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Homag Group

Neue Vertriebs- und Servicegesellschaft bündelt Maschinenangebot


Die Homag Group, Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen und Fußbodenprofilieranlagen, rückt ihrem Ziel, eine einheitlich straffe Organisationsstruktur aufzubauen, immer näher. Unter dem neuen Geschäftsführer Pekka Paasivaara wurde nun die Homag Deutschland gegründet, eine Vertriebs- und Servicegesellschaft, die unter dem Leitgedanken "One Homag" die gesamte Maschinentechnik der Gruppe von Bütfering (Schleifen) über Friz (Ummantelung) und Holzma (Zuschnitt) bis Weeke (Bohren) aus einer Hand betreut.

Intensivere Zusammenarbeit mit Fußbodenherstellern und anderen Interessenten steht auf der Wunschliste ganz oben. Die Homag-Kunden wird es freuen, denn Anforderungen an die Flexibilität moderner Anlagen und an integrierte Softwarelösungen steigen. Eine kompetente Begleitung über den gesamten Lebenszyklus einer Fertigungslinie beugt Ausfällen vor und hält die Produktion auf dem neuesten Stand der Technik. Genau diese Dienstleistung bietet Homag den Maschinenbetreibern an. Die neue Vertriebs- und Servicegesellschaft soll in Deutschland kürzere Reaktionszeiten und eine noch höhere Qualität der Beratung erreichen. Dazu stehen nicht zuletzt zwei Kompetenz-Zentren als Plattformen für Vorführungen und Veranstaltungen bereit: Das eine in Herzbrock, Westfalen, das andere in Denkendorf, Bayern.

Auch die Mutterfirma Dürr will Synergien mit ihrer Tochter nutzen und bietet Homag-Kunden weitere Maschinentechnik an, etwa Anlagen zum Auftragen von Flüssigkeiten für die holzbearbeitende Industrie. Zu diesem Geschäftsfeld gehören Pumpen, Farbversorgungssysteme, 2K-Anlagen, elektrostatische Beschichtungen. Diese Anlagen kommen überall dort zum Einsatz, wo geklebt oder Nasslack aufgebracht wird. Ein anderer Bereich ist die Strom- und Wärmeerzeugung aus holzartigen Reststoffen. Hier erzeugt eine Turbine im Dürr Cyplan mit dem so genannten ORC-Verfahren (Organic Rankine Cycle) im thermischen Kreislauf Strom, der wiederum zur Eigenversorgung genutzt oder ins öffentliche Netz eingespeist werden kann. Restwärme lässt sich obendrein zur Holztrocknung oder im Heizungsnetz einsetzen.

Homag selbst stellt im Fußbodensektor derzeit die Profilierung von Vinyl-Belägen in den Vordergrund. 30 % aller ausgelieferten Fußbodenanlagen, heißt es, werden hierfür konstruiert und gebaut. Längs- und kopfseitig mit einem Klick-Profil versehen, sind die einfach zu verlegenden Vinyl-Fußböden mit umlaufender Fase heute kaum noch von einem echten Dielenboden zu unterscheiden. Die Profilierung erledigt die Linie FPL 525/526 mit einer Leistung von bis zu 100 m/min. Die bereits auf der Ligna vorgestellte Homag-Schmalkette schafft bei der Profilierung von Schmalteilen sogar einen Vorschub bis 200 m/min.

Homag Group AG
Homag Vorstands-Chef Pekka Paasivaara: "Die Homag Group wird ein integrierter, internationaler Technikkonzern, aufgeteilt in sieben neue Business Units, die eine bessere Orientierung auf den Kunden ermöglichen."

Marktumfeld im Wandel

Die Homag Group sieht sich einem weltweiten Markt gegenüber, der sich rasant wandelt und immer neue Herausforderungen stellt. Auf der einen Seite stehen steigende Erwartungen der Kunden an Lieferzeiten, Qualität, Kosten und Service, auf der anderen Seite hält die Konkurrenz keinen Erholungsschlaf, sondern entwickelt sich vor allem in China sowie auch im CNC- und Projektgeschäft zum ernstzunehmenden Wettbewerber. Gerade im Projektauftrag aber will Homag beide Beine in die Tür stellen. Automatisierung, Verkettung und Datenintegration heißen die Schlagworte, die hier wachsende Bedeutung erlangen.

Internationales Auftragspotenzial sieht Homag vor allem in China. Aber auch in den USA, die ihre holzbearbeitende Industrie zunehmend zurück ins Land holen. Hinzu kommt eine Vielzahl kleinerer Märkte. Länder, wie im Baltikum etwa, wo man sich allmählich von den Folgen der Wirtschaftkrise erholt hat. Nach Regionen aufgeteilt beschreibt die Homag ihren Auftragseingang 2015 derzeit wie folgt: Zentraleuropa 22 %, Osteuropa 17 %, Westeuropa (mit Südamerika und Afrika) 22 %, Nordamerika 23 %, Asien/Pazifik 8 %, China 8 %. Im 1. Halbjahr 2015 erzielte das Unternehmen einen um 10,7 % auf 557,4 Mio. EUR gestiegenen Auftragseingang und einen um 17,1 % auf 504,1 Mio. EUR erhöhten Umsatz im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres.

aus ParkettMagazin 01/16 (Wirtschaft)