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Holzring

Workshop über Einsatzbereiche von Tischlerplatten


Ein moderierter Workshop und Erfahrungsaustausch gehört zu den zentralen Dienstleistungen der Holzring-Kooperation. Im Rahmen dieses Wissenstransfers kommen die Führungskräfte aus dem Ein- und Verkauf der Mitgliedsunternehmen mehrmals im Jahr zusammen. Auf der Tagungsordnung des Sortimentsarbeitskreises Holzwerkstoffe, der im Juni 2013 unter Leitung von Holzring-Produktmanagerin Claudia Hoffmann in Fulda stattfand, standen die Marktsituation bei Holzwerkstoffen in Deutschland, insbesondere bei Tischler- und Sperrholzplatten, sowie die Umsetzung des neuen Holzhandelsicherungsgesetzes. Mit Dr. Gerald Koch vom Thünen-Institut für Holzforschung sowie Rainer und Bernd Schonlau, Geschäftsführer der SWL Tischlerplatten Betriebs-GmbH, hatte die Kooperation versierte Referenten gewonnen.

Das seit März 2013 gültige Holzhandelsicherungsgesetz greift. So werde das Thünen-Institut für Holzforschung seitens des Handels seitdem verstärkt mit Holzarten-Bestimmungen beauftragt, berichtete Dr. Koch. Auch seien die ersten vom Thünen-Institut ausgebildeten Kontrolleure im Handel unterwegs, um die Legalitätsnachweise von Einfuhren zu prüfen. Holzring-Produktmanagerin Hoffmann wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Kooperationszentrale für die Mitglieder einen Leitfaden erarbeitet hat, mit dessen Hilfe die Holzhändler sich schnell und effizient auf eine solche Prüfung vorbereiten können. Bei bereits durchgeführter Prüfungen hat sich dieser Leitfaden als überaus praktikabel erwiesen.

Unter dem Druck der zunehmenden Importe aus Osteuropa bei gleichzeitigem Rohstoffmangel und hohen Herstellungskosten ist die Produktion von Tischlerplatten in Deutschland stark rückläufig: von rund 200.000 m im Jahr 2000 auf weniger als 50.000 m im Jahr 2012. Diese Entwicklung bedeutete für fünf einheimische Hersteller das Aus, so Claudia Hoffmann in ihrem Marktüberblick. Wie man sich mit Erfolg in einem hart umkämpften Markt behauptet, das erläuterten Bernd und Rainer Schonlau anschließend in ihrem Vortrag "Der Klassiker Tischlerplatte erfindet sich neu". Das Unternehmen aus Langenberg in Westfalen ist der letzte verbliebene Hersteller von Stab- und Stäbchenplatten in Deutschland. "Wir haben die ersten Anzeichen von Rohstoffknappheit in Deutschland ernst genommen und frühzeitig durch eine überlegte Standortpolitik mit Verlagerungen ins Ausland gegengesteuert", betonten die beiden Geschäftsführer.

Gleichzeitig seien die Veredelungsstufen in den deutschen Standorten erhöht worden. Dadurch könne in Kundennähe weiter intensiv an innovativen Produkten gearbeitet werden. So gehören zum SWL-Sortiment neben den klassischen Platten mit verschiedenen Deckschichten sowie dekorativen Beschichtungen heute auch Spezialprodukte. Dazu zählen Brandschutzplatten für öffentliche Gebäude, B1-Platten nach DIN EN 13501-1 für den Einsatz im Schiffs- und Schienenbau sowie im Automotive-Sektor. Weitere Ausführungen haben Schallschutz oder Wärmedämm-Funktion.

Der Holzring Handelsgesellschaft mbH für Holz, Platten und Baustoffe
Claudia Hoffmann, Holzring-Produktmanagerin Holzwerkstoffe, moderierte den Workshop.
Der Holzring Handelsgesellschaft mbH für Holz, Platten und Baustoffe
Dr. Gerald Koch, Leiter der wissenschaftlichen Holzsammlung des renommierten Thünen-Instituts für Holzforschung in Hamburg, berichtete über die Umsetzung des neuen Holzhandelssicherungsgesetzes.

Zukunftschancen eröffnen sich auch für Leichtbauplatten, die aufgrund der einzigartigen Eigenschaften wie hohe Stabilität bei geringem Gewicht gleichermaßen für den Einsatz im Möbel- und Innenausbau sowie im Caravan-, Messe-, Theater- und Yachtbau optimal geeignet sind. Ein weiteres Wachstumsfeld für die Stab- und Stäbchenplatten sieht Schonlau in ökologischen Produkten aus nachhaltiger Forstwirtschaft für sensible Einsatzbereiche.

Erfolgreiche Kooperationsarbeit

Wie die Entwicklung der regelmäßigen Quartalsabschlüsse verdeutlicht, konzentrieren sich die Holzring-Gesellschafter beim Einkauf verstärkt auf die Aktivitäten der Zentrale. Holzwerkstoffe sind mit weit über 40% Umsatzanteil das stärkste Sortiment im Holzring. 2012 wurden über 100.000 m. Auch im laufenden Jahr profitieren sowohl Gesellschafter als auch die Lieferanten von dieser koordinierten Mengenbündelung, die der Industrie Planungssicherheit und optimalen Ressourceneinsatz ermöglicht und den Händlern im Holzring attraktive Einkaufsmöglichkeiten eröffnet.

aus Parkett im Holzhandel 04/13 (Marketing)