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Interview mit Christian Klingsberger, Verkaufsleiter beim Maschinenhersteller Wintersteiger

"Wenn Wachstum fehlt, muss man sich ständig neu positionieren"


Der österreichische Maschinenhersteller Wintersteiger sieht derzeit keinen Aufwind im europäischen Fußbodenmarkt. "Über Wachstum kann man kein Geld mehr verdienen", heißt es. Andere Strategien müssen her. Ideen aus dem Bereich der Skireparatur hat Wintersteiger bereits in die automatische Spachtelung von Fußbodenelementen einfließen lassen. Mit einem Kern langjähriger Mitarbeiter setzt das Unternehmen auf Konstanz. Als nächste Plattform hat man die Forst- und Holzmesse Ligna im Blick.

ParkettMagazin: Wie schätzen Sie den Holzfußbodenmarkt in diesem Jahr ein?

Klingsberger: Es wird wohl kaum Wachstum geben. Im Vergleich zu 2007/2008 ist die Produktion in Europa lt. FEP Statistik um rund 25 % gesunken und hat sich mittlerweile auf dem Niveau von etwa 80 Mio. Quadratmeter eingependelt.

PM: Die reine Produktionsmenge sagt aber noch nichts über den wirtschaftlichen Zustand aus.

Klingsberger: Genau das ist der Punkt. Ist der Fußbodenmarkt auch wertmäßig gesunken? Ich meine, nur bedingt. Die Industrie setzt auf hochwertige Ware und hat es vor allem mit der Landhausdiele geschafft, den Konsumentenmarkt auf ein höheres Niveau zu heben. Die Gesamtmenge ist geringer geworden, aber der Wert ist gestiegen. Das ist ein positives Signal.

PM: Wie wirkt sich das auf einen Maschinen- und Sägenhersteller aus?
Klingsberger: Langfristige und größere Investitionen sind
weniger geworden. Viele Fußbodenproduzenten können auch nur ein bis zwei Jahre im Voraus planen. Wintersteiger muss da marktkonform reagieren und sich in verschiedenen Regionen ständig neu positionieren - weltweit. Ebenso bei den Produkten und technischen Lösungen. Beispiel: Wo früher die Dünnschnittgattersägen gefragt waren, setzt man jetzt vielfach auf Bandsägen.

Wintersteiger AG
Christian Klingsberger, Verkaufsleiter Wintersteiger:
"Mit unser TRC Technologie stellen wir uns beispielsweise die Frage, welche Art der Riss-Spachtelung der Verbraucher in Zukunft wünscht."

PM: Warum Bandsägen?

Klingsberger: Die Bandsäge folgt dem Trend zum Nasseinschnitt und rustikalen Holz. Sie ist flexibler und eignet sich für kleine und mittlere Losgrößen und damit auch für Investoren, die als Neulinge in den Fußbodenmarkt einsteigen wollen.

PM: Wo sehen Sie für Maschinenhersteller Entwicklungspotenzial bei der Fußbodenbearbeitung?

Klingsberger: Grundsätzlich in allen Lagen des Mehrschichtparketts, aber natürlich vor allem in der Oberfläche. Folgend dem Trend eines rustikalen Erscheinungsbildes konnten wir uns hier mit unserer TRC Technologie der automatisierten Riss-Spachtelung bereits sehr gut positionieren.

aus ParkettMagazin 02/15 (Wirtschaft)