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Bodensysteme erfordern detaillierte Planung

Verlegeunterlagen unverzichtbar bei schwimmender Verlegung

Als Schnittstelle zwischen Bodenbelag und Unterboden sollen Verlegeunterlagen grundsätzlich eine fachgerechte Verlegung sicherstellen, den Boden dauerhaft schützen und dessen Eigenschaften optimieren. Mit der Einführung leimfreier Verbindungssysteme bei Laminat und Designbelägen rückt der Systemgedanke immer stärker in den Vordergrund. Eine Erkenntnis setzt sich immer mehr durch: Ein schwimmend verlegter Bodenbelag kann seine Qualitäten nur dann unter Beweis stellen, wenn auch die Unterlage als Bestandteil des gesamten Bodensystems funktioniert.

Will man den Nutzer für die schwimmende Verlegung von Laminat- oder Designbelägen begeistern, müssen neben den optischen auch die technischen Ansprüche erfüllt werden. Denn schnell wird beispielsweise ein schöner Laminatboden durch ein lautes "Klappern" beim Begehen vom Traum zum Alptraum. Noch schlimmer wird es, wenn gesetzliche Anforderungen nicht erfüllt werden und man am Ende in einen Rechtsstreit gerät. Um solche Fälle zu vermeiden, bietet der Handel zu jedem Bodenbelag auch die passenden Verlegeunterlagen an. Beim richtigen Zusammenspiel von Bodenbelag und Verlegeunterlage entsteht ein Bodensystem mit genau den Eigenschaften, die der Nutzer benötigt. Das kann eine perfekte Trittschallminderung im Etagenbau genauso sein wie eine Wärmedämmung auf kalten Untergründen oder das Zusammenspiel mit einer Bodenheizung. Es ließen sich hier noch weitere Beispiele oder auch Kombinationen von Eigenschaften anführen, die alle die große Bedeutung einer vernünftigen Planung des Bodensystems aufzeigen.

Um bei der Planung die Auswahl geeigneter Verlegeunterlagen zu vereinfachen, haben die Verbände der Bodenbelagshersteller (EPLF für Laminatböden und MMFA für Multilayer- und Designböden) eine gute Hilfestellung in Form von technischen Merkblättern erarbeitet. Hier werden die wichtigsten Eigenschaften erklärt und zusätzlich gewisse Anforderungen genannt. Diese Anforderungen sind unterteilt in minimale und erhöhte Anforderungen. Je nach Anwendungsfall sollten diese bei der Auswahl der Verlegeunterlage berücksichtigt werden, damit eine sichere Funktionalität des Bodensystems gewährleistet ist.

Trittschall- und Wärmedämmung sind typische individuelle Anforderungen

Sofern der Nutzer oder die Einbausituation nun darüber hinaus gewisse Eigenschaften erfordern, müssen sie bei der Planung ebenfalls berücksichtigt werden. Dies soll nun anhand von zwei typischen Anforderungen aufgezeigt werden:

Trittschallminderung: Im Geschossbau ist man in Deutschland verpflichtet, die jeweils aktuellen Anforderungen der DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau) zu erfüllen. Für Wohnungstrenndecken wird dort eine Trittschalldämmung von L’n,w von 53 dB gefordert. Hier sollte auf einen möglichst hohen IS-Wert geachtet werden, um der Anforderung gerecht zu werden. Dies ist ein Beispiel für eine Anforderung, die der Nutzer vielleicht gar nicht ausgesprochen hat, die allerdings dennoch erfüllt werden muss.

Einfache Verlegung durch verschiedene Verlegehilfen. Easy Lay
Zusammenfassung von individuellen Kenngrößen
Der Autor: Gert Bauerfeind, Leitung Anwendungstechnik bei Selit Dämmtechnik.

Wärmedämmung: Zunehmend werden beispielsweise Garagen mit Wohnraum überbaut oder Gebäude ohne Keller errichtet. An diesen Bausituationen findet man dann kalte Unterböden vor, bei denen sich der Nutzer eine Wärmedämmung wünscht. Mit einer entsprechenden Verlegeunterlage kann nun die Oberflächentemperatur des Bodens bis zu einem gewissen Grad erhöht und der Wärmeverlust verringert werden bei gleichzeitiger Steigerung des Barfußkomforts.

Diese Beispiele zeigen, dass eine gute Planung des Bodensystems nötig ist, um ein für den Nutzer gutes Ergebnis zu erreichen und diesen letztendlich für den neuen Boden dauerhaft zu begeistern. Es gibt bei herkömmlichen Verlegeunterlagen jedoch leider gegensätzlichen Eigenschaften, die materialspezifisch und nicht veränderbar sind. So kann eine eher elastische, weiche Unterlage beispielsweise gute Schalldämmung aufweisen, jedoch schützt sie die sensiblen Klickverbindungen nicht so gut wie eine steife, harte Unterlage. Es muss also ein guter Kompromiss gefunden werden. Um nicht mit Kompromissen arbeiten zu müssen, hat die Industrie nun neue Technologien (Sandwichkonstruktionen) entwickelt, die die positiven Eigenschaften von harten und weichen Materialien zusammenbringen und somit fast alle Anforderungen perfekt erfüllen können.

Fazit: Konkrete Anforderungen und gesetzliche Vorgaben beachten

Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass bei der Planung zwei wichtige Dinge beachtet werden sollten: Die grundlegenden Anforderungen einer Verlegeunterlage sind abhängig vom Bodenbelag und müssen immer eingehalten werden. Diese können beim EPLF und MMFA eingesehen werden. Darüber hinaus müssen die individuellen Anforderungen je nach Wunsch des Nutzers oder nach baulichen bzw. gesetzlichen Gegebenheiten erfüllt werden. Bei Berücksichtigung dieser beiden Punkte kann man dem Nutzer ein für ihn passendes Bodensystem anbieten und ihn für das Produkt aber auch für die Ausführung von Planung und Montage begeistern und mit Folgeaufträgen rechnen.

aus FussbodenTechnik 05/16 (Bodenbeläge)