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Bundeslehrlingswartetagung bei Berger-Seidle in Grünstadt

Dem Maschinenkurs mehr Gewicht geben


Wie soll der Maschinenlehrgang für angehende Parkett- und Bodenleger zukünftig aussehen? Auf der Bundeslehrlingswartetagung rangen die Teilnehmer um ein bundesweit einheitliches Konzept. Dieses sieht vor, dass nur diejenigen zur Gesellenprüfung zugelassen werden, die vorher einen Maschinenkurs erfolgreich bestanden haben.

Die Tagung der Berufsschullehrer und Lehrlingswarte bei Oberflächenbeschichter und Klebstoffhersteller Berger-Seidle in Grünstadt zählte 39 Teilnehmer, darunter Bundesinnungsmeister Peter Fendt, Heinz Brehm, Ehrenmitglied der Fachgruppe Aus- und Weiterbildung, und Stefan Doll, Vorstandsmitglied im Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik (ZVPF).

Azubis: Weniger Parkettleger, aber mehr Bodenleger


Ein wichtiger Punkt der Tagung waren die aktuellen Lehrlingszahlen. Hier zeigt sich bei den Parkettlegern nach dem kleinen Aufwärtstrend 2014 wieder ein Minus von 4,4 % im Vergleich zum Vorjahr. 629 junge Leute lernen aktuell das Parkettlegerhandwerk, zu Spitzenzeiten 2001 waren es noch 1.014. Lichtblick bei den Bodenlegern: Dort ist die Zahl um 6,1 % auf 484 gestiegen - das bedeutet zum zweiten Mal in Folge ein Plus. Insgesamt 1.113 Azubis im Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe bilden eine konstante Größe (2014: 1.114).

Um mehr Nachwuchs zu gewinnen, sollen moderne Kommunikationsmittel noch optimaler genutzt werden. Die Verantwortlichen überlegen, den Stellenfinder auf das-ist-bodenhandwerk.de mit der Agentur für Arbeit zu verknüpfen. Eine weitere Idee ist die Erstellung eines Flyers, der dann in den allgemeinbildenden Schulen ausgelegt wird.

Alle an die Maschinen


Schwerpunktthema war die künftige Ausrichtung des Maschinenkurses. Deren Qualität schwankt von Bundesland zu Bundesland. Hinzu kommt, dass mancherorts bei Nichtbestehen des Lehrgangs die "einfache Bescheinigung" ausreicht, an der Gesellenprüfung teilnehmen zu können. Im Bodenlegergewerbe ist ein Maschinenkurs ohnehin kein Pflichtprogramm. Verbindlich ist nichts.

Das soll sich nun ändern. ZVPF-Vorstandsmitglied Doll erarbeitet gerade einen Antrag an die Kammern. Inhalt ist eine bundesweit einheitliche Regelung für den Parkett- und Bodenlegernachwuchs: Die Maschinenkursprüfung soll verbindlich werden, um letztlich das Abschlusszeugnis bekommen zu können. Und: Alle Betriebe sollen per Nachweis verpflichtet werden, regelmäßig und zeitnah die Auszubildenden in den Umgang sowie die Gefahren mit elektrischen Maschinen einzuweisen.

ZVPF Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Engagierte Diskussionsrunde: Die Berufsschullehrer und Lehrlingswarte überlegten auch, in welcher Form der Stellenfinder auf das-ist-bodenhandwerk.de mit der Agentur für Arbeit verknüpft werden kann.
ZVPF Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Sie bilden den neuen Vorstand der Fachgruppe Aus- und Weiterbildung: Peter Kránicz, Georg Käsbauer, Dieter Heil, Ralph Schneppensiefen, Tobias Michalak, Marie Albert, Jörg Jörding und Thimo Dätsch.
ZVPF Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Lehrlingszahlen bundesweit

Der Lehrgang selbst soll möglichst früh im zweiten Lehrjahr erfolgen. Plan ist, dass maximal drei Personen ein Team bilden und abwechselnd an je einer Maschine arbeiten. Neu im Programm sind Zweischichtparkett mit Nut-Feder-Verbindung und Parkettriemen. Das wurde mit 17 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung beschlossen.

Neuer Vorstand sagt Nein zur Ziehklinge


Ein weiterer Punkt auf der Agenda waren Neu- bzw. Nachwahlen in der Fachgruppe Aus- und Weiterbildung. Tobias Michalak wurde einstimmig zum neuen Leiter gewählt. Er hatte das Amt bereits Ende 2014 kommissarisch übernommen, nachdem Jörg Schülein den Vorsitz niederlegte. Berufen wurde auch Michalaks neues Vorstandsteam: Peter Kránicz (Stellvertreter), Georg Käsbauer (Maschinenlehrgänge), Marie Albert (Schriftführerin), Thimo Dätsch (Prüfungsordnungen), Jörg Jörding (Lehrervertreter), Dieter Heil und Ralph Schneppensiefen (stellvertretender Beisitz).

Die Runde diskutierte auch über den Bundesleistungswettbewerb. Fendt regte an, über einen Zusammenschluss mit den Raumausstattern nachzudenken, "damit mehr junge Menschen auf die Berufe Parkett- und Bodenleger aufmerksam werden". Das bleibt vorerst Zukunftsmusik. Fest steht jedoch die Terminierung der nächsten Austragung auf Mitte November; favorisiert wird der Donnerstag und Freitag, damit Berufsschulklassen zuschauen können. Nicht mehr Teil der Veranstaltung sind eine Auszeichnung des Bundessiegers mit der silbernen Ehrennadel und das Arbeiten mit der Ziehklinge.

Die nächste Lehrlingswartetagung wird am 18. und 19. Februar 2016 bei der Mega in Hannover stattfinden.

aus FussbodenTechnik 03/15 (Wirtschaft)