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Interessengemeinschaft der Schweizerischen Parkettindustrie (ISP)

Gute Beschäftigungslage, aber Preisverfall


Auf der 46. Generalversammlung der Interessengemeinschaft der Schweizerischen Parkettindustrie (ISP) standen der Verlauf des Geschäftsjahrs 2014 sowie die aktuelle Markt- und Preisentwicklung im Vordergrund. Berichte über neue Normen und Schadensfälle ergänzten die Tagesordnung. Die ISP zählte über 110 Teilnehmer, die nach Lyss gekommen waren.

In der Schweiz wurden 2014 laut ISP-Statistik etwas über 1,75 Mio. m2 Parkett hergestellt. Die Außenhandelsstatistik meldet darüber hinaus einen Import von 6,45 Mio. m2 und einen Export von knapp 2,1 Mio. m2. Produziert wurde vor allem Mehrschicht-Fertigparkett. 1,691 Mio. m2 waren es 2014. Massivparkett erlebte einen minimalen Aufschwung auf 47.500 m2, während Mosaik- und Lamparkett mit nur noch 15.400 m2 deutlich gesunken sind.

Beim Verbrauch ist Mehrschichtware nach ISP-Schätzung mit 83,6 % am Kuchen beteiligt. Mosaik- und Lamparkett belegen immerhin noch 12,6 % (Vorjahr 13,4 %) und Massivparkett ist mit 3,8 % (Vorjahr 3,6 %) ein wenig populärer geworden. Insgesamt haben alle ISP-Mitglieder im vergangenen Jahr einen um 2,2 % gesteigerten Absatz von gut 3,31 Mio. m2 erzielt. Der Anteil am Inlandsverbrauch wird dabei auf 53,2 % beziffert. Die Lagerbestände zum Jahresende lagen bei 639.000 m2.

Preisverfall geht weiter

Den Ausblick für die Schweizer Parkettbranche beschreibt ISP-Geschäftsführer Bernhard Lysser mit ähnlich pessimistischen Worten wie in den vergangenen Jahren: Die Preise würden weiter fallen, aber die Leistungsanforderungen in Bezug auf Produkthaftung, Gewährleistungen, Leistungserklärungen, Herkunftsdeklarationen und mehr würden steigen.

Besorgt äußerte sich auch ISP-Präsident Bruno Durrer über die Abwärtsspirale dringend notwendiger Erträge. Trotzdem, so der Präsident, habe sich Parkett die letzten Jahre zumindest volumenmäßig sehr gut geschlagen. "Zwar mussten wir 2014 einen kleinen Rückgang von 3 % verkraften, dies aber wohlgemerkt auf sehr hohem Niveau." Die Gruppe Produktion und Handel hat sogar wieder einmal besser abgeschnitten und konnte ihren Marktanteil im vergangenen Jahr 2014 um knapp 3 % erhöhen. Die Gruppe Verlegung und auch die gesamte übrige Parkettverlegerbranche waren gut bis sehr gut ausgelastet.

ISP Interessengemeinschaft der Schweizerischen Parkett-Industrie
Im vergangenen Jahr hat die ISP 17 neue Mitglieder aufgenommen.

Mehr Mietwohnungen

Die Wohnungsneubautätigkeit habe ihren Höhepunkt längst erreicht; der Wohnungsmix habe sich strukturell seit einigen Jahren zugunsten von Mietwohnungen geändert. "Es wird erwartet, dass sich diese Verschiebung 2015 wie auch 2016 zu Lasten des Segments Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen noch verstärken wird. Dieses Segment weist seit 2011/12 eine rückläufige Quote von rund 13 % auf anhand der Baubewilligungen für das Jahr 2015 kann hier nochmals ein Rückgang von ca. 12 % prognostiziert werden."

Neue Normen und Schadensfälle

Über technische Änderungen und Probleme berichtete Lysser. So habe der in Baunormen tonangebende Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) seit Juli 2014 mit seiner Norm 180 die Anforderungen an Wärmeschutz, Feuchteschutz und Raumklima in Gebäuden neu geregelt. Zudem wurden mit der Norm 382/1 Grundlagen und Anforderungen für Lüftungs- und Klimaanlagen aufgestellt. Das betrifft auch den Holzfußboden. "Unmissverständlich", so Lysser, werde eine relative Raumluftfeuchte von 30 bis 70 % vorgeschrieben, bezogen sich auf eine Höhe über dem Meer von 800 m. Geht es weiter nach oben, darf 1 % pro 100 m abgezogen werden. Auf einer Höhe von 1.800 m sollte also in der Schweiz eine Raumluftfeuchte von 20 bis 60 % herrschen.

Probleme gebe es zunehmend mit beheizten Fußbodenkonstruktionen. Die nationale Energieverordnung begrenzt bereits 2008 die Vorlauftemperatur von Fußbodenheizungssystemen auf 35 Grad C. Dies werde oft nicht beachtet. Schadensträchtig sei auch ein Bodensanierungssystem mit integrierter Lastverteilschicht und Trittschalldämmung, das nur 25 mm Gesamthöhe aufweist. Massive Laubholzdielen auf einer solchen Konstruktion verlegt - das fällt für Lysser unter die Überschrift "Projekte von Fachunkundigen". In diese Kategorie fallen auch Massivparkett auf Fermacell und 27mm-Dielen auf 22 mm dicken OSB-Platten.

aus ParkettMagazin 05/15 (Wirtschaft)