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Verlegewerkstoffe für Designbeläge 2016 im Fokus

Staubarme Öffnung von Spachtelmassen dank Ripper


Nachdem für Uzin 2015 das "Parkettjahr" war, mit Umsatzsteigerungen im Parkettklebstoffsortiment von rund 10 %, setzen die Ulmer ihren Fokus nun auf Designbeläge. Neben der Neuformulierung des faserarmierten Nassklebstoffs Uzin KE 66, der den Zusatz "Neu" erhält, wird Uzin zur Domotex in Hannover seine bewährten Trockenkleber in den Mittelpunkt stellen. Weitere Themen bei der Uzin-Jahrespressekonferenz in Stuttgart waren das Zubehörprodukt Uzin Ripper, Aufbauempfehlungen mit dem Bodennavigator und die praktische Cube-Kartonverpackung für Grundierungen.

Seit mehr als 18 Jahren ist er der Garant im Uzin-Sortiment für die Klebung von Kautschuk- und PVC-Belägen: der Kleber Uzin KE 66. Für die Ulmer war es an der Zeit, die Rezeptur des faserarmierten Nassbettklebstoffs zu modernisieren, um diesem verbesserte Eigenschaften mitzugeben. Vor allem war eine längere Einlegezeit gewünscht, die jetzt mit 20 Minuten (bisher 10) gewährleistet ist. Das bedeutet eine größere Sicherheit für den Verarbeiter gerade bei Bahnenware oder bei der Verlegung unter wärmeren klimatischen Bedingungen.

Durch den Einsatz moderner Rohstoffe, insbesondere einer neuen Faserzusammensetzung, sei es Uzin gelungen, ein noch einfacheres Auftragen zu ermöglichen. Bei Belägen mit sehr glatten Rücken ist nun auch die sparsame TKB-Zahnung A1 möglich. Ein "Auskämmen" von Fasern brauche man selbst bei geringem Klebstoffauftrag nicht zu erwarten. Wie bisher ist der Klebstoff emissionsarm eingestuft (Blauer Engel, EC 1 Plus).

Im Rahmen des ausgerufenen Jahrs der Designbelagsverlegung will Uzin auf der Domotex 2016 (16. bis 19. Januar) seine Trockenkleber Sigan Elements und Sigan Elements Plus hervorheben. Die Klebstoffe mit Spezialklebefolie basieren auf dem gleichen Prinzip wie die bekannten Sigan-Produkte. Die zusätzliche Metallverstärkung sorge für eine maßstabile Klebung. Die Besonderheit bei allen Produkten der Sigan-Familie ist die rückstandsfreie Entfernung des verlegten Belags und der Spezialklebefolie, so die Ulmer. Auch bei den neuen Elements-Produkten solle dies selbst nach Jahren der Nutzung möglich sein.

Ripper sorgt für Staubarmut

In Stuttgart stand außerdem das Zubehörprodukt "Uzin-Ripper" im Mittelpunkt, an dessen Entwicklung Dr. Norbert Arnold, Leiter der Sortimentsentwicklung, beteiligt war: "Unser Ziel ist es seit jeher, das Arbeitsfeld des Bodenlegers so freundlich und ergonomisch wie möglich zu gestalten. Wir verfolgten deshalb die Idee, mittels eines Werkzeugs die Öffnungstechnik von Trockenmörtelsäcken neu zu erfinden", erklärt Dr. Arnold. Der Ripper wird auf den Spachtelmasseneimer aufgesetzt. Um beim Einfüllen des Pulvers nicht so viel Staub aufzuwirbeln, lässt der Verarbeiter seinen Sack auf die "Schneidezähne" des Rippers fallen, sodass das Pulver nach unten in den Eimer fällt und der Sack selbst die Funktion eines Deckels übernimmt. Uzin will damit nicht dem Weg folgen, durch die Zumischung von Öl für Staubarmut zu sorgen, weil dieser Lösungsweg nicht besonders nachhaltig sei. Fakt ist: Der Ripper verringert die Staubbildung, aber ganz verhindern kann er sie nicht, wie die Vorführung in Stuttgart zeigte.

Allerdings ist der gesamte Arbeitsvorgang mit dem Ripper rückenschonender als bisher. Das Vornüberbeugen beim Ausschütten des Sacks entfällt, da er auf den Eimer aufgelegt und an den Seiten nach oben geklappt wird. Messungen der Berufsgenossenschaft Bau haben gezeigt, dass die Ripper-Methode ähnliche Staubwerte liefert wie über synthetische Additive entstaubte Produkte. Daher wird sie auch von der Berufsgenossenschaft unterstützt. Dr. Arnolds Motivation für die Neuentwicklung ist ganz einfach: "Wir wollen dem bodenlegenden Handwerk ein Angebot machen, dem Staub mit einfachen Mitteln zu begegnen."

Uzin Utz AG
Dr. Norbert Arnold (Leiter Sortimentsentwicklung Uzin) und Michael Abraham (neuer Uzin-Vertriebsleiter D/A) demonstrierten die staubarme Wirkung des Rippers, mit dem sich Spachtelmassensäcke öffnen lassen.
Uzin Utz AG
Mit dem verbesserten faserarmierten Nassklebstoff Uzin KE 66 Neu lassen sich Kautschuk- und PVC-Beläge mit einer Einlegezeit von 20 Minuten komfortabel verlegen.

Grundierungen im Karton

Uzin-Marketingleiter und Brandmanager Alexander Magg stellte eine interessante Verpackungsform für Grundierungen vor, die man von großen Apfelsaftverpackungen kennt. "Cube it simple" ist ein sehr stabiler, wiederverschließbarer Kunststoffbeutel mit einer Umverpackung aus Karton, der sich leicht entleeren und platzsparend entsorgen lässt. Die neue Kartonverpackung ist robust, bietet eine hohe Transportsicherheit und gewährleistet eine einfache Handhabung. Die Grundierungen im Cube lassen sich sehr schnell und gluckerfrei entleeren, was vor Materialspritzern schützt.

Zudem kann der Verarbeiter die Verpackung durch Ausdrücken des Kunststoffbeutels vollständig entleeren. Durch den flächigen Umkarton lässt sich der Cube ideal stapeln. Ab Januar 2016 werden die Grundierungen PE 360 Plus, PE 260 und Uzin Terraprimo (alle 10 kg) auf die neue "Cube"-Verpackung umgestellt.
Uzin-Bodennavigator gibt Aufbauempfehlungen

Neu ist auch ein digitales Beratungstool: Mit dem Bodennavigator will Uzin das bodenlegende Handwerk ansprechen, das eine schnelle und umkomplizierte Aufbauempfehlung benötigt. "Es soll aber auch eine Hilfe für unseren Außendienst und unsere Handelskunden bei der Erstellung von Aufbauempfehlungen sein", berichtet Magg. Bei den in der Aufbauempfehlung genannten Produkten ist automatisch das hinterlegte Produktdatenblatt verlinkt. Das Tool soll künftig in die Uzin-App integriert werden, im Moment findet man es auf der Herstellerhomepage.

Uzin ist dabei, weitere nützliche Tools zu entwickeln. Es soll zukünftig auch möglich sein, dass man einen Untergrund fotografiert, damit die Anwendungstechnik eine Verlegeempfehlung aussprechen kann. "Wir müssen neue Möglichkeiten schaffen, wie wir Informationen an unsere Kunden transportieren", erklärte das künftige Uzin-Vorstandsmitglied Beat Ludin. "Der persönliche Service wird bei Uzin immer groß geschrieben werden, aber wir müssen uns auch den neuen technischen Möglichkeiten anpassen", so Ludins Marschroute.

aus FussbodenTechnik 01/16 (Wirtschaft)