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Jubiläum in Goch: 125 Jahre Carl Prinz

Mit umfassenden Investitionen die Zukunft sichern


Familiengeführte Unternehmen, die auf eine erfolgreiche Geschichte von 125 Jahren zurückblicken dürfen, sind rar gesät. Carl Prinz in Goch, einer der europaweit führenden Hersteller von Profilsystemen, Sockelleisten, Unterlagen und weiterem Verlegezubehör, reiht sich im Herbst in diesen erlesenen Zirkel ein. Geschäftsführerin Katharina Prinz sieht das Jubiläum als Zwischenstation und zugleich als Beginn eines neuen Kapitels der Unternehmensgeschichte, an dessen Anfang weitere umfassende Investitionen stehen. "Kraftvoll in die Zukunft" heißt es bei Prinz. Die Weichen sind gestellt.

Erwartet werden rund 400 Gäste - Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Freunde des Unternehmens, Branchenexperten, Pressevertreter und Honoratioren der Stadt Goch. Den Festakt wird WDR-Moderatorin Steffi Neu begleiten, unter anderem mit einer Gesprächsrunde, an der Andreas Ridder (Geschäftsführer Holzland), Prof. Dr.-Ing. Alexander Klein (Hochschule Rhein-Waal), Hans-Josef Kuypers (Wirtschaftsförderer des Kreises Kleve) und Katharina Prinz teilnehmen.

Kaufmann Carl Prinz gründete 1890 eine Großhandlung für Innendekoration aus Messinggussartikeln sowie Treppen- und Gardinenstangen und legte damit den Grundstein für das heute knapp 100 Mitarbeiter starke Unternehmen. Die weitere Ausrichtung oblag seinem zweitjüngsten Sohn Walter Prinz. Er führte in den 1920er Jahren die erste Fertigungsstraße für Messingprofile ein. Joachim W. Prinz, der das Ruder 1965 übernommen hatte, gab dem weiteren Firmenaufbau klare Konturen und konzentrierte die Aktivitäten vollends auf die Produktion hochwertiger, leistungsstarker Produkte.

Neue Bodenbeläge befeuern das Profilgeschäft

Mit dem Aufkommen neuer Bodenbeläge wie Fertigparkett und Laminat Mitte der 1980er Jahre erfuhr das Profilgeschäft einen großen Schub. Seither hat Prinz eine Fülle von Produkten zum Patent angemeldet und hält heute eine Reihe von Europa-Patenten. Mit der richtigen Nase für Trends und im engen Dialog mit Handel und Handwerk hat Prinz im Laufe der Jahre sein Portfolio noch moderner, zukunftsweisender und attraktiver gestaltet. Dazu trug 2009 auch die Akquisition des Unterlagen-Spezialisten Protect Floor bei. In nur sechs Jahren entwickelte sich das Geschäft mit Trittschalldämmungen und Parkettunterlagen zu einer profitablen zweiten Sparte.

Carl Prinz GmbH & Co. KG
Inzwischen steuert die vierte Generation um Geschäftsführerin Katharina Prinz (4. v. l.) die Geschicke des Profilsystemspezialisten. Außerdem auf dem Bild: (v. l.) Mutter Karin Prinz, Vater und Geschäftsführer Joachim W. Prinz, Nichte Charlotte, Schwager Thomas Prinz, Nichte Friederike und Schwester Bettina Prinz.
Carl Prinz GmbH & Co. KG
Das Logo zum 125-Jahr-Jubiläum.

Parallel hat sich Prinz aktuell besonders auf den Wachstumsmarkt der Designbeläge konzentriert. Inzwischen von Geschäftsführerin Katharina Prinz und somit in der vierten Familiengeneration gesteuert, hat das Unternehmen ein breites Programm an Profilsystemen für dieses spezielle Marktsegment entwickelt. Es umfasst insgesamt 50 verschiedene Abschluss-, Rampen-, Dehnfugen- und Wandanschlusstypen, diverse Übergangsprofile, Treppenkantenprofile und Innenwinkel sowie zugehörige Sockelleisten und passgenaues Zubehör. Im Herbst 2013 ergänzte der Hersteller sein Angebot zudem um Profile, Profilsysteme und Produkte für keramische Fliesen und Steinfußböden. Damit wurde Prinz in diesem Segment zum Komplettanbieter.

Investitionen in allen Bereichen

"Selbstverständlich blicken wir mit großer Freude und auch einem gewissen Stolz auf die letzten 125 Jahre zurück", sagt Katharina Prinz. "Aber grundsätzlich ist unser Blick immer nach vorne gerichtet. Deshalb müssen wir kreativ und immer bereit zum Wandel bleiben." Das gilt im Hinblick auf neue, Nutzen steigernde Produkte ebenso wie für den Service. Speziell hier plant Prinz einen neuen Web-Auftritt, der im Oktober fertig sein soll. Ziel ist es, Kunden noch umfangreicher zu informieren und zu unterstützen.

Parallel zu diesen äußerlich sichtbaren Optimierungen laufen intern eine Reihe von Verbesserungsprozessen ab, beispielsweise wird ein neues Produktionssystem nach Lean Management-Kriterien eingeführt. Darüber hinaus plant Prinz für das kommende Jahr erneut bauliche Erweiterungen.

aus ParkettMagazin 05/15 (Wirtschaft)