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FEB: Pressekonferenz in Hamburg

Wohnungsbau und Designbeläge beflügeln die elastischen Beläge

Der Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge vermeldet für den deutschen Markt ein Absatzplus von 5,1 % im Jahr 2014, getragen von Designbelägen/LVT auf der einen und dem dynamischen Wohnungsbau auf der anderen Seite. Auf der Pressekonferenz in Hamburg unterstrich Nicole Dommaschk vom Deutschen Institut für Bautechnik, dass allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) und Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen) für Bodenbeläge bis auf weiteres Bestand haben. FEB und DIBt wollen bei der Zulassungserteilung in einem Arbeitskreis zusammenarbeiten.

Nach Rückgängen 2012 (-0,7 %) und einer Erholung 2013 (+1,8 %) kann der Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge (FEB) für 2014 für den deutschen Markt eine substanzielle Steigerung der Absätze seiner Mitglieder in Höhe von 5,1 % vermelden. In der Schweiz wurden 1,5 % mehr Quadratmeter verkauft. Eingebrochen ist hingegen der Markt im Nachbarland Österreich: Dort sind die Absatzmengen um 6,6 % gefallen.

Traditionell verkündet der FEB auf seiner jährlichen Pressekonferenz keine absoluten Zahlen (siehe Tabelle). Zumindest war in Hamburg aber zu erfahren, dass die organisierten Hersteller mindestens 70 % des gesamten D/A/CH-Marktes für elastische Bodenbeläge repräsentieren.

CV wächst nach LVT am schnellsten

Getragen wird der kräftige Anstieg in Deutschland wie seit vielen Jahren von den Designbelägen. "Sie sind der Wachstumsmotor und haben ihre Verkäufe erneut um ein deutliches, zweistelliges Plus in die Höhe geschraubt", berichtete der FEB-Vorstandsvorsitzende Ivo Schintz (Tarkett). Auch wenn die Produkte zur vollflächigen Verklebung immer noch den größten Teil innerhalb der Gruppe der LVT ausmachten, gab es bei Artikeln zum Klicken sowie zur losen Verlegung große Steigerungen, sagte Schintz. Auch CV-Beläge setzen die FEB-Hersteller vermehrt ab - wenn die Zuwächse auch nicht so ausgeprägt ausfallen wie bei LVT. Das Wachstum führt Schintz in erster Linie auf die Vielfalt, die Authentizität sowie die hohe Qualität der Designs des aufgeschäumten Vinyls zurück.

Alle anderen elastischen Beläge mussten hierzulande Absatzeinbußen hinnehmen. Sorgenkind sind das dritte Jahr in Folge die homogenen PVC-Produkte. Das hat nach Angaben des FEB auch zu tun mit dem schwierigen Krankenhaus-Markt. Dort wird weniger investiert, so dass die Gesamtfläche in diesem Segment gleich bleibt oder sogar zurückgeht. Ähnliches gelte für den Schulbau. Beide Marktbereiche sind auch für Linoleum als Bahnenware von großer Bedeutung. Deswegen wurde in Deutschland im abgelaufenen Jahr auch weniger Linoleum abgesetzt als 2013.

Aufsteiger in der Schweiz sind ebenfalls Designbeläge, heterogene PVC-Beläge und die Produktgruppe Linoleum/Kautschuk/andere. In Österreich verzeichnen sämtliche Produktgruppen Einbußen - auch Designbeläge.

2015 wird gut, aber schwächer

Aus volkswirtschaftlicher Sicht sind es in Deutschland vor allem der Wohnungsbau (+6 %, Schätzung des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe) und dort speziell die Mehrfamilienhäuser, welche die Absätze der elastischen Bodenbeläge insgesamt beflügelt haben - übrigens die neben keramischen Fliesen einzige Produktgattung, die 2014 ihre Verkaufsmengen steigern konnte.

Auch die zukünftige Absatz-Entwicklung sieht der FEB positiv. Man habe in den ersten Monaten 2015 einen guten Start ohne witterungsbedingte Beeinträchtigungen hingelegt. Die allgemeine wirtschaftliche Prognose für die Bauwirtschaft in Deutschland sei zwar mit einem Wachstum von "nur" noch 2 % schlechter als 2014 (4 %), aber immer noch gut. Hinzukämen weitere positive Rahmenbedingungen wie das anhaltend niedrige Zinsniveau, ein solides allgemeines Wirtschaftswachstum, steigende Konsumausgaben und ein kontinuierlich steigender Ifo-Geschäftsklimaindex. Zudem wollen die Gemeinden nach einer Prog-nose des deutschen Städtetages ihre Bauausgaben 2015 um 2 % erhöhen.

Vorstand in neuer Besetzung

Neben den Informationen über Absatz und wirtschaftliche Lage musste der Verband auf seiner diesjährigen Pressekonferenz auch das Ende einer personellen Ära verkünden. Martin Thewes, Geschäftsführer Forbo Flooring D/A/CH, scheidet nach zwölf Jahren aus dem Gremium aus. Neben dem Vorsitzenden Ivo Schintz und Oliver Kluge (Amtico) gehört nun Olivier Bossuyt (IVC) als Thewes’ Nachfolger zum FEB-Vorstand. Der 43-jährige Belgier fungiert als stellvertretender Vorsitzender und Schriftführer. Auch Timo Jahnen, bis Februar diesen Jahres Geschäftsleiter Altro Deutschland, gibt sein Amt als Sprecher des Arbeitskreises Marketing auf, da er eine berufliche Auszeit nimmt. Einen Nachfolger hat der Verband noch nicht benannt.

Als Referentin hatte der Herstellerverband in diesem Jahr Nicole Dommaschk eingeladen. Die Diplom-Biologin arbeitet beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin für das Referat Gesundheitsschutz, Innenraumhygiene und Nachhaltigkeit. In dieser Bund-Länder-Einrichtung sind mittlerweile zehn Mitarbeiter mit der Erteilung von allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) für Bauprodukte wie beispielsweise Bodenbelägen beschäftigt.

Dommaschk machte neben der Vorstellung des Instituts und seiner Arbeit vor allem deutlich, dass das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) aus dem Oktober 2014 zur deutschen Vergabepraxis von abZ und Ü-Zeichen für Bauprodukte keine kurzfristigen Auswirkungen auf die Zulassungspflicht für Bodenbeläge habe. Nach wie vor müssten elastische und textile Bodenbeläge sowie Laminat der EN 14041, der Bauprodukte-verordnung und in Bezug auf VOC auch der Bauregelliste Teil B entsprechen, betonte die Referntin und fügte hinzu: "Das heißt: abZ und Ü-Zeichen sind nach wie vor gesetzliche Pflicht."

Der EuGH hatte geurteilt, dass zusätzliche, nationale Genehmigungen auf Grundlage der Bauregelliste neben dem europäischen CE-Zeichen gegen den freien Warenverkehr in den EU-Mitgliedsstaaten verstoßen. Die Entscheidung bezieht sich aber ausschließlich auf die Produktsegmente Tore, Türen und Wärmedämmungen.

Dommaschk sagte, dass es momentan eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern gebe, die eingehend prüft, wie auf das Urteil aus Brüssel zu reagieren ist und ob es überhaupt auf andere Produktbereiche als die drei genannten übertragbar sei. Das könne einige Zeit dauern, da viele juristische Details zu klären seien. "Zu welchem Ergebnis die Arbeitsgruppe kommt und was wann daraus folgt, kann niemand sagen. Was ich aber mit Bestimmtheit sagen kann ist, dass wir in Deutschland unser hohes Schutzniveau für die Innenraumluft zum Wohle der Nutzer erhalten werden."

FEB Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e.V.
Der FEB zählt momentan zwölf ordentliche Mitglieder, deren Absatzmengen nach eigenen Angaben rund 70 % des D/A/CH-Marktes für elastische Bodenbeläge ausmachen. Außerdem unterstützen 22 Fördermitglieder den Verband.
FEB Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e.V.
Absatz elastischer Bodenbeläge 2014
FEB Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e.V.
Nach zwölf Jahren verlässt Martin Thewes (Forbo Flooring, Zweiter von rechts) den FEBVorstand. Sein Nachfolger als stellvertretender Vorsitzender und Schriftführer wird Olivier Bossuyt (IVC, Mitte). Daneben gehören dem Vorstand der Vorsitzende Ivo Schintz (Tarkett, links) sowie Schatzmeister Oliver Kluge (Amtico, rechts) an. Ehrenpräsident ist Eberhard Lodz (Halstead Flooring, Zweiter von links).

Der FEB legt in einer neuen Informationsbroschüre, der Technischen Information Nr. 4 mit dem Titel "Die Situation nach dem EuGH-Urteil zur Bauregelliste B, Teil 1", den selben Schluss nahe: Für Bodenbeläge, für die es harmonisierte Normen gibt - beispielsweise elastische Bodenbeläge-, bleibe erst einmal alles beim Alten.

FEB und DIBt verbessern Zusammenarbeit

Im Anschluss an den Vortrag tauschten sich Dommaschk und die FEB-Mitglieder noch über die Bearbeitungszeit der Anträge auf allgemeine bauaufsichtliche Zulassung aus. Der Vorgang dauert den meisten Firmen gegenwärtig viel zu lange. Sie empfinden das als Behinderung bei der Vermarktung neuer Produkte, die in Deutschland zwingend abZ und Ü-Zeichen tragen müssen, damit man sie verbauen kann. Vor allem brauche man als Hersteller mehr Planungssicherheit, zu welchen Zeitpunkt mit einer Zulassung zu rechnen sei. Dann könne man die Markteinführung eines neuen Produktes besser planen und stehe nicht ohne die nötigen Zulassungen da, erläuterte Martin Thewes das Problem.

Dommaschk verwies auf die begrenzte Anzahl von Mitarbeitern im DIBt und deren Zuständigkeit für sämtliche zulassungspflichtigen Bauprodukte. Auf der anderen Seite gebe es aus ihrer Sicht auch noch Verbesserungsmöglichkeiten in der Art und Weise der Beantragung durch die Hersteller. Das DIBt kämpfe hier mit unvollständigen Anträgen oder solchen, die kurzfristig verändert werden, was eine komplette Neusichtung nötig mache.

Um hier die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Prüfungsstelle zu verbessern, einigte man sich auf ein Gespräch zwischen FEB- und DIBt-Vertretern noch in diesem Jahr, um sich auszutauschen und eine gemeinsame Arbeitsgruppe zu bilden. "Das Ziel muss sein, beiden Seiten - Ihnen als Zulassungsstelle und uns als Antragsteller - die Arbeit zu erleichtern", formulierte Martin Thewes das gemeinsame Interesse.
jochen.lange@snfachpresse.de

Kommentar von Jochen Lange

Transparenz geht anders


Der Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge (FEB) vermeldet traditionell keine realen Zahlen zu den Absätzen seiner Mitglieder. Das ist meiner Meinung nach keine gute Tradition. Mit ihr muss für diejenigen Produktgruppen, bei denen es kartellrechtlich zugelassen ist, gebrochen werden. Denn es gibt aus meiner Sicht gewichtige Gründe, die Zahlen zu veröffentlichen.

Erstens: das Thema der eigenen Glaubwürdigkeit. Der Verband hat sich nämlich in seinem im vergangenen Jahr vorgestellten Leitbild selbst zu transparentem Handeln verpflichtet. Offiziell möchte man auch "allen Marktbegleitern mehr Transparenz und Informationen bieten". Das tut der FEB aber nicht, wenn die Öffentlichkeit lediglich einmal im Jahr Tendenzen über die Absätze der einzelnen Produktgruppen in Form von "Pfeil runter" oder "Pfeil hoch" erfährt sowie die prozentualen Veränderungen in den drei deutschsprachigen Märkten.

Zweitens: Einem modernen Verband, welcher der FEB zweifelsohne ist, stünde es gut zu Gesichte, die konkreten Absatzzahlen Kund zu tun. Das würde tatsächlich allen Marktbegleitern helfen und nicht nur den im FEB organisierten Unternehmen.

Gerade im Hinblick auf die unübersichtliche Datenlage bei Designbelägen zum Klicken könnte der FEB durch mehr Transparenz Abhilfe schaffen. Diese Produkte fließen momentan sowohl in die Absatzstatistik des FEB als auch in die des Verbands der mehrschichtig, modularen Fußbodenbeläge (MMFA) ein - letzteres übrigens in Form von realen Zahlen. Dieser Zustand der Doppelmeldungen verzerrt das Marktbild ungemein und ist das Gegenteil von Transparenz.


FEB Daten und Fakten


Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e.V.
Jahnstraße 57
48147 Münster
Tel.: 02 51 / 87 14 91 47
Fax: 02 51 / 87 14 91 48
info@feb-ev.com
www.feb-ev.com

Vorsitzender: Ivo Schintz
Schriftführer und stv. Vorsitzender: Olivier Bossuyt
Schatzmeister: Oliver Kluge
Geschäftsführer: Hans Joachim Schilgen

Mitglieder (12):
-Altro
-Amtico
-Armstrong DLW
-Debolon
-Dunloplan
-Forbo Flooring
-Gerflor Mipolam
-IVC
-Objectflor
-Project Floors
-Tarkett
-Windmöller

Austritte 2015:
- Beaulieu International Group

Fördermitglieder (22):
-Ardex
-BASF
-Messe München International (BAU)
-CC-Dr. Schutz
-C/R/O/
-Deutsche Messe (Domotex)
-Döllken-Weimar
-Eurofins
-FN Neuhofer Holz
-Forbo Erfurt
-Lott-Lacke
-Magiglide
-Mapei neu
-Herbert Olbrich
-Carl Prinz
-Sandvik TPS neu
-Saueressig Design Studio neu
-Schönox
-Silfox
-TFI
-Ungricht
-Uzin

aus BTH Heimtex 04/15 (Wirtschaft)