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Umsatzplus bei Haus- und Heimtextilien

Fachhandel in der Nische, Online holt auf


Köln. Der Markt für Haus- und Heimtextilien findet Anschluss an die gute Konsumstimmung in Deutschland: Bei Gardinen, Teppichen, Bettwäsche und Co. wurde 2015 mit einem Plus von 2,4 Prozent die im Jahr zuvor eingeleitete Trendwende bestätigt - keine Selbstverständlichkeit für die jahrelang von Umsatzrückgängen geprägte Branche.

Damit zeichnet der Markt ein durchweg positives Bild. Insgesamt konnten 2015 rund 10,2 Milliarden Euro mit Haus- und Heimtextilprodukten umgesetzt werden. Zu euphorisch sollte die Branche allerdings nicht werden. Für die Zukunft rechnen die Experten des IFH Köln wieder mit einer Beruhigung der Nachfrage und in der Konsequenz mit einer stagnierenden Marktentwicklung.

Ein Blick auf die Vertriebsstruktur im Markt für Haus- und Heimtextilien verrät, dass der Fachhandel hier nur in der Nische zu finden ist. Lediglich Anbieter von Bodenbelägen haben eine größere Bedeutung. 2015 ist der Fachhandelsmarktanteil mit 9,9 Prozent erstmals unter die 10-Prozent-Marke gefallen. "Fachmärkte konnten über Jahre hinweg die Anteilsverluste der Spezialanbieter kompensieren. Doch mit dem verstärkten Aufkommen preisaggressiver Anbieter ist dies ausgereizt. Auch der Online-Anteil erwacht langsam aus seinem Nachzüglerdasein und hat deutlich aufgeholt", erklärt Branchenexperte Uwe Krüger, Senior Consultant am IFH Köln.

Aufwärtsentwicklung: Mit einem Umsatzplus von 2,4 Prozent bestätigte der Markt für Haus- und Heimtextilien 2015 die Entwicklung aus dem Vorjahr. Die Prognosen bleiben insgesamt positiv.

So konnten Internet-Pure-Player 2015 ein deutlich zweistelliges Plus realisieren. Der Möbelhandel ist im Markt besonders stark. Große Möbelhäuser bieten seit Jahren viele Produkte aus dem Haus- und Heimtextilbereich als Ergänzung zu ihrem Kernsortiment an. Gleiches gilt unter anderem auch für Wohnleuchten und Glas, Porzellan und Keramik - Märkte, in denen der Möbelhandel den Fachhandel teilweise aus seiner früheren Führungsposition verdrängt hat.

"Nachdem der Möbelhandel neben Produktkompetenz in das Know-how seiner Mitarbeiter investiert hat und diverse Serviceleistungen das Angebotsportfolio abrunden, müssen sich die traditionellen Fachgeschäfte im stärkeren Wettbewerb behaupten", erklärt Stefan-Charles Jahner, Consultant bei der BBE Handelsberatung.

aus Haustex 04/16 (Haustextilien)