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Sven Gábor Jánszky über Menschen, deren Ideen die Welt verändern

"Vertrauen lässt sich nicht digitalisieren"


Sven Gábor Jánszky, Trendforscher und Kopf des Thinktanks 2b Ahead, beleuchtete in seinem Vortag, wie "Rulebreaker" mit ihren Ideen die Welt verändern und neue Geschäftsmodelle etablieren. Zum Beispiel der Reeder Horst Rahe, der mit seiner Aida-Flotte Kreuzfahrtreisen demokratisierte und von dem Ruch befreite, teuer, elitär und steif zu sein. "Wir empfinden Regelbrecher hinterher als normal - und vorher als Spinnerei", motivierte er das Publikum, über Grenzen hinweg zu denken.

Industrie 4.0 ist für Jánszky "ein großes Missverständnis", da sich dahinter häufig nur Automatisierung verberge. Digitalisierung bedeutet für ihn vielmehr, Daten so zu nutzen, dass vorab Lösungen für voraussichtliche Probleme ermittelt werden können. Zum Beispiel, wenn eine intelligente Software weiß, welches Problem der nächste Anrufer hat und gleich einen Lösungsvorschlag mitliefert. Oder aus Verbrauchs-, Nutzer- und Wetterdaten errechnet, dass am kommenden Samstag Ware X in Menge y gebraucht wird.

Sven Gábor Jánszky

Mit der Digitalisierung verändert sich auch die Beziehung zum Kunden. Kundennähe werde nicht mehr physikalisch realisiert, sondern durch die Häufigkeit der digitalen Interaktionen. Und Vertrauen als Ergebnis menschlicher Beziehungen substituiert durch erfüllte Erwartungen. Zählt der Mensch denn gar nichts mehr? "Doch", sagt Jánsky", "denn Vertrauen lässt sich nicht digitalisieren."

aus Parkett Magazin 01/17 (Handel)