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Sika: Neue Beschichtung für Festo-Technologiefabrik entwickelt

Ableitfähiger Boden für optimierte Prozessabläufe


Als expandierender Anbieter für Automatisierungstechnik geht Festo in Esslingen gern neue Wege. Am Standort Ostfildern-Scharnhausen wurde die Fertigung von Ventilen, Ventilinseln und Elektronik konzentriert. Dafür entstand eine Technologiefabrik mit über 50.000 m2 Nutzfläche, die im Herbst 2015 eingeweiht wurde.

Das mit hochmoderner Fertigungstechnik ausgestattete Werk gilt mit seiner Technikzentrale, den neuen Produktionsflächen und einem automatischen Lager als Vorzeigeobjekt des erfolgreichen Familienunternehmens, das weltweit rund 17.800 Mitarbeiter beschäftigt. Der viergeschossige Neubau bietet die räumliche Voraussetzung für eine verknüpfte Technologie- und Produktentwicklung. Ziel ist die deutliche Zeitverkürzung von der Entwicklung bis zur Markteinführung eines Produkts (Time-to-Market) durch optimierte Abläufe und neu ausgerichtete Kernprozesse. Die Mitarbeiter sind in den Planungsprozess eingebunden, denn in der neuen Technologiefabrik sollen sowohl Materialflüsse als auch Personenströme optimiert werden.

Der 135 m lange, 125 m breite und 22 m hohe Neubau der Produktionshalle erforderte eine robuste, wirtschaftliche und langlebige Bodenbeschichtung in ansprechender Optik. Etwa ein Drittel der Gesamtfläche in den weniger beanspruchten Bereichen ist mit einer farbigen Versiegelung auf abgestreuter Grundierung beschichtet. In den sensiblen Produktionsbereichen mit einer Fläche von rund 26.600 m2 sind eine sichere elektrostatische Ableitfähigkeit sowie eine ausreichende Rutschhemmung unverzichtbar.

Sika Deutschland GmbH
Die Anforderungen an die Bodenbeschichtung in der neuen Produktionshalle sind hoch: robust, wirtschaftlich und langlebig muss sie sein und dabei auch ansprechend aussehen. | Fotos: Oliver Kage
Sika Deutschland GmbH
Objekt-Telegramm
Objekt: Festo-Technologiefabrik, Ostfildern-Scharnhausen
Flächen: 26.600 m2 ableitfähige ESD-Strukturbeschichtung mit Sikafloor-235 ESD Thixo und 13.400 m2 EP-Versiegelung auf EP-Grundierung Sikafloor-156
Ausführung: Bau-Kunststoff Heinrich Schmid, Reutlingen

Gemeinsam mit dem Fachunternehmen Heinrich Schmid aus Reutlingen, das mit der Verlegung der Hallenbeschichtung beauftragt wurde, präsentierte Bauchemiehersteller Sika Deutschland dem Bauherrn Musterflächen mit den in Frage kommenden Beschichtungen. Die geforderten Ableitungseigenschaften waren eigentlich durch eine Deckbeschichtung mit Sikafloor-235 ESD gegeben - von der Optik bestach allerdings die genoppte Oberfläche der rutschhemmenden Industriebeschichtung Sika-floor-262 AS Thixo. Um beide gewünschten Anforderungen verlustfrei zu vereinen, modifizierte Sika das Produkt. So entstand die neue ableitfähige Strukturbeschichtung Sikafloor-235-ESD Thixo. Das in beliebigen Farbtönen herstellbare zweikomponentige Epoxidharzbindemittel für elektrisch ableitfähige Beschichtungen entspricht DIN EN 61340-5-1 für Fußböden im Innenbereich mit strukturierter Oberfläche, in denen das System Schuhwerk-Fußboden als Hauptmaßnahme zur Personenerdung dient. Mit diesen Eigenschaften eignet sich die Strukturbeschichtung Sikafloor-235 ESD Thixo für Produktionsräume, Lagerhallen und Werkstätten in der Halbleiter- und Elektronikindustrie, in der Automobilindustrie sowie in Pharmazie, Mikrobiologie und -chemie.

Im Sommer 2014 führte Heinrich Schmid die Beschichtungsmaßnahmen in Ostfildern-Scharnhausen aus. Der Aufbau basiert auf einer nicht abgestreuten, mechanisch hochfesten Grundierung mit Sikafloor-156 oder Sikafloor-161. Der grundierte und egalisierte Untergrund muss völlig ausgehärtet sein - dann erst kann das Sikafloor-Leitset verlegt und an das Erdpotenzial angeschlossen werden. Zuvor erfolgen noch die Überprüfung des elektrostatischen Widerstands und das Aufbringen des wässrigen Leitfilms Sikafloor-220 W Conductive. Als Deckbeschichtung setzte man schließlich erstmals die neue ableitfähige und rutschhemmende Strukturbeschichtung Sikafloor-235 ESD Thixo in einem grauen Farbton ein. Die genoppte Oberfläche entsteht durch die Verteilung mit Hilfe einer Zahnspachtel, anschließend wurde mit einer Strukturwalze im Kreuzgang nachgerollt. Auf diese Weise entstand eine seidenglänzende, strukturierte Oberfläche mit guter chemischer und mechanischer Beständigkeit, die nahezu keine elektrostatische Personenaufladung zulässt und darüber hinaus flüssigkeitsdicht ist.

aus FussbodenTechnik 03/16 (Referenz)