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Holzring-Forum mit über 260 Teilnehmern aus Holzhandel und Industrie

Spitzentreffen der Holzwirtschaft

Auch wenn die Digitalisierung sich rasend schnell entwickelt, alle Branchen und Prozesse durchdringt: Persönliche Beziehungen sind unersetzlich. Deshalb fördert der Holzring diese mit seinem Holzring-Forum, das alle zwei Jahre Entscheider aus der Holzwirtschaft zusammenbringt. 2016 fand die Veranstaltung in illustrem Rahmen in der Bremer Glocke statt.

Alle zwei Jahre lädt der Holzring Entscheider aus der europäischen Holzwirtschaft zum Gedankenaustausch, zum Netzwerken und zu Gesprächen in entspannter Atmosphäre ein. 2016 hatte die Kooperation mit der Glocke, dem denkmalgeschützten Konzerthaus in der Bremer Innenstadt, einen besonders schönen Rahmen für ihr Holzring-Forum gewählt. Über 260 Führungskräfte aus Holzhandel und -industrie fanden sich dort zu einem hochkarätigen Event ein, das die "gelebte Partnerschaft zwischen den Holzring-Gesellschaftern untereinander und mit den Lieferanten unterstreichen und vertiefen soll", wie es Präsident Jörg L. Jordan vom gleichnamigen Großhandelshaus in seiner Begrüßungsrede formulierte. "Denn wir schätzen den Wert von langjährigen persönlichen Beziehungen".

Mit Blick auf das aktuelle Geschäftsumfeld bezeichnete Jordan die Stimmung so gut wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. "Derzeit scheint die Konjunktursonne; das kann sich aber aufgrund vielfältiger Einflussfaktoren auch rasch ändern." Bei allem berechtigten Optimismus dürfe man Ungewissheiten über die Folgen des Brexit, die angespannte Situation in Teilen des europäischen Bankensektors und die geopolitischen Risiken nicht vernachlässigen. Jordan riet den Zuhörern deshalb: "Denken Sie bei Investitionsentscheidungen daran, keinen Ballast aufzubauen."

"Der Mensch steht im Mittelpunkt", sagte Holzring-Geschäftsführer Olaf Rützel in seiner Ansprache - stellte aber zugleich die provokante Frage, wie lange dies angesichts der rasant voranschreitenden Digitalisierung noch so bleibt. "Wahrscheinlich wird das Sekretariat in Zukunft durch ein Smartphone mit digitalem Assistenten ersetzt." Auch in der Holzbranche würden digitale Serviceleistungen rund um die Produkte immer stärker zum Wettbewerbsfaktor. Aber: Erst muss die Basis dafür geschaffen werden. "Artikeldaten sind aller Arbeit Anfang", konstatierte Rützel und fügte hinzu: "Das ist ein Thema, in dem die Branche noch nicht fit ist." Der Holzring selbst fühlt sich allerdings fit mit seinem elektronischen Produktdaten-Informationssystem, kurz EPIS, das derzeit implementiert wird und allen Mitgliedern als Zentralfunktion zur Verfügung steht. Zugleich appellierte der Verbandsgeschäftsführer an die anwesende Industrie: "Helfen Sie dem Handel mit professionellem Datenmanagement."

Der Holzring GmbH (Kooperationszentrale)
Gastgeber und Gastredner: Olaf Rützel, Dr. Peter Hamberger, Kurt Zech Jörg L. Jordan
Der Holzring GmbH (Kooperationszentrale)
Das erlebt man auch nicht alle Tage: Das festliche Abendessen in
Bremens schönstem Festraum, der Oberen Rathaushalle.

Die positive wirtschaftliche Entwicklung des Holzrings hat sich laut Rützel in der zweiten Jahreshälfte 2016 fortgesetzt. "September und Oktober sind sehr gut gelaufen, wir erwarten für das Gesamtjahr eine Steigerung der Einkaufsumsätze auf 840 bis 845 Mio. EUR, vielleicht sogar auf 850 Mio. EUR." Auch für 2017 ist er zuversichtlich, dass der Rückenwind anhält "und wir 2016 sogar noch toppen werden."

Typisch für die Branche sind traditionsreiche, inhabergeführte Unternehmen. Daher waren mit Dr. Peter Hamberger, Geschäftsführer der Hamberger Industriewerke und Kurt Zech, geschäftsführendem Gesellschafter der Zech Group, zwei Gastredner eingeladen, die solche vertreten und ihre jeweiligen Erfolgsfaktoren aufzeigten. Beim größten deutschen Parketthersteller sind das neben dem Engagement der Familie, auch in der operativen Führung - Dr.
Peter Hamberger selbst verkörpert die fünfte Generation - eine solide Basis und gleichzeitig die Anpassung an sich verändernde Märkte durch Diversifizierung. Außerdem eigenes Produkt-Know-how, Innovativität, Markenpolitik und vor allem motivierte Mitarbeiter. Damit behauptet sich Hamberger seit 150 Jahren am Markt und ist heute in über 90 Ländern präsent. Aktuell richtet man sich in Stephanskirchen auf kleinere Losgrößen ein - "Stichwort Individualisierung" -, experimentiert mit neuen Materialien, entwickelt neue Produkte und treibt die Internationalisierung weiter voran. "Wir sind sehr gut aufgestellt", unterstrich Dr. Peter Hamberger. "Unsere Produkte sind zwar "old economy", werden aber immer benötigt werden." | Claudia Weidt

aus Parkett Magazin 01/17 (Marketing)