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ViS Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz e.V.

ViS nimmt Insektenschutz ins Portfolio

Positive Stimmung beim Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz: Die Mehrheit der Mitglieder erwartet 2016 ein Umsatzplus. Im Fokus der Jahrestagung in Trier stand die neue Produktgruppen-Statistik.

Trier ist mit seinen römischen Baudenkmälern, allen voran der Porta Nigra als Wahrzeichen der Stadt, immer eine Reise wert. Das fand auch der Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz (ViS) und hielt im ehemaligen "Augusta Treverorum" seine Jahresversammlung mit rund 100 Teilnehmern ab.

Mit Spannung erwartet wurde diesmal der Auftritt des Vorstandes. Dieser besteht nur noch aus drei Mitgliedern, nachdem Frank Tovornik mit dem Ausscheiden als Teba-Geschäftsführer auch sein Amt im Verband niederlegen musste. "Wir haben im Vorstand beschlossen, dass wir zurzeit im kleineren Kreis weitermachen", nahm der Vorsitzende Ingo Fahl zum gegenwärtigen Modus Stellung.

In seiner Auftaktrede ließ der Ifasol-Geschäftsführer das bisherige Geschäftsjahr Revue passieren. "Das Frühjahr war für uns alle in der Branche spitzenmäßig", betonte er - und berichtete dann von einem rätselhaften "Sommerloch im Juli". Die Geschäfte hätten sich jedoch inzwischen wieder normalisiert.

Fahl kündigte die Aufnahme von Insektenschutz als neuer Produktgruppe in das ViS-Portfolio an. Rund 75 % der Sonnenschutz-Unternehmen würden diesen konfektionieren und das Produkt habe "noch einmal einen großen Schwung nach oben" gemacht. Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung nachvollziehbar. Und: "Wir versuchen auch, Lieferantenmitglieder im Insektenschutz zu gewinnen."

Aus dem Sonnenschutz konnte der ViS schon jetzt zwei neue Mitglieder begrüßen: Siro, Spezialist für Antriebe und Steuerungen aus Herzogenrath, sowie Hotspotblinds (Marke Nature Deco) aus Wiesenau.

Gute Halbjahreszahlen - optimistischer Ausblick

ViS-Geschäftsführer Martin Auerbach legte die aktuellen Verbandszahlen vor. Diese zeigten für das erste Halbjahr 2016 insgesamt ein Umsatzwachstum von 5 %. Demnach war der Geschäftsverlauf der Mitglieder in diesem Zeitraum "mehrheitlich positiv bzw. befriedigend" - wobei die Hersteller eine bessere Bilanz ziehen als die Lieferanten. Letztere beurteilten das erste Halbjahr umsatzmäßig als konstant. Kleiner Wermutstropfen: Bei den Herstellern hat der Anteil der negativen Bewertungen zugenommen.

Aufgrund einer Umstellung der Statistik war Auerbach zur Entwicklung der einzelnen Produktgruppen nur eine Trendaussage möglich, konkrete Zahlen fehlen. Das größte Plus erzielten die Unternehmen wie im Vorjahr mit Rollos, gefolgt von Plissees und Horizontaljalousien. Eine "besonders hohe Nachrage" verzeichnen Wabenplissees. Vertikallamellen würden sich "leicht positiv" entwickeln, der Flächenvorhang weiterhin "negativ".

ViS Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz e.V.
Der ViS-Vorstand besteht nach dem Ausscheiden von Frank Tovornik nur noch aus drei Mitgliedern (von rechts): Axel Schindler (MHZ), Thomas Knüttel (Warema), Ingo Fahl (Ifasol). Ganz links Geschäftsführer Martin Auerbach.
ViS Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz e.V.
Die Statistik wird genauer

"Wabenplissee, Doppelrollo, Insektenschutz – warum fragen wir diese Produkte jetzt auch ab?", fragte Thomas Knüttel als Sprecher der neu gegründeten "Projektgruppe Statistik" auf der ViS-Tagung in die Runde. "Wir erhoffen uns eine bessere Transparenz durch die realitätsnähere Abbildung des Marktes", lautete seine Antwort. Ziel sei es, Trends zu erkennen, etwa Verschiebungen zu anderen Warengruppen oder hin zu völlig neuen Produkten. Zudem soll es künftig eine verkürzte, d.h. quartalsweise statt halbjährliche Erhebung geben, um den Saisonverlauf besser analysieren zu können. Die Nutzung externer Datenquellen, etwa vom Statistischen Bundesamt, sei mangels Aussagekraft nicht möglich.
Vertraulichkeit werde durch die Geschäftsstelle "absolut garantiert", appellierte Knüttel an die ViS-Teilnehmer, sich an der Umfrage zu beteiligen. "Die Projektgruppe hat keinen Einblick in die Zahlen." Auch für die Lieferantenmitglieder sei die Statistik interessant. "Dann wissen wir, wo die Reise hingeht, damit wir alle die richtigen Produkte im Portfolio haben."

An der Statistik-Projektgruppe beteiligt sind: Thomas Knüttel (Warema), Andreas Frohmüller (Ffuss), Ralf Sukkale (Jab Anstoetz), Guido Gizinski (Teba) sowie der Heimtex-Verband.

Die Erwartungen für das Gesamtjahr 2016 sind insgesamt optimistisch. 57 % der Hersteller und sogar 75 % der Lieferanten rechneten mit einem Zuwachs. Der Ausblick auf 2017 zeigt ein anderes Bild: Hier sind die Konfektionäre zu 53 % positiv gestimmt, nur 38 % der Firmen aus der Zulieferindustrie teilen diese Einschätzung. "Bemerkenswert ist aber, dass niemand sagt, dass es schlecht läuft", hob Auerbach hervor. Er stellte außerdem fest: "Die Lieferanten generieren einen Großteil ihrer Umsätze im Ausland." Dagegen sind die Hersteller vor allem im Inland tätig. Sie haben vergleichsweise geringe Exportquoten zwischen 0 und 30 %.

Die Zahlen stammen aus einer Mitgliederbefragung im Vorfeld der Jahrestagung. Die Beteiligung sei enorm gewesen, lobte Martin Auerbach: "Dementsprechend repräsentativ sind die Ergebnisse." Insgesamt hätten 83 % der Hersteller und 62 % der Lieferanten teilgenommen.

Stipendien für Raumausstatter

Derzeit arbeitet im ViS eine Projektgruppe an der Weiterentwicklung der Statistik (siehe Kasten unten). Eine zweite erstellt Merkblätter mit Produkteigenschaften, "um brancheneinheitliche Standards zu setzen". Dabei werden natürliche Toleranzen und Variablen ermittelt. Dies geschieht in Abstimmung mit dem Bundesverband der Sachverständigen für Raum und Ausstattung (BSR) und dem Zentralverband Raum und Ausstattung (ZVR). Aufgegriffen wurde zudem die CE-Kennzeichnung motorisierter Sonnenschutz-Produkte.

Darüber hinaus gibt eine neue Imagebroschüre einen schnellen Überblick der Kompetenzen und Aktivitäten des ViS und einen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsbereiche.

Als Zukunftsthemen wurden die Automatisierung und Vernetzung benannt. Und auch der Nachwuchsförderung will man sich widmen, mit einem Fokus auf die Raumausstatter. 2017 sollen drei Stipendien à 5.000 EUR vergeben werden, um zweckgebunden den Besuch einer Meisterschule zu unterstützen. Details hierzu werden aktuell erarbeitet.

Den gelungenen Abschluss der ViS-Tagung bildete ein szenischer Vortrag mit dem Titel "Der Körper lügt nicht". Rudi Rhode, Sozialwissenschaftler, Schauspieler, Kommunikationstrainer und Buchautor verdeutlichte an Beispielen die Wirkung und Auswirkung nonverbaler Kommunikation als einen wichtigen Erfolgsfaktor.

Petra Lepp-Arnold

aus BTH Heimtex 11/16 (Wirtschaft)