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Health + Care

Im Dienste der Gesundheit


Nirgends sonst müssen Bodenbeläge so viel "ertragen" wie in den Einrichtungen des Gesundheitswesens. Für die Ausstattung von Krankenhäusern & Co. werden besonders hohe funktionale Anforderungen an die Materialien gestellt. Wer an der Planung und Ausführung entsprechender Bodenbelagskonzepte beteiligt ist, benötigt spezielles Know-how, um die vorhandenen Möglichkeiten auszuschöpfen.


Überall wo es um die Gesundheit des Menschen geht, sind Einrichtungskonzepte eine sensible Angelegenheit. Das gilt auch für die Wahl geeigneter Bodenbeläge. In Arztpraxen, Krankenhäusern, Reha-, Pflege- und Senioreneinrichtungen sowie im weitesten Sinn auch in Wellness-Objekten sollen die Böden nicht nur viel aushalten, sie müssen auch hohe hygienische Anforderungen erfüllen. Dabei kommt es auf den Gesamtaufbau des Fußbodensystems an - vom Oberbelag bis zu den darunter liegenden Verlegewerkstoffen.

Gerade in Krankenhäusern gilt der Bodenbelag als das am stärksten beanspruchte Bauelement. Rutschsicherheit, Desinfektionsmittel- und Abriebbeständigkeit sowie Fugen- und Blendfreiheit sind wesentliche funktionale Aspekte. Räume und Flure verlangen nicht nur aus hygienischen Gründen nach glatten Oberflächen. Die Böden sollen auch starken Druck- und Zugbelastungen standhalten, die durch Rolllasten etwa beim Bettentransport entstehen. Für OP-Bereiche, in denen häufig schwere Edelstahltische auf kleinen Aufstandsflächen bewegt werden, gilt das ebenso.

So entwickelt sich das Gesundheitswesen
Mit der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung steigt auch der Bedarf an Einrichtungen des Gesundheitswesens. Das Objektgeschäft im Health & Care-Sektor gilt daher nicht nur wegen der nach wie vor boomenden Wellness-Branche seit Jahren als Wachstumsmarkt. Die jeweiligen Einrichtungen des insgesamt größer werdenden Gesundheitswesens haben sich jedoch in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland unterschiedlich entwickelt. Während die Zahl der Pflegeheime laut Zahlen des Statistischen Bundesamts signifikant zunahm (2003 = 9.743/2013 = 13.030), sank die Zahl der Krankenhäuser (2004 = 2.166/2014 = 1.980) sowie der Vorsorge- und Reha-Einrichtungen (2004 = 1.294/2014 = 1.158). Gründe dafür liegen unter anderem im Ausschöpfen von Einsparpotenzialen durch größere Einheiten und optimierte Bettenbelegungen bzw. verkürzte Patientenverweildauern.

Oft wird im Health & Care-Bereich zunächst an PVC-Bahnenware, Kautschuk oder das bakterienabweisende Linoleum gedacht. Aber für viele Bereiche empfehlen sich auch andere Bodenbelagstypen. Moderne Designbeläge in Gängen und Gemeinschaftsräumen oder gar hochwertige Holzböden in Zimmern und Ruhebereichen sind in Kliniken und Altenheimen keine Ausnahme und tragen zu einer wohnlichen und entspannten Atmosphäre der Ausstattung bei. Zunehmend berücksichtigt werden bei der Wahl des Materials auch die wohngesundheitlichen Belange der Menschen. Der Einbau emissionsarmer Produkte hat an Bedeutung gewonnen. Patienten und deren Angehörige erwarten, dass der Genesungsprozess, eine Pflegemaßnahme oder ein dauerhafter Aufenthalt in einer wohngesunden Umgebung stattfinden kann.

Unabhängig vom gewählten Belagstyp sollten die Böden in Health & Care-Bereichen leicht zu reinigen, zu pflegen und zu desinfizieren sein. Schon bei kleinen Erhebungen oder Höhenunterschieden der Bodenoberfläche (beispielsweise einzelner Designbelags-Paneele) kann sich Wischwasser oder Pflegemittel ablagern. Solche Rückstände sind nicht nur unschöne Verunreinigungen, sondern auch Brutstätten für gefährliche Keime, Viren und Bakterien, deren Bekämpfung die Kliniken generell vor immer größere Herausforderungen stellt. Nicht zuletzt werden auch aus wirtschaftlicher Sicht langlebige Bodenbeläge gewünscht, die möglichst wenig Pflegeaufwand erfordern und den täglichen Betrieb der Einrichtung bei Renovierungsarbeiten nicht stören.

aus ParkettMagazin 01/16 (Bodenbeläge)