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Interface Deutschland: 3 Fragen an Vertriebsleiter Nils Rödenbeck

"Projekte wickeln wir partnerschaftlich mit Objekteuren und Großhändlern ab"


Der allgemeine Trend zur Modularität bei Bodenbelägen beflügelt die Absatzzahlen von Teppichfliesen in Deutschland. Das spürt auch Weltmarktführer Interface: Die deutsche Tochter in Krefeld verzeichnete 2014 einen Umsatzrekord. Vertriebsleiter Nils Rödenbeck gab Auskunft über die technischen Besonderheiten von textilen Fliesen.

FussbodenTechnik: Sie hatten sich in der Vergangenheit mehr Wettbewerber auf dem Teppichfliesen-Markt in Deutschland gewünscht, um das Produkt stärker in den Fokus zu bekommen. Mittlerweile ist modularer textiler Bodenbelag in Form von Fliesen und Planken ein Trend geworden, dem immer mehr Hersteller folgen. Ist damit Ihr Wunsch in Erfüllung gegangen?

Nils Rödenbeck: Grundsätzlich finde ich es gut und hilfreich, wenn die Teppichfliese beziehungsweise der modulare textile Bodenbelag präsenter wird. Und ich kann bestätigen, dass sich hier in den vergangenen 15 Monaten viel getan hat. Zahlreiche Wettbewerber forcieren die Vermarktung von Teppichfliesen und -planken. Andererseits reagiert der Markt auch auf die Stärken dieser Art textilen Bodenbelags. Wir profitieren sicherlich davon, dass das Thema Modularität ein großer Trend bei Bodenbelägen im Allgemeinen ist - z.B. auch bei elastischen und Hartbelägen.

Entscheidend ist aber immer, dass die textilen Produkte, die jetzt modular angeboten werden, über ein so hohes Qualitäts- und Leistungsniveau verfügen, dass sie das Image der Teppichfliese fördern. Die Reklamation einer Teppichfliese - egal von welchem Hersteller - wiegt für uns als Spezialist schwerer als für einen Hersteller von klassischer Bahnenware, der auch Teppichfliese macht. Das verunsichert den Markt gegenüber dem Produkt Teppichfliese. Deswegen ist es für uns absolut entscheidend und von höchster Bedeutung, dass Teppichfliesen aus unserem Hause zu 100 % in allen Belangen funktionieren, damit der Markt insgesamt Vertrauen bekommt in das System Teppichfliese.

FT: Gibt es denn wesentliche Unterschiede in der Herstellungsweise, die für das Funktionieren einer Teppichfliese entscheidend sind?

Interface Deutschland GmbH
Nils Rödenbeck (36) ist gebürtiger Ostwestfale und arbeitet seit 2007 bei dem amerikanischen Teppichfliesen-Weltmarktführer Interface.

Rödenbeck: Der Tuftingprozess einer normalen Teppichfliese ist logischerweise vergleichbar mit dem für eine Bahnenware, denn damit beginnen beide Produkte. Der Unterschied liegt in der Rückenbeschichtung. Wir als Teppichfliesen-Spezialist sind durch unser über Jahrzehnte gesammeltes und immer wieder verfeinertes technisches Know-how in der Lage, die Spannungen aus dem Tuch zu bekommen. Damit erreicht unsere Teppichfliese die hohe Dimensionsstabilität, die für die lose Verlegung nötig ist.

In diesem Kontext ist zu erwähnen, dass wir ausschließlich in 2 m Breite tuften, weil wir festgestellt haben, dass die Spannungen in einer 4-m-Ware zu hoch sind und die Maßstabilität dann unserem Anspruch nicht genügt. Das ist unser Kapital und Know-how, mit dem wir uns seit den 1950er-Jahre beschäftigen.

FT: In welchen Vertriebskanälen ist Interface in Deutschland hauptsächlich aktiv?

Rödenbeck: Wir fokussieren uns auf drei Kundengruppen: Architekten und Designer, Endkunden bzw. Key-Accounts sowie Objekteure und Großhändler. Die Zusammenarbeit mit den Architekten und Designern haben wir seit 2007 aufgebaut und intensiviert. Heute sind wir im Projektgeschäft sehr gut aufgestellt. Das Besondere: Dieses Projektgeschäft wickeln wir immer partnerschaftlich mit unseren Objekteuren und Großhändlern ab und beziehen sie so frühzeitig mit ein. Von diesem Vorgehen profitieren unsere Partner, und mittlerweile hat sich das auch in der Branche herumgesprochen.

aus FussbodenTechnik 05/15 (Normen)