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Die Trends im Herbst 2015

Alles, nur nicht langweilig


Die Herbstmode und die Wintertrends werden spannend und sind geprägt von Gegensätzen. "Alles, nur nicht langweilig" lautet das Motto bei den neuen Stoffkreationen. Poppig bunte Sixties-Motive treffen auf düstere Gothic-Muster, clean-puristische Entwürfe mit raffinierten edlen Dessinierungen auf hippieartige Dessins mit Farben aus den 70ern. Im Trend liegen Non-Colours, pudrige helle Pastelltöne, aber auch Knallfarben. Absolut angesagt sind Dessins und Strukturen aus der Natur.

Farben

Farblich gibt es diesen Herbst zwei gegenläufige Trends: gedeckte Töne auf der einen, expressive Farbigkeit auf der anderen Seite.

Zu sehen sind pudrige und Pastelltöne bis hin zu Non-Colours: neutrale Töne mit naturiger Anmutung, Grau, Wollweiß bis Cremefarben, Naturleinentöne sowie morbide Grüntöne und Aqua, Wasser- und Jeansblau. Wichtig: die neuen Gelbtöne von Curry über Senf bis hin zu sanften Pastells und Limone. Lichte Kolorits wie Sand, Beige und Greige werden ergänzt durch eine breite Variation dunklerer Grautöne. Die Non-Colours und Naturfarben werden gerne mit diversen Rottönen in neuer Interpretation kombiniert: Rostrot und Ziegel, Tomate bis Marsala-Nuancen, Koralle, grelles Scharlach- über fruchtiges Kirschrot, leuchtendes Orange bis hin zu tiefem Weinrot, Rosenholz und blassem Rosé. Altrosa präsentiert sich sehr modern und im Zusammenspiel mit Anthrazit und der trendigen Modefarbe Marsala überraschend erwachsen. Rot wirkt besonders edel, wenn man dunklere und hellere Nuancen miteinander kombiniert. Gerne wird auch mit Blau - Nacht-, Azur- oder Denimblau - kombiniert. Dies besonders bei sehr geradlinigen skandinavischen Stil.

Den Gegenpart bilden frische und intensive, geradezu explodierende Farben mit Gelb- und Okker-Variationen, oft kombiniert mit Grau. Blau, Indigo und Violett sind ebenfalls en vogue. Freches fluoreszierendes Grün, Pistazie, Apfel und Oliv-Töne geben einen dynamischen Touch. Metallictöne wie Kupfer und Aluminium bekommen durch zartes Grün eine gewisse Frische. Ansonsten ist die Kombination aus kühlem Braun und Grau sehr modisch. Für die wachsende Vielseitigkeit der Farbe Orange wurde die Palette um strahlende sowie scharfe, sattere und goldenere Nuancen erweitert.

Material

Passend zum Naturlook zeigen sich Inbetweens mit Leinencharakter, matte Batiste, Dekos im Baumwoll-Look mit Streifen und stilisiert floralen Motiven bedruckt oder gewebt. Flachs, Baumwolle und Mischgewebe bestimmen die Materialien. Naturmaterialien werden mit Polyester gemischt, um eine höhere Funktionalität zu erzielen: In der Optik natürlich und dabei pflegeleicht.

Edler Metallschimmer, Platin, Silber, Gold und Kupfer sorgen für dezenten Glanz. Kupfer setzt zwischen matten und textilen Oberflächen einen schönen glänzenden Akzent.

Vielfach entstehen die Muster aus dem Zusammenspiel von unterschiedlichen Garnqualitäten und Veredlungen, wobei innovative Garne eine immer größere Rolle spielen. Interessante Strickereientwicklungen aus Trevira CS folgen dem aktuellen Trend nach Handwerklichkeit und bieten neuartige Stoffkonstruktionen für Gardinen, Vorhänge, Kissen und Sitzbezüge.

Auch in der Home-Fashion wird’s zur kalten Jahreszeit kuschliger: Fellige, wollige, samtige Oberflächen oder starke Strukturen bekommen elegante oder ethnische Akzente; sei es durch metallischen Glanz in Silber-, Gold-, Messing- und Kupfertönen oder durch reduzierte oder sehr kleine Dessinierungen, die Aufmerksamkeit erwecken.

Unaufdringliche oder gar unauffällige Klassiker bleiben die Topseller. Starke Strukturen bekommen elegante oder ethnische Akzente – sei es durch metallischen Glanz oder durch natürliche Optiken. Heco
Farbenprächtige Schmetterlinge und Papageien zeigt Mardi Gras von Prestigious Textiles.
Innovative Qualitäten aus Trevira CS in trendiger Strickoptik für Fenster und Sitzmöbel von Giorgio Piovano
Von der Natur inspiriert. Renz Wohndesign Rüger

Muster

Grafische Blumenmuster in malerischer Darstellung, mit Wasserfarbeneffekten und oftmals auch als Digitaldruck, weiche Blumengewebe sowie Oberflächen wie ausgetrocknete Erde oder Baumrinden gehören in diesem Hebst einfach dazu. Unis oder Faux-Unis mit grafischen Mustern geben sich unaufgeregt. Besondere Highlights sind Feder-Motive aus der Mode und Faux-Unis mit grafischen Mustern inklusive Schriftmotiven all-over.

Bei den Mustern gibt es ein Revival von geometrischen Themen - sowohl in klassischen wie modernen Kollektionen. Die geometrischen Musterungen kreieren optische Illusionen und bevorzugen Ikat und Mandalas. Retro-Themen und Vintage Chic sind fast überall dabei. Nicht fehlen dürfen neue Interpretationen von ornamentalen und grafischen Mustern.

Handwerk und Tradition sind wichtige Impulsgeber. Markante Wabenstrukturen, dicke Noppen und dreidimensionale Strukturen - vielfach durch Schrumpfoptiken entstanden - wirken wie handgefertigt. Ausgefallene Webtechniken lassen Origami-Fältelungen entstehen. Strukturen sind vielfach eher abstrakt, weniger konkret. Viele Dessins zeigen Patina- und Antik-Effekte.

Digitaldruck bietet grenzenlose Designvielfalt, darunter besonders fein ausgearbeitete Reliefs mit plastischer Wirkung. Die moderne Drucktechnik eröffnet ein interessantes Marktsegment mit zweistelligen Wachstumsraten.

Möbelstoffe

Den einen Trend gibt es nicht, weder hinsichtlich Uni- und Strukturstoffen noch mit Blick auf die Farben. Einerseits sind die Kolorits naturig und gedämpft, andererseits bunt. Wobei das Bunte hauptsächlich als Accessoire zum Einsatz kommt, für Kissen oder Plaids oder auch im Karavan-Bereich in der Kombination mit Unis verwendet wird. Insgesamt sind die Farben gedeckter, nicht mehr so klar oder grell, sondern eher mit Grau abgetönt, wenn auch noch nicht unbedingt pastellig. Dabei entwickeln sich Rottöne in allen Variationen von Orange bis Himbeere zum Eyecatcher.

Angesagt sind dezente bis gröbere Strukturen in Vintage-Optik sowie interessante 3D-Optiken. Noch immer im Trend liegen Stil- und klassisch orientierte Kollektionen. Im Süddeutschen ist Landhaus in allen Nuancierungen nach wie vor ein Renner.

Mit der Kollektion Vintage setzt Höpke auf den Herbstmessen den Schwerpunkt auf den Shabby Look. Unter der Bezeichnung Soft used bietet Munzert handwerkliche Musterungen. Dieser Used Look wird über die Bindungstechnik und die Kombination mit Farbigkeit simuliert und bietet weiche Qualitäten mit schönem Volumen und einem fast wolligen Charakter - als reiner All-over, mit etwas Struktur oder mit Muster, etwa als Zickzack.

aus BTH Heimtex 10/15 (Deko, Gardinen, Sonnenschutz)