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Interview mit Uwe Elvert, Sprecher der neuen Initiative Bodenbeläge Kleben (IBK)

"Bodenbelagshersteller müssen mit ins Boot"


Im Januar 2016 haben Unternehmen der bauchemischen Industrie und die Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe (GEV) die Initiative Bodenbeläge Kleben (IBK) gegründet. Die Interessengemeinschaft will Verbraucher über die Vorteile des vollflächigen Klebens von textilen und elastischen Bodenbelägen informieren. FussbodenTechnik sprach mit Uwe Elvert, Sprecher der neuen Initiative.

FussbodenTechnik: IBK setzt sich genauso wie Parkett im Klebeverbund (PiK) für die Klebung von Bodenbelägen ein. Warum ist es sinnvoll, eine zweite Initiative ins Leben zu rufen, wo doch beide das gleiche Ziel verfolgen? Wäre man gemeinsam nicht schlagkräftiger?

Uwe Elvert: PiK gibt es bereits seit 2001. Wie bereits der Name darlegt, konzentriert sie sich auf Parkettböden in allen Facetten. PiK hat eine strategische Ausrichtung mit klarem Bezug zum Parkettlegerhandwerk. Dagegen werden mit der IBK besonders alle anderen Gewerke angesprochen wie Bodenleger, Raumausstatter und Maler. Nicht zuletzt gibt es sehr unterschiedliche Vertriebswege und Kundenstrukturen, die es zu berücksichtigen gilt. Damit sind verschiedene Ansprachen der Marktteilnehmer quasi vorgegeben. Auch die technischen Unterschiede zwischen Parkett und anderen Bodenbelägen sprechen eindeutig für gezielte, aber separate Medienmaßnahmen.

FT: Sieben Verlegewerkstoffhersteller und die GEV haben die IBK gegründet. Wer gehört aus Ihrer Sicht noch mit ins Boot?

Elvert: Im Prinzip dürften alle im Bereich der Fußbodentechnik tätigen Firmen und Institutionen ein Interesse daran haben, für werbliche und technische Aufklärung des Endverbrauchers zu sorgen und eine Argumentationshilfe für das ausführende Handwerk bereitzuhalten. In erster Linie sehen wir hier die Belagsindustrie - aber auch Firmen, die zum Beispiel Reinigungs- und Pflegemittel anbieten. Je umfassender die IBK-Mitglieder ins Gespräch bei Endverbrauchern und anderen Entscheidern kommen, umso größer werden letztendlich die Umsatzzuwächse aller Beteiligten sein.

FT: Mit welchen Argumenten können Sie Bodenbelagshersteller für eine IBK-Mitgliedschaft gewinnen?

Elvert: Sie haben großes Interesse daran, dass ihre Produkte im fertig eingebauten Zustand eine Werbung und kein abschreckendes Beispiel darstellen. Für IBK steht neben der Klebung fast gleichrangig die fachgerechte Untergrundvorbereitung im Vordergrund. Nur perfekt aufbereitete Untergründe lassen den einwandfreien Einbau eines Bodenbelags zu. Zu den Hauptzielen der Initiative gehört zum Beispiel, den hierfür notwendigen Material- und Kostenaufwand vor allem unseren Endkunden mit allen Vorteilen bis zur Akzeptanz zu erklären. Insofern decken sich die Zielausrichtungen der IBK und Bodenbelagsindustrie, selbst wenn teilweise Loose-Lay- oder Klicksysteme angeboten werden.

FT: Die Arbeit der Initiative wird von der Agentur Schaal Trostner eng begleitet. Welche Aufgaben leistet sie?

Elvert: Von der Themenplanung über die Aufbereitung in Text und Bild bis hin zur Vermarktung übernimmt Schaal Trostner sämtliche Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit. Auch Foto- und Videoproduktionen, unsere neue Website und den eigenen IBK-Flyer wird sie konzipieren und realisieren. Dies geschieht stets in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedern. Die Agentur entwickelt geschickt Inhalte, die Redakteure und Leser wirklich interessieren, setzt diese in hoher journalistischer Qualität um und sorgt so für zahlreiche Veröffentlichungen in Print und Online.

Hinsichtlich der IBK steht bei der PR-Arbeit insbesondere die Zielgruppe der Endkonsumenten im Vordergrund, weshalb es darum geht, komplexe Sachverhalte korrekt, aber unterhaltsam darzulegen. Dass Schaal Trostner in dem Bereich Profi ist, hat sie bei ihrer Arbeit für PiK bereits erfolgreich bewiesen. Hier kamen in rund 15 Jahren über 5.700 Veröffentlichungen - besonders in Tageszeitungen - zustande. Auch Top-Magazine wurden sehr häufig durch das hochwertige Text- und Bildmaterial erreicht. Unsere neue IBK kann ganz klar aus diesen Erfahrungen schöpfen und das Erfolgsmodell auf die eigene Strategie anwenden. Um das Erreichte einschätzen zu können, werden alle Veröffentlichungen genauestens dokumentiert, ausgewertet und analysiert. Die Agentur organisiert hierfür Meetings für Presserückblicke und Absprachen kommender Maßnahmen.

FT: Wie kann es der IBK gelingen, ein erfolgreiches Plädoyer für das Kleben von elastischen und textilen Bodenbelägen zu halten?

Elvert: Uns werden durchaus die Erfahrungen der Endverbraucher helfen. Vermutlich jeder hat mindestens einmal Schiffbruch mit selbst erstellten Fußböden erlitten. Sei es, dass sich unter den Möbelrollen eines Wohnzimmersessels Wellen und Beulen im Textilbelag eingestellt oder Naht- bzw. Fugenöffnungen in einer PVC-Belagsfläche gezeigt haben. Damit ist ein Bedarf für Aufklärung und Informationen zur Vorbeugung vorhanden, den es nun zu erfüllen gilt. Die Erklärungen in Richtung technischer Laien, wie solche oder ähnliche Schäden zu vermeiden sind, dürfte wohl zu den interessantesten Teilen der Arbeit gehören. Prominent werden die Vorteile von Klebungen herausgestellt und beispielsweise auf die verschiedenen Alternativen aufmerksam gemacht, die Trockenklebstoffe oder Fixierungen bereithalten.

FEB Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e.V.
Uwe Elvert, Cheftechniker bei Henkel/Thomsit, ist Sprecher der neuen Initiative Bodenbeläge Kleben (IBK).

FT: Welches sind die ersten Themen, die die IBK Tageszeitungen und Regionalblättern zur Verfügung stellen wird?

Elvert: Lassen Sie sich überraschen - es gibt viel zu erzählen und bereits im ersten Meeting war klar, dass das Potpourri an Themen nicht so schnell ausgeschöpft sein wird. Wir werden die Hauptvorteile der klassischen Verlegart herausstellen, aber auch Zusammenhänge darlegen, die der Endverbraucher nicht unmittelbar "auf dem Zettel" hat wie, z.B. die Vorzüge geklebter Bodenbeläge bei bodentiefen Fenstern oder in Stresssituationen zur Weihnachtszeit. Wir werden Einrichtungstipps geben, Designaspekte beleuchten, die Pluspunkte in puncto Belastbarkeit, Fußbodenheizung und Gehschall darlegen und vieles mehr.

FT: Ein Blick in die Kristallkugel: Wenn es der IBK gelingt, in kurzer Zeit seine Mitgliederzahl zu erhöhen, was würden Sie mit dem gestiegenen Etat realisieren?

Elvert: Fotoproduktionen, Videoclips, der neue Onlineauftritt - es gibt genügend Projekte, bei denen ein zusätzlicher Etat hilfreich wäre. Analog zu der Öffentlichkeitsarbeit für PiK würden wir gerne Events veranstalten. Je mehr Budget zur Verfügung steht, desto mehr Kampagnen können wir umsetzen und Veröffentlichungen erzielen, was letztlich zur positiven Wahrnehmung geklebter Bodenbeläge beiträgt und allen Branchenteilnehmern in die Karten spielt. Übrigens macht unsere Agentur für IBK-Mitglieder auch die Budgetplanung transparent und zur Abstimmungssache.

FT: Wie profitieren Parkettleger von PiK und Bodenleger von IBK?

Elvert: Die Vorteile für die Handwerksbetriebe liegen klar auf der Hand. Je mehr Endverbraucher von einer fachgerechten Untergrundvorbereitung und leistungsfähigen Belagsklebung überzeugt sind, umso größer werden Kundenkreise und die Auftragslage des Handwerks. Gleichzeitig erhält der Verarbeiter Argumentationsunterstützung mit Werbemitteln. So wird zusätzlich eine deutliche Aufwertung der Handwerksbetriebe erreicht.

FT: Wie fallen die Reaktionen der Bodenbelagsbranche auf PiK und IBK aus? Gibt es im Zeitalter von schwimmender Verlegung und Loose-Lay-Belägen auch Ablehnung aus der Bodenbelagsindustrie? So nach dem Motto: Lasst die Entscheidung über schwimmend oder geklebt doch den Markt regeln.

Elvert: Erste Gespräche mit Bodenbelagsherstellern über IBK haben großes Interesse zutage gefördert. Wir rechnen in der nächsten Zeit damit, dass sich erste Belagshersteller der Initiative anschließen. Die Vorteile für die Belagsindustrie und den anderen IBK-Mitgliedern sind umfangreich. Bereits die häufige Präsenz des Logos und Nennung des Firmennamens in der Presse erhöht die Bekanntheit und die Steigerung des Unternehmens-images nachhaltig. Zudem dürfen die IBK-Materialien für eigene Werbung genutzt werden. Ideengenerierungen wie auch der Austausch über das Marktgeschehen zwischen Mitgliedern und Agentur sowie die wachsende Anerkennung als bekennender Partner des Handwerks sind weitere gewichtige Vorteile.

FT: FussbodenTechnik und ParkettMagazin sind PiK bzw. IBK beigetreten, weil wir die Klebung von Bodenbelägen befürworten. Wie können wir beide Initiativen unterstützen?

Elvert: Ob aus Handwerk, Industrie oder Medien - der reiche Wissensschatz und die Meinung aller IBK-Mitglieder ist enorm wichtig für alle weiteren Handlungen. Indem die Redakteure von FussbodenTechnik und ParkettMagazin mit ihrem Know-how die Meetings mitgestalten und zusätzliche Impulse setzen, können wichtige Ideen entwickelt werden. Nach dem Vorbild von PiK im ParkettMagazin bekommt die IBK darüber hinaus Platz für drei halbseitige Anzeigen pro Jahr in FussbodenTechnik. Das wird den Bekanntheitsgrad und die Präsenz in der Fachpresse bedeutend steigern. Zusätzlich dürfen wir uns für dieses Interview bedanken, das die IBK sicherlich verstärkt in das Bewusstsein der Branche bringt.


Initiative Bodenbeläge Kleben (IBK) im Überblick
Gründung: 1. Januar 2016
Ziel: Informationsarbeit zu den Vorteilen des vollflächigen Klebens von Bodenbelägen
Zielgruppen: Endverbraucher, Einzel- und Fachgroßhandel, Handwerk und herstellende Industrie
Mitglieder: Uzin Utz, Bostik, Schönox, Mapei, Kiesel, Henkel, Wulff, Zentralverband Raum und Ausstattung, BASF, Schaal Trostner (organisierende Agentur) und FussbodenTechnik
Fördermitglied: Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe (GEV)
Sprecher: Uwe Elvert, Technische Leitung Henkel/Thomsit

aus FussbodenTechnik 03/16 (Wirtschaft)