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Marburger Tapetenfabrik J.B. Schaefer GmbH & Co. KG

Marburg strukturiert den Vertrieb neu

Architecture, Wallcovering und Wallpainting heißen die drei Säulen, mit denen die Marburger Tapetenfabrik ihren Vertrieb zielgruppenorientiert aufstellt. Auf der Heimtextil wird u.a. die neue Zaha Hadid Kollektion zu sehen sein.

Die Marburger Tapetenfabrik strukturiert ihren Vertrieb zielgruppenorientiert um. Er soll auf drei klar voneinander abgesetzten Schienen basieren: Marburg Architecture steht für das Premiumsegment. Marburg Wallcoverings bietet Tapeten vom Preiseinstieg bis hin zu hochwertiger Ware. Und die Sparte Wallpainting versammelt die überstreichbaren Produkte. "Durch dieses auf drei Säulen beruhende selektive Vertriebssystem können wir uns besser an den speziellen Bedürfnissen der definierten Kundengruppen ausrichten und sorgen überdies für mehr Klarheit hinsichtlich unseres außergewöhnlich breit gefächerten Sortiments ", erläutert Geschäftsführer Wolf Kappen im Gespräch mit BTH Heimtex.

Über den Vertriebsweg Marburg Architecture gelangt die Tapete durch Raumausstatter und den spezialisierten Fachhandel an den Endverbraucher. Marburg stellt in diesem Segment spezielle Ansprüche an seine künftigen Vertriebspartner. Sie sollten ein insgesamt außergewöhnliches Sortiment im Premiumbereich anbieten, die Produkte adäquat präsentieren und eine fachkundige Beratung auf höchstem Niveau sicherstellen. Das schließt die stetige Fortbildung des Verkaufspersonals ein. "Wer diese Anforderungen nicht erfüllt, wird die Produkte nicht verkaufen können", macht Kappen deutlich.

Mit Marburg Wallcoverings spricht der Kirchhainer Tapetenhersteller unverändert die breit aufgestellte Handelslandschaft an, die sich vom Groß- und Fachhandel bis hin zur Großfläche erstreckt. Diese Sparte umfasst das Gros des bisherigen Sortiments, das von Tapeten im Konsumeinstiegsbereich bis hin zu hochwertigen Wandbelägen reicht. Dazu gehören auch die Lizenzkollektionen im Hochwertsegment wie die Karten von Harald Glööckler und Luigi Colani.

Mit Marburg Wallpainting wendet sich das Familienunternehmen über den Großhandel an den Maler. Angeboten werden die überstreichbaren Wandbeläge der Serie Patent Decor, die Profiprodukte Marburger Wand und Marburger Decke sowie die Patent-Vliese. "Das Know-how des Malers hinsichtlich der Verarbeitung sowie seine qualifizierte Beratungsleistung sind der Motor des Absatzes unserer überstreichfähigen Produkte. Diesem Engagement wollen wir Rechnung tragen und unsere Profiprodukte auch ausschließlich über den vertreiben, dessen Geschäftsmodell den Maler als Handelspartner in den Mittelpunkt stellt", hält Kappen fest.

Hadid-Karte mit LED-Technik

Die erste Kollektion, die unter der Marke Marburg Architecture vertrieben wird, ist die Nachfolgekollektion der ersten für die Kirchhainer Kreativschmiede von Zaha Hadid entworfenen Karte. Der Vertrag mit der Architektin wurde nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters Ullrich Eitel kurz vor deren Tod im März diesen Jahres unterzeichnet. Die futuristischen Tapetenmuster überzeugen durch eine gewohnt expressive organische Formensprache. Bei der Entwicklung der Wandbeläge stand das Unternehmen in engem Kontakt zu Patrick Schumacher, der seit 2002 Teilhaber des Büros Zaha Hadid Architects ist.

"Wir werden die Kollektion erstmals bei der Heimtextil im Januar 2017 in Frankfurt zeigen", kündigt Eitel an und verweist darauf, dass einige Muster aus der Karte mit LED-Technik in Szene gesetzt werden: "Die Kollektion setzt Akzente in der Wandbekleidung." Der Ingenieur, dessen Steckenpferd technische Finessen wie die beleuchteten Tapeten sind, geht davon aus, dass die traditionsreiche Tapetenfabrik mit der LED-Technik einen großen Schritt nach vorne machen wird.

Wie sich die LED-Technik auf die Tapete auswirkt, zeigt die bestehende Kollektion "Art Luminaire", die wie ein Sternenhimmel leuchtet. "Wir geben uns immer extrem viel Mühe, Besonderheiten zu entwickeln", erläutert Eitel. Diese verdeutlichten, über welches Potenzial das Familienunternehmen verfügt. "Marburg steht für Innovationen, davon leben wir", stellt der geschäftsführende Gesellschafter fest. Dabei sei die Kombination von Technik und Design von jeher einer der Erfolgsfaktoren der Tapetenfabrik.

Neue Glööckler-Kollektion

Marburger Tapetenfabrik J.B. Schaefer GmbH & Co. KG
Das breit gefächerte Damast-Motiv aus der Kollektion Nabucco erweckt aus der Ferne den Anschein feinen Stoffes. Es überzeugt durch seine opulente Optik.
Marburger Tapetenfabrik J.B. Schaefer GmbH & Co. KG
Um die technisch ausgeklügelten Tapeten herstellen zu können, investiert Marburg regelmäßig in modernste Maschinen.
Marburger Tapetenfabrik J.B. Schaefer GmbH & Co. KG
Geschäftsführer Wolf Kappen: "Mit dem neuen Vertriebssystem sorgen wir für bessere Orientierung."
Marburger Tapetenfabrik J.B. Schaefer GmbH & Co. KG
Ullrich Eitel, geschäftsführender Gesellschafter: "Marburg steht für Innovationen, davon leben wir."
Marburger Tapetenfabrik J.B. Schaefer GmbH & Co. KG
Das neue Vertriebssystem von Marburg fußt auf drei Säulen
Marburger Tapetenfabrik J.B. Schaefer GmbH & Co. KG
Mit La Veneziana 3 hält der Glanz venezianischer Palazzi Einzug. Samtig matte Fonds und klassische Motive im edel schimmernden Blattgold-Look zeichnen die Tapete aus.

In diesem Sinne setzt Marburg die Zusammenarbeit mit dem Modedesigner Harald Glööckler fort, dessen neue Kollektion ebenfalls bei der Heimtextil präsentiert werden soll. Sie zeigt bekanntes Design erweitert um neue Farbgebungen sowie neue Dessins. Es ist bereits die vierte Karte, die Glööckler zusammen mit Marburgs Kreativchef Dieter Langer entworfen hat. Eine weitere Kollektion, die die Öffentlichkeit erstmals in Frankfurt zu sehen bekommen wird, ist die Nachfolgerin von "Opulenz". Sie stellt Prägetechnik basierend auf Handgravur in den Mittelpunkt.

Weiter soll in Frankfurt eine Konzeptstudie vorgestellt werden, die historische Tapeten in hochwertiger Digitaldrucktechnik neu interpretiert. Dabei wird alte Prägetechnik in das Produkt implementiert, für die eine eigene Handdruckanlage gebaut wurde.

Neues gibt es auch für Kinder: Digital hergestellte Bordüren werden auf vorhandene Muster abgestimmt.
Eitel erwartet durch die innovativen Produkte und die bessere Orientierung auf Basis der überarbeiteten Vertriebsstruktur einen neuen Schub für sein Familienunternehmen, das wie die gesamte Branche unter den rückläufigen Auslandsmärkten insbesondere in Russland, der Ukraine und Frankreich leidet.

Doch während der Export schwächelt, bewege sich der Umsatz im Inland auf Vorjahresniveau und entwickele sich damit gegen den allgemeinen Branchentrend, der auch in Deutschland nach unten zeige.

"Im Inland haben wir uns wacker geschlagen", meint auch Wolf Kappen. Um die Rückgänge im Ausland auszugleichen, sei Marburg auf der Suche nach Ländern, "wo noch Potenziale schlummern". Der Geschäftsführer ist zuversichtlich, diese wecken zu können.

cornelia.kuesel@snfachpresse.de


Daten + Fakten
Marburger Tapetenfabrik J.B. Schaefer GmbH & Co. KG
Bertram-Schaefer-Straße 11
35274 Kirchhain
Tel.: 06422 / 810
contact@marburg.com
www.marburg.com

Geschäftsführender Gesellschafter: Ullrich Eitel
Geschäftsführer: Wolf Kappen
Gründung: 1845
Umsatz: 75 Mio. EUR
Exportanteil: rund 60 %
Produktionsmenge: rund 14 Mio. Rollen/Jahr
Anzahl Artikel: rund 4.000 Tapeten
Mitarbeiter: 350

aus BTH Heimtex 11/16 (Wirtschaft)