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ITR Initiative Textile Räume e.V.

Initiative Textile Räume demonstriert gegen FFK, die freie Fensterkultur


Trillerpfeifen, Plakate und Sprechchöre für eine gute Sache: Das war das Ziel, als die Initiative Textile Räume pünktlich zum Start der Imm Cologne gegen FFK - die freie Fensterkultur - auf die Straße ging. Um es vorwegzunehmen: Es kam zu keinen Verhaftungen. "Und der Kölner Dom steht auch noch", lachte ITR-Geschäftsführer Karsten Brandt als Mitverantwortlicher der Aktion, die zwar für geteilte Meinungen sorgte, aber in jedem Fall Gesprächsstoff gab.

Erstmals gingen Mitglieder und Unterstützer der ITR zu so einer Aktion auf die Straße und demonstrierten für mehr Stoff im Wohnbereich. "Wie wichtig Stoffe für den Wohnraum sind, lässt sich nicht oft genug betonen", so Brandt. Leider herrsche in vielen Wohnzimmern nach wie vor die "freie Fensterkultur".

Um die Bedeutung von Wohntextilien wieder mehr in den Fokus zu rücken, riefen auf Initiative der ITR Vertreter der Heimtextilbranche und ihre Anhänger die Bevölkerung dazu auf, wieder mehr Stoff in die eigenen vier Wände einziehen zu lassen. Offiziell angemeldet und genehmigt, begleitet von Mitgliedern der Initiative, Raumausstattern, Studenten der Architektur und Textilwirtschaft sowie zahlreichen Besuchern startete die Demonstration lautstark vor dem Kölner Dom. Der Weg führte die Demonstranten, ausgestattet mit Transparenten und Plakaten, über die Hohenzollernbrücke bis zum Messeeingang Süd.

ITR Initiative Textile Räume e.V.
Mit Aufrufen wie "Kuscheln statt Kacheln" war den Demonstranten die Aufmerksamkeit von Passanten und Messebesuchern sicher.
ITR Initiative Textile Räume e.V.
Kommentar von Antje Lückingsmeier
Wer wagt, gewinnt

Wer wagt, gewinnt. Und wer wagt, auch Spott und kritische Töne auf sich zu ziehen, gewinnt auf jeden Fall schon einmal eines: Aufmerksamkeit. Und es ist ja nun einmal das Minimalziel aller Demonstrationen, dass zumindest über den Inhalt gesprochen wird. Im Fall der Stoff-Demo ist das gelungen – meiner Meinung nach mit der notwendigen Portion Augenzwinkern und viel guter Laune, die so angenehm ist neben allen kritischen, jammernden, miesepetrigen Nachrichten der heutigen Zeit. Ob die Leute nun kopfschüttelnd oder zustimmend lachen: Hauptsache, sie lachen.

Ich finde, die ITR hatte ein gutes Händchen. Vor der beeindruckenden Kulisse von Kölner Dom und Gevatter Rhein erreichten die Schlachtrufe für mehr Stoff im Alltag sicher das eine oder andere Ohr. Und im medialen Nachhall sorgte die Demo der Initiative noch zusätzlich für eine weite Verbreitung des Branchenanliegens. Wenn vielleicht auch nicht jeder einzelne Hersteller mit dem zu schützenden eigenen Image diese Form des Guerilla-Marketing wählen würde – in der Gruppe ist vieles erlaubt, die Menge schützt und stärkt. Ganz nach dem Motto: "Über wen nicht gesprochen wird, der wird vergessen" kann die Aktion als Erfolg verbucht werden. Für die ITR – und vielleicht auch am Ende des Tages für mehr bunten Stoff im Alltag.

"Textilien lassen sich wie kaum ein anderes Material im Handumdrehen in die eigenen vier Wände integrieren und steigern die Wohnqualität um ein Vielfaches", erklärte Karsten Brandt. Sie stehen für Behaglichkeit, geben jedem Raum das nötige Finish und schaffen eine bessere Akustik. "Die Liste der stofflichen Vorzüge ist lang - die gilt es immer wieder zu betonen." Mit der Demonstration wolle GibDirStoff ein klares Statement setzen: "Wir möchten die Bevölkerung motivieren, persönliche Bedürfnisse wie Wärme, Lichtschutz, eigene Vorlieben und Ästhetik wieder stärker durch Textilien zu erfüllen."

aus BTH Heimtex 03/17 (Marketing)