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Ausbildungsbetrieb Wache Parkettleger aus Berlin

Wenn grüne Jungs den Boden legen

Parkettböden boomen in Berlin. Der Ausbildungsbetrieb Wache Parkettleger ist voll ausgelastet. Helfende Hände werden auf jeder Baustelle gebraucht. Trotzdem sollten Auszubildende nicht nur Hilfskräfte sein. Sie brauchen Zeit für Grundlagen. Um diesen Spagat zu lösen, bedient sich Parkettlegermeister und Geschäftsführer Sebastian Wache eines organisatorischen Tricks.

Einen Termin mit Geschäftsführer Sebastian -Wache zu bekommen ist nicht leicht: Parkett boomt und das 30-köpfige Unternehmen Wache Parkettleger in Berlin kann sich vor Aufträgen nicht retten. Den Geschäftsführer freut das natürlich: "Wir sind gefragt und das liegt in erster Linie an unserer guten Arbeit." Sein junges Team muss professionell auftreten und das fängt bereits bei der Arbeitskleidung an: Alle tragen die grünen Pullover oder T-Shirts mit dem Logo der Firma. "Wer sauber und ordentlich auftritt, dem glaubt jeder, dass er gute Arbeit leistet", erklärt Wache.

Auch beim Ausbildungskonzept des Unternehmens überlässt der 39-jährige Geschäftsführer nichts dem Zufall. "Marco Jüttner ist unser Prüfungsmeister und hat die Ausbildung unserer Lehrlinge neu strukturiert", erklärt er. So werden Jüttner und seine Azubis den Baustellen zugeordnet, die nicht so stark unter Zeitdruck stehen, damit die Lehrlinge in aller Ruhe die Grundlagen des Parkettlegerhandwerks erlernen können. "Ein Azubi soll schnell mehr können, als nur dem Gesellen oder Meister zur Hand zu gehen", sagt Jüttner.

Voraussetzung für die Ausbildung

Wache unterstützt die neue Ausbildungsstruktur. Damit Jugendliche aber im Unternehmen eine Ausbildung starten können, müssen sie ein zwei- bis vierwöchiges Praktikum durchlaufen. Daran erkennt Wache, ob die Neuen zum Team und dem Handwerk passen. "So kam auch Oskar Grönebaum zu uns. Der ist ziemlich pfiffig", erklärt Wache. Er möchte den Azubi gerne für den Bundesleistungswettbewerb der Parkettleger fit machen.

Das Unternehmen verlegt zu 90 % Parkett, vor allem Fertigparkett. "Im Jahr sind das fast 70.000 m2", sagt Wache stolz. Die restlichen 10 % teilen sich elastische und textile Beläge. Und so sieht es auch in den zwei Showrooms aus. Hier finden Besucher vor allem verschiedene Holzarten. "Parkett ist ein nachhaltiges Naturprodukt. Mit einem hochwertigen Boden werten Kunden ihre Wohnung oder das Haus auf", erklärt Wache. Wenn er von Parkett spricht, dann fallen Worte wie "solide" und "dauerhaft". Und so klingt auch sein Werdegang.

Nach einer Möbeltischlerlehre folgte die Zulassung zur Meisterschule für Parkettleger und bereits mit 21 Jahren war er selbstständig. Sein Unternehmen durfte sich schon bald Meisterbetrieb nennen, da er den ersten Meister eingestellt hatte. Er selbst brauchte allerdings wegen der Arbeit als Geschäftsführer fast 6 Jahre, um den Meistertitel zu erhalten.

Idealisten finden sich in der Innung

"Seither bin ich auch in der Innung. Aber dort gibt es immer weniger junge Mitglieder", sagt Wache. Neben einer Rechtsberatung finden Mitglieder in der Innung vor allem Gleichgesinnte. "Der Austausch zur Jahresversammlung ist wichtig. Aber man muss schon Idealist sein, wenn man der Innung beitritt", fügt Wache hinzu.

30 Mitarbeiter umfasst das Team und damit alle gute Arbeit leisten, werden immer wieder gemeinsame Unternehmungen organisiert, wie diese Spreefahrt.
Geschäftsführer Sebastian Wache und Meister Norman Piehler.
Michael Busch kümmert sich darum, dass alle Maschinen einsatzbereit bleiben.
Im Showroom in der Hauptfiliale präsentiert das Unternehmen eine große Auswahl an Parkettarten.
Solche Sonderwünsche gibt es in Berliner Altbauten immer wieder.

Heute kümmert er sich in seinem Unternehmen nur noch um die Angebotsleitung. "Vor ein paar Jahren war ich noch draußen auf den Böden unterwegs, aber das Unternehmen ist stark gewachsen. Jetzt bin ich Schreibtischtäter." Berlin ist ein besonderes Pflaster: Der Zeitdruck sei dort besonders hoch. Gerade in Eigentumswohnungen ist Parkett gefragt. "Die Berliner Kunden wollen auch Besonderheiten, etwa Sterne, Muster oder Friese." Dazu kommen die Bodensanierungen im Altbau.

Used Look als kreative Lösung

Über manchen Geschmack schmunzelt Wache noch heute: "Wir haben vor acht Jahren einen glänzenden Würfelboden für eine Immobilie von Modedesigner Wolfgang Joop verlegt. Als der den Boden sah, war er unzufrieden und wollte, dass alles wie eine alte Kneipe aussieht. Kurzerhand haben wir dann Steine aufs Parkett geworfen und sind mit der Bohnermaschine drüber. Vom Used-Look war Joop begeistert."

Den Erfolg des Unternehmens summiert Wache auf drei Punkte: "Wir arbeiten mit zwei weiteren Gewerken zusammen: einem Fliesenlegerbetrieb und einer Tischlerei - so empfehlen wir uns gegenseitig." Dann zählt vor allem das Team: "Für einen guten Job müssen meine Jungs Spaß haben." Und darum gebe es regelmäßige gemeinsame Unternehmungen und eine alljährliche Weihnachtsfeier. Außerdem kümmert sich Wache darum, dass die neuste Technik zur Verfügung steht: "Gute Arbeit geht nur mit guten Werkzeugen."


Wache Parkettleger im Überblick
Wache Parkettleger GmbH
Roelckestraße 152-153
13086 Berlin
Tel.: 0 30 / 4 21 32 11
info@wache-parkett.de
www.wache-parkett.de

Geschäftsführer: Sebastian Wache
Gründung: 1997
Geschäftsfeld: Verlegung, Verkauf und Sanierung von Parkett
Mitarbeiter: 30, davon 4 Azubis
Fuhrpark: 9 Kleintransporter
Showroom: Bölschestraße 48, 12587 Berlin

aus FussbodenTechnik 01/17 (Handwerk)