch den Teppich", sagt Schmidt. "Viele Vertriebsformen sind nicht nur auf ein Produkt konzentriert, sondern weitreichender aufgestellt. Wir haben eine breite Zielgruppe, das macht unser Umfeld so interessant."

Die ersten Teppich- und Teppichboden-Hersteller wurden bereits angefragt. "Uns ging es nicht in erster Linie darum, mehr Fläche zu belegen, sondern stattdessen um die Frage, was genau für Besucher und Industrie interessant ist", sagt Schmidt. "Die Resonanz ist zwar durchweg positiv, leider fehlen uns bislang aber konkrete Zusagen." Man ist aber weiterhin in Gesprächen. "Viele Aussteller sind mit den bestehenden Plattformen nicht zufrieden, wollen aber auch nichts Neues versuchen", ergänzt Ulrike Wechsung, Objektleiterin Heimtextilien der Messe Frankfurt.

Heimtextil Frankfurt
Olaf Schmidt, Bereichsleiter Textilmessen der Messe Frankfurt

Ein Konzept, in dem der Teppich nicht als alleinstehendes Produkt gesehen wir, zielt in die richtige Richtung, sind sich die Verantwortlichen sicher. "Wir haben uns gefragt: Wie kann man Teppich anders präsentieren als das bisher auf Messen geschieht?", sagt Schmidt. "Viele Marktteilnehmer wollen eine Inszenierung - und genau das bietet das Umfeld des Theme Park."

Genauso entscheidend für das Messekonzept ist aber die Perspektive des Besuchers. Die klassischen Zielgruppen der Heimtextil sind Raumausstatter, Innenarchitekt und Objekteinrichter. Für sie ist der abgepasste Teppich als Element in einem Designumfeld hochinteressant. Denn dort, wo Hartböden stärker gefragt sind, braucht es ein textiles Produkt. Gleichzeitig wird das Objektgeschäft auch für Hersteller abgepasster Teppiche immer wichtiger. In einem solchen Umfeld kann sich ein Raumausstatter gut bei seinen Kunden positionieren. "Für alle Unternehmen, die ein design- und objektaffines Produkt anbieten und der Meinung sind, dass Teppich voll im Trend liegt, ist die Heimtextil daher die ideale Präsentationsplattform", resümiert Wechsung.

aus Carpet XL 04/14 (Wirtschaft)