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Wood Polymer Composites (WPC)

Nachhaltiger Werkstoff erobert Außenbereiche


Holz-Polymer-Werkstoffe (Wood Polymer Composites, kurz WPC) sind im Kommen. Das veranlasst vor allem den Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI), diesem biobasierten Material Argumentationshilfe zu leisten. Als "wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zur Ressourceneffizienz" wird das Zusammenspiel von Holz und Kunststoff gewürdigt. Langlebigkeit und Dauerhaftigkeit sind propagierte Eigenschaften.

Positive Umweltwirkungen kann man dem Holz-Kunststoff-Verbund nicht absprechen. In ihrem Holzanteil speichern WPC-Produkte über ihre gesamte Produktlebenszeit das Treibhausgas CO. Das Material ist zudem ressourcenschonend, da es teils anderweitig nicht nutzbares Holz verwendet, selber mehrfach stofflich recycelt und am Ende zur Energiegewinnung verbrannt werden kann. Übrigens gilt das nicht nur für Holz: Auch auf der Basis von Reishülsen (Resysta) und Bambus (BPC) werden Polymer-Werkstoffe fabriziert.

Doch umweltschonender als reines Holz ist WPC nicht. Zwar wird es gern als Alternative zum terrassentauglichen Tropenholz ins Feld geführt, doch stammen die oft zu Unrecht geächteten Tropenhölzer in der Regel aus Plantagenwirtschaft und speichern, genau wie ihre europäischen Konkurrenten Lärche, Douglasie und Thermoesche, CO2-Treibhausgase. Und echtes Holz punktet mit Natur in Optik und Haptik - WPC kann da nicht mithalten, vor allem, wenn es komplett mit Kunststoff ummantelt wird.

Die eigentlichen Vorteile von WPC liegen woanders. Das Verbundmaterial ist fraglos sehr robust, neigt nicht zum Splittern und ist nur bedingt anfällig für Moos- und Pilzbefall. Ganz ohne Verschleiß geht es aber nicht. Vergrau-ung durch Sonneneinstrahlung und Umweltschmutz kann auch hier nur mit regelmäßiger Pflege begegnet werden.

Holz-Polymer-Werkstoffe sind langlebig, ihre Maserung bleibt im Vergleich zum massiven Terrassenholz aber künstlich.

Nichts dennoch werden die WPC-Hersteller nicht müde, die Umweltwirkung ihrer Produkte in den Vordergrund zu rücken. Dazu haben sie vom Institut Bauen und Umwelt (IBU) für WPC-Terrassendielen sowie für WPC-Fassadenelemente eine Verbands-EPD (Environmental Product Declaration) erstellen lassen. Diese liefert umfangreiche Daten und soll den wichtigen Beitrag des Produktes zur Nachhaltigkeit belegen. Denn Umwelt-Produktdeklarationen dienen der Nachhaltigkeitszertifizierung von Bauwerken und werden als Nachweise für ökologische Leistungsmerkmale von Bauprodukten seitens der EU-Bauproduktenverordnung (BauPVO) empfohlen. Überdies bieten manche Hersteller nach der Nutzung die kostenlose Rücknahme ihrer WPC-Produkte an, um aus WPC-Regranulaten Downcycling-Produkte wie beispielsweise Bauzaunfüße herzustellen.

Kaufsicherheit geben dem Verbraucher zudem mittlerweile zwei Label der Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe für WPC-Produkte. Schon vor einigen Jahren eingeführt wurde das "Qualitätszeichen Holzwerkstoffe" für WPC-Terrassendielen. Geprüft werden Beständigkeit, Stabilität und Rutschfestigkeit. Neu ist das Qualitätszeichen für Zaunprofile. Auch für Sichtschutz-, Schallschutz- und Gartenzäune aus WPC werden die Formstabilität bei Feuchteeinwirkung die Eigenschaften der Rohmaterialien überprüft.

aus Parkett Magazin 03/16 (Bodenbeläge)