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Parador GmbH

Parador mit neuem Eigentümer und viel Selbstbewusstsein

Wie geht es bei Parador nach der Übernahme durch die Nord Holding weiter? Die Geschäftsleitung betont die neue Eigenständigkeit, kündigt Investitionen an, trennt sich von der Schöner Wohnen-Lizenz und gibt sich angesichts steigender Umsätze selbstbewusst und optimistisch.

Die Talfahrt der deutschen Möbelbranche führte bei der Hüls-Gruppe zu einem tiefgreifenden Umbau, in dessen Zuge innerhalb der Branche auch immer wieder über die Zukunft von Parador spekuliert worden war. Jetzt spült der Verkauf des Fußbodengeschäfts dem Möbelhersteller Geld in die Kasse, das er für die weitere Restrukturierung des Hülsta-Kastenmöbelsegments benötigt. Und auch für die Coesfelder soll es mit dem neuen Eigentümer, der Nord Holding Beteiligungsgesellschaft, künftig leichter werden, die selbstgesteckten Wachstumsziele umzusetzen.

"Unsere Eigenständigkeit ist mit der Nord Holding als Investor so hoch wie nie zuvor", stellt Parador-Geschäftsführer Lubert Winnecken fest. "Wir können im operativen Geschäft vollkommen eigenständig agieren und unser Geschäftsmodell damit 1:1 umsetzen. Parador hat sein Geschäftsmodell in den letzten zwei Jahren angepasst, wächst ohnehin und investiert jetzt stärker als in der Vergangenheit." Über erste Maßnahmen in der künftigen Ausrichtung hat die Geschäftsleitung bereits informiert: Investitionen in Märkte, Marke und Produktion sowie ein klares Bekenntnis zu den Produktionsstandorten in Deutschland und Österreich seien wesentliche Handlungsfelder, um die aufgesetzten Wachstumsprogramme weiter voranzubringen.

Zweistellig wachsen, zweistellig investieren

Zum Ende des Jahres 2016 rechnet man bei Parador mit einer Umsatzsteigerung im knapp zweistelligen Prozentbereich auf "deutlich oberhalb" von 140 Mio. EUR. Wachstumstreiber sind produktseitig Vinylböden, aber auch weiter wachsende Umsätze im Bereich der modularen Beläge wie dem Eco Balance PUR-Sortiment. Stabil zeigen sich darüber hinaus Parkett und Laminat. "Unterm Strich haben wir eine bessere Rendite bei steigenden Umsätzen", fasst Lubert Winnecken, Vorsitzender der Geschäftsführung, die aktuelle Geschäftslage in Europa zusammen. In Deutschland habe besonders der Vertrieb im Holz- und Baustoff-Fachhandel sowie im DIY-Segment zugelegt, der Bodenbelagshandel sei hingegen leicht rückläufig. Parador will die Einzelhandelsstrukturen weiter ausbauen. Ebenso wie den Bereich E-Commerce, für den schon seit längerem an der Entwicklung einer voll integrierten B2B-Lösung gearbeitet wird. Als Wachstumsregionen nennt der Geschäftsführer die Vereinigten Arabischen Emirate und China: "Der lange Weg nach China hat sich gelohnt. Wir sind dort jetzt im vierten Jahr und haben mit der Marke Parador erstmals wirklich progressives Wachstum."

"Um weiter wachsen zu können, werden wir unsere Produktionsstandorte mit weiteren Investitionen im zweistelligen Millionenbereich in den kommenden Jahren stärken", kündigt Winnecken an. Geld soll sowohl in administrative Bereiche wie IT, Finanzen und Einkauf fließen als auch in die Produktion. Neben weiteren Automatisierungen wird in Coesfeld in den nächsten Monaten ergänzend zu den bestehenden Profilierungskapazitäten eine Beschichtungsanlage für Vinylprodukte installiert. Im Parkettwerk im österreichischen Güssing soll vor allem die Beschaffung gestärkt werden. Im Zuge dieser Pläne sollen auch zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden. "Wir bekennen uns klar zu unseren beiden Produktionsstandorten. Wir werden sie weiter auf die Werkstoffe ausrichten, in den Logistikketten schneller werden und die Waren- und Informationsflüsse optimieren", führt Hendrik Voß, Geschäftsführer Technik/Supply Chain Management, aus. Parador setze darüber hinaus mit der EMAS-Zertifizierung (Eco-Management and Audit Scheme) auch auf ein nachhaltiges Umweltmanagement.

Parador GmbH
Die Führungsriege mit Dirk Nowak, Lubert Winnecken und Hendrik Voß gibt sich zufrieden mit der Übernahme: "Alle Ziele, die wir als Verantwortliche für dieses Unternehmen erreichen wollten, haben wir erreicht."

In Zukunft ohne Lizenzmarken

Der Bodenbelagshersteller fokussiert sich künftig ausschließlich auf die Marke Parador. Die Lizenzmarke "Schöner Wohnen" wird auslaufen. "Das Geschäft mit Lizenzmarken werden wir schrittweise zurückführen und uns ganz auf die Marke Parador konzentrieren. Die Bündelung finanzieller und ideeller Ressourcen auf eine Marke sichert die für den Handel erforderliche Ertragskraft und Flächenproduktivität", erklärt Dirk Nowak, Geschäftsleitung Produkt/Marke.

2017 feiert Parador seinen 40 Geburtstag. Ganzjährig begleiten zahlreiche Aktionen das runde Jubiläum. Unter dem Motto "40 Jahre/40 Projekte" startet im März eine europaweit angelegte Kampagne, die sich gleichermaßen an Handelspartner und Endkunden richtet und durch zahlreiche Werbemaßnahmen begleitet wird. Geplant ist außerdem die mehrmonatige Veranstaltungsreihe "Parador on Tour". Eine Messebeteiligung auf der Domotex sowie eine eigene Hausmesse sind 2017 hingegen nicht geplant. Dirk Nowak: "Vor allem die Veranstaltungen bei unseren Kunden, wo wir den direkten Kontakt und Dialog suchen, sind Plattformen für den Austausch zu aktuellen Themen wie nachhaltiges Bauen, E-Commerce und den neuen Konsum- und Verhaltensmuster der Verbraucher."

Daten + Fakten Parador
Parador GmbH
Millenkamp 7-8 48653 Coesfeld
Tel.: 02541 / 7 36-0
info@parador.de www.parador.de

Geschäftsführung: Lubert Winnecken (Vorsitzender), Hendrik Voß
Gründung: 1977
Umsatz 2015: 140 Mio. EUR
Mitarbeiter: 550
Kundenstruktur Binnenmarkt: Holz- und Baustofffachhandel (40 %), DIY (40 %), Bodenbelagseinzel- und -großhandel sowie Filialisten (20 %)
Produkte: Parkett, Laminat- und Vinylböden, Teppichdielen, Wand- und Deckenpaneele

aus BTH Heimtex 12/16 (Wirtschaft)