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Deutscher Wald durch Naturschutz und Erholungssuchende überfordert?


"Die steigenden Ansprüche von Seiten des Naturschutzes und der Erholungsuchenden führen zu einer Überforderung von Wald, Natur und Forstbetrieben", beklagt Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der AGDW - Die Waldeigentümer. Das 3. Dialogforum Wald, zu dem das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) nach Berlin geladen hatte, behandelte den großen Druck auf den Wald durch eine Zunahme individualisierter Sportarten und erlebnisorientierter Freizeitaktivitäten. Mountainbiking, Geocaching oder Survivalcamps sind im Trend.

Das ist für Waldeigentümer eine Kostenfrage. Laut Hamburger Thünen-Institut belaufen sich die Mehraufwendungen durch Schutz- und Erholungsfunktion für die Privatwaldbetriebe auf rund 45 EUR/ha im Jahr. Für Körperschaftswaldbetriebe liegt die Summe gar bei 52 EUR. Dagegen wird der Reinertrag des Privatwaldes nur auf rund 188 EUR/ha, des Körperschaftswaldes auf gut 124 EUR/ha im Jahr beziffert. "Statt die Förderpolitik auf Naturschutz- oder Tourismusprojekte zu fokussieren, sollte die Bundesregierung die Forstbetriebe dabei unterstützten, die Ansprüche an Erholung und Freizeit auffangen zu können", forderte zu Guttenberg.

Urbane Ansprüche und neue Freizeittrends belasten den Privatwald mit Mehraufwendungen und Mindereinnahmen.

Gemäß Dr. Martin Lorenz vom Thünen-Institut führt der Freizeit- und Erholungsdruck aus den Städten zu Ertragsausfällen, Verzögerungen bei der Holzernte oder zusätzlichen Personalkosten für Müllbeseitigung oder Wegebau. Auch die zunehmenden Auflagen von Seiten des Naturschutzes führen zu Mehraufwendungen sowie Mindereinnahmen bei den Waldeigentümern. Zu Guttenberg: "Die Waldeigentümer stehen am Ende der Erholungskette. Auf den Dialog müssen jetzt Lösungsvorschläge folgen, die den Forstbetrieben mit Entschädigungen oder Förderungen eine wirkliche Unterstützung bieten."

aus Parkett Magazin 04/16 (Holz)