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Interview mit einem Terrassenboden-Hersteller und -Sanierer

"Die Nachfrage nach Außenböden aus Holz nimmt zu"


Vor allem im Winter spaltet die UV-Sonneneinstrahlung bei Holzterrassenböden den bräunlichen Zellstoff Lignin ab und Nässe schwemmt ihn aus. Das Resultat: Die Oberfläche vergraut, die Resistenz gegen Algen- und Pilzbefall lässt nach. Josef Amschwand gibt im Interview mit dem Parkett Magazin Anregungen zur optischen und funktionalen Werterhaltung. Die Schreinerei Amschwand aus Kerns in der Schweiz saniert Terrassenböden und produziert im ehemaligen Werk der Parkettfabrik Risi Außenböden.

Parkett Magazin: Wie entwickelt sich aus Ihrer Sicht derzeit die Nachfrage nach Außenböden aus Holz?

Josef Amschwand: Mit steigendem Anspruch an die Ästhetik der Gartengestaltung nimmt die Nachfrage nach Außenböden aus Holz zu. Neben der wunderbaren optischen Erscheinung schätzen viele Kunden auch, dass sich Holzböden nicht zu stark erhitzen, das ganze Jahr über barfuß angenehm zu begehen sind und eine lange Lebensdauer haben.

Parkett Magazin: Worauf muss der Handwerker achten, wenn sein Kunde sich eine Holzterrasse anschaffen will?

Amschwand: Die erste Entscheidung liegt darin, ob es ein einheimisches Holz oder ein zertifiziertes Edelholz aus den Tropen sein soll. Bei heimischen Hölzern wird hauptsächlich die harzhaltige Lärche mit ihrem hellen Farbton verwendet. Tropenhölzer haben meist eine rötlich-dunkelbraune Färbung, sind besonders hart und widerstandsfähig. Meiner Meinung nach müssen Tropenhölzer aus nachhaltig bewirtschafteten, FSC-zertifizierten Betrieben stammen.

Schreiner Josef Amschwand und Albi Graf, Gründer des schweizerischen Händlers Holzpunkt, begutachten frische Terrassendielen im Werk Risi in Alpnach.

Parkett Magazin: Worauf kommt es noch an?

Amschwand: Bedeutung kommt dem Zuschnitt der Terrassendielen zu. Falsch verarbeitet, können sich Risse bilden und Holzspleiße erheben. Die Sättigung des Holzes mit Öl und eine fachgerechte Verlegung entscheiden ebenfalls über die Dauerhaftigkeit der Außenböden. In unserem Werk reinigen wir die Terrassendielen nach dem Zuschnitt mit dem Exterior Cleaner von Woca, der die Holzporen öffnet. Sind die Dielen vollständig ausgetrocknet, laufen sie unter einem Ölvorhang durch. Wir verwenden das wasserbasierte Exterior Öl. Ist die maximale Sättigung der Poren erreicht, trocknen wir die Dielen, damit kein überschüssiges Öl auf der Oberfläche bleibt. Nach einer Aushärtungszeit werden die Dielen in der Werkstatt zu Bodenelementen vorgefertigt und schließlich beim Kunden fachmännisch eingebaut. Die Ölsättigung im Werk hat den Vorteil, dass wir wetterunabhängig arbeiten können.

Parkett Magazin: Wie sanieren Sie verwitterte Holzterrassen vor Ort?

Amschwand: Das Verfahren gestaltet sich ähnlich und mit denselben Produkten wie im Werk. Vor Ort reinigen wir die Terrassendielen mit einer Einscheibenmaschine mit Siliziumkarbidbürsten, die die Holzoberfläche nicht verletzen. Diese Bürste ist übrigens auch als Handbürste erhältlich. Die maschinelle Reinigung erfolgt nass. Anschließend muss das Holz gründlich mit Wasser gespült werden. Nach einer Trocknungszeit von mindestens 24 Stunden und bei trockener Witterung über 10 C° und nicht allzu starker, direkter Sonneneinstrahlung tragen wir das Öl auf, lassen es kurz einwirken und polieren danach die Oberfläche, so dass kein überschüssiges Öl liegen bleibt.

aus Parkett Magazin 03/16 (Bodenbeläge)