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Wichtig sind Ableitfähigkeit und Desinfektionsmittelbeständigkeit


In mehrjähriger Bauzeit erhält das Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) in Neumünster einen Neubau, der das Hauptgebäude aus den 1970er-Jahren ersetzen wird. Welche Vorgaben dabei zu erfüllen sind, weiß ParkettMagazin-Redakteur René Jelowik nach einem Besuch der Klinik.

Die Baumaßnahmen erfolgen in zwei großen Abschnitten, ohne dass der laufende Betrieb unterbrochen wird. Der erste ist in diesem Jahr fertiggestellt worden. 73 Mio. EUR wurden in fünf Jahren verbaut - für ein viergeschossiges 180-Betten-Haus sowie die erste Hälfte des Funktionsgebäudes zur Aufnahme von Untersuchungs- und Behandlungseinheiten mit einer Gesamtfläche von 28.000 m2. Ab 2016 soll der zweite Teil mit einem 200-Betten-Haus, einer Intensivabteilung, Radiologie, Notfallaufnahme mit Ambulanzen und Untersuchungszimmern der Chefärzte folgen. Die Fertigstellungstermin ist 2020.

Bei der Einrichtung steht vor allem die Zweckmäßigkeit im Vordergrund. Dies gilt auch für den Bodenbelag. Das FEK hat sich vorwiegend für die Verlegung von PVC-Böden entschieden; insgesamt wurden bis heute 14.500 m2 Vinyl von DLW Flooring eingebaut. "Die Beläge haben unsere Auswahlkriterien voll erfüllt", so Matthias von Appen, technischer Leiter der Klinik. In der Ausschreibung gab es mehrere Vorgaben: Der Bodenbelag sollte beständig gegenüber Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sein. Auch eine medizinisch notwendige Ableitfähigkeit über den Boden war gefordert.

Objekt-Telegramm
Objekt: Friedrich-Ebert-Krankenhaus, Neumünster
Architekt: Stefan Ludes, Berlin
Bodenbeläge: 13.500 m2 DLW-Vinyl, Typ Favorite PUR, 1.000 m2 DLW-Vinyl, Typ Pastell Conductive

Bodenaufbau: Dispersionsvorstriche Europrimer Mix 050 und Europrimer 041 EL, Füllmasse Europlan Quick 940, Nivelliermasse Europlan Unifill 999, Klebstoffe Eurostar Allround 528, Eurosafe Tack 523 EL und Uzin DK 290 Thermocoll

Bodenbelagsarbeiten: Bodentechnik Funk, Lohmen, und Raumausstattung Mewes, Havelberg
Matthias von Appen, technischer Leiter am FEK: "Ein PVC-Boden erfüllt die Kriterien für ein Krankenhaus."
PVC-Belag von DLW Flooring im Krankenhaus Neumünster. In den Fluren sorgt eine Reinigungsmaschine für Glanz.
Ein wichtiger Punkt: Hohlkehlsockel, die bei der Verlegung ausgebildet wurden.
Fast schon ein Musterboden: Im Altbau kam es an zahlreichen Stellen zum Bruch des Estrichs. Da das ursprüngliche Design des Bodenbelags nicht mehr im Markt erhältlich war, kam es zu solchen Notlösungen.

Wichtiger Punkt war außerdem eine 15 cm hohe Hohlkehlsockelausbildung, damit beim Reinigen in den Randbereichen kein Wischwasser eindringt und so Keimbildungen ausgeschlossen werden können. Besondere Aufmerksamkeit galt den Verlegewerkstoffen. "Im alten Haupthaus gab es größere Probleme mit Ausgasungen. Dies wollten wir jetzt um jeden Preis verhindern", so von Appen. Für den Bodenaufbau arbeiteten die ausführenden Betriebe deshalb im System: Grundierung, Nivelliermasse und Klebstoff kamen von einem Hersteller.

Der technische Leiter ist zufrieden mit dem Ergebnis. "Wir hatten vorher schlechte Erfahrungen mit Kautschukbelägen sammeln müssen, die über die Jahre nicht das Erscheinungsbild halten konnten, das wir uns von ihnen versprachen", sagt von Appen. Sein Fazit: Der geeignete Bodenbelag für ein Krankenhaus besteht aus PVC.

aus ParkettMagazin 01/16 (Bodenbeläge)