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Wie wichtig ist das Weihnachtsgeschäft?

Das Weihnachtsgeschäft bleibt wichtig für den Einzelhandel. Aber es verändert sich, sagt ein -Management Report der Messe Frankfurt.

Spätestens wenn im September die ersten Weihnachtsstollen in den Supermärkten auftauchen weiß der Verbraucher, dass es nur noch rund drei Monate sind bis zum Fest der Liebe - und des Schenkens. Letzteres macht Weihnachten so wichtig für den deutschen Einzelhandel. Wie wichtig genau, das hat das Institut für Handelsforschung Köln (IFH) im Auftrag der Messe Frankfurt herauszufinden versucht. Für den Management Report "O du fröhliche..." wurden statistische Daten erhoben und vertiefende Befragungen durchgeführt, und zwar im GPK-Fachhandel, Möbelhandel, Elektrofachhandel, Lederwarenfachhandel, dem Uhren- und Schmuckfachhandel sowie mit Gartencentern und Kaufhäusern.

Rein statistisch gesehen, hat das Weihnachtsgeschäft für den deutschen Einzelhandel zuletzt an Bedeutung verloren. Vergleicht man den Anteil der Monate November und Dezember am Gesamtumsatz, so lag dieser 2010 bei 19 %, in den Jahren 2014 und 2015 nur noch bei 18,5 %. Je nach Branche können diese Werte aber auch weit höher liegen. Uhren und Schmuck sind klassische Weihnachtsgeschenke; diese Handelszweige machen damit bis zu 26 % ihres Jahresumsatzes. Im Gegensatz dazu bringen es Möbelhändler und Gartencenter - Stichwort: Weihnachtsdeko und -accessoires - nur auf 13 %.

Immerhin ein knappes Drittel der Unternehmen berichtete von Cross-Selling-Effekten: Der Verkauf während der Vorweihnachtszeit führt auch zu einem größeren Verkauf sonstiger Produkte.

"O du fröhliche" und weitere Management Reports gibt es unter goo.gl/nCY3af als kostenlose Downloads.

Während immerhin 2 % der Befragten angaben, das Weihnachtsgeschäft finde bei ihnen schon in der ersten Septemberhälfte statt, liegt der Schwerpunkt eindeutig auf dem Zeitraum zwischen der zweiten November- und zweiten Dezemberhälfte. Tendenziell verschiebe es sich sogar in Richtung Dezember/Jahresende, meint das IFH. Ein wesentlicher Grund sei, dass zunehmend Gutscheine oder Bargeld verschenkt werden. Beides wird erst nach Weihnachten in die Läden getragen und zumindest das geschenkte Geld klingelt erst dann in den Kassen.

Ganz von alleine verkaufen sich Weihnachtsgeschenke offenbar nicht. 82 % der Fachhändler machen mittels weihnachtlicher Dekorationen auf die entsprechenden Sortimente aufmerksam. Auch spezielle Flyer/Kataloge oder Präsentationen auf Sonderflächen werden genutzt, um am Weihnachtsgeschäft teilzuhaben. Nur 7 % gaben an, nicht gezielt auf ihr entsprechendes Angebot hinzuweisen.

aus BTH Heimtex 10/16 (Handel)