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Matratzentechnik:

Normen für Schaum und Boxspring


Winfried Weber ist seit Jahren Vorsitzender des Technik-Ausschusses innerhalb des Matratzen-Verbandes und ausgewiesener Experte für Normen. Er informierte die Tagungsteilnehmer unter anderem über die Normen-Entwicklung zur Bestimmung der Stabilität von Kopfteilen von Boxspring-Betten. Die dänischen Kollegen sind ganz vorne mit dabei. Weber forderte seine Verbandskollegen auf, ihrerseits ebenfalls Input dazu abzugeben, anderenfalls müsse man akzeptieren, was die übrigen Länder aus der Norm machen. Außerdem liegt seit wenigen Tagen ein Entwurf vor Prüfung von Zonierungen innerhalb einer Matratze mittels eines Druckstempels. Bis zum 1. Juni dieses Jahres können dazu Anmerkungen abgeben werden. Interessant: Nach diesem Entwurf wurde die von Stiftung Warentest angepriesene Bodyguard-Matratze getestet - mit dem Ergebnis einer eher mäßig ausgeprägten Zonierung.

Eine weiterer Normierungs-Entwurf befasst sich mit der Stabilität der Matratzen-Griffe. Wichtiges Detail: Jeder einzelne Griff muss das Gesamtgewicht der Matratze aushalten, ohne kaputtzugehen.

Wenig Begeisterung hatte im vergangenen Jahr die Nachricht ausgelöst, dass die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel ein sogenanntes Emissionslabel für Matratzen beziehungsweise Lattenroste einführen möchte. Auch wenn die Sinnhaftigkeit seitens der Verbandsgeschäftsführung stark angezweifelt wird, hat sich die DGM durchgesetzt und das Label inzwischen eingeführt.
Schließlich gibt es jetzt eine Definition für Kaltschäume. Weber betont, dass diese Definition gerichtsfest sei. Wenn also jemand einen Schaum als Kaltschaum deklariert, der den Kriterien nicht entspricht, muss er juristisch mit Gegenwind rechnen. In Arbeit befinden sich Definitionen für Visko-Schaum, Gel-Schaum, Hypersoft-Schaum und Naturlatex. Soviel scheint schon festzustehen: Ein Anteil von 80 Prozent Naturlatex in einem Matratzenkern dürften wohl nicht ausreichen.

Winfried Weber, Vorsitzender des Technik-Ausschusses, präsentierte zahlreiche Neuerungen im Normungswesen.

Auch eine Definition für Boxspring-Betten liegt jetzt vor, sie basiert laut Weber auf der amerikanischen Norm. Eine wichtige Voraussetzung für solch ein Bett: Es handelt sich um ein Bettsystem aus mindestens zwei aufeinander liegenden federnden Teilen, der Box und der Matratze. Kritikpunkt ist die Vorgabe, dass die Box die gleiche Länge und Breite wie die darüber liegende Matratze haben muss, mit einer Toleranz von maximal 5 Millimeter. Dies sei ein Wert, den kein seriöser Hersteller angesichts der verschiedensten Fertigungstoleranzen gewährleisten könne, hieß es in Eisenach.

aus Haustex 05/16 (Normen)