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Domotex Shanghai 2018 Branchen-Planer

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Parkett-Star 2017

Branchenbeste glänzen mit Kreativität

Auf der Domotex nahmen 14 Unternehmen aus Handel und Handwerk für ihr herausragendes Engagement bei der Vermarktung von Parkett den renommierten Branchenpreis Parkett Star entgegen. Höhepunkt der Preisverleihung war die Ehrung des Meisterwerke-Gründers Johannes Schulte für sein Lebenswerk.

Vor großem Publikum, darunter vielen namhaften Branchenvertretern, verlieh Parkett Magazin den Parkett Star auf der Domotex bereits zum sechsten Mal. In seiner Begrüßung appellierte Parkett Magazin-Herausgeber Peter Mau an die Preisträger, neue Ideen und Konzepte für die Vermarktung von Parkett zu entwickeln und in diesem Zuge auch den Branchenpreis aktiv zu nutzen: "Der Parkett-Star ist mehr als eine Urkunde. Werben Sie für ihr Unternehmen mit dieser Auszeichnung! Es gibt kaum bessere Möglichkeiten, sich und sein Unternehmen überzeugend und nachhaltig darzustellen." Auf die mit großer Spannung erwartete Preisverleihung stimmte schließlich Chefredakteurin Claudia Weidt ein: "In der Jurysitzung wird um die Vergabe jedes einzelnen Parkett Stars heftig gerungen - wer hier das Rennen macht, der gehört dann wirklich zu den Leuchttürmen der Branche."

Einer dieser Leuchttürme ist Parkettum Römmich (Göttingen), ausgezeichnet für das beste Fachgeschäft. Mit dem 2015 eröffneten Parkettgeschäft erfüllte sich Inhaber Artur Römmich den Traum von der eigenen Ausstellung. Die außergewöhnliche Gestaltung des Showrooms besticht durch einen Wechsel aus offenen Flächen und Nischen. Anthrazitfarbene Wände bringen die Produkte voll zur Geltung. "Ein starker Auftritt für das hochwertige Angebot eines modern ausgerichteten Parkettverlegebetriebes, der nahezu jeden Kundenwunsch realisiert", betonte Norbert Lauhöfer in der Laudatio.

Der Preis für die beste Parkett-Abteilung im Holzhandel ging an Hirsch Boden-Decke-Wand (Donauwörth). Inhaber Jürgen Hirsch gab dem Fachhandel ein modernes Gesicht. Bodentiefe Fensterfronten prägen das Erscheinungsbild des Gebäudes. Dahinter verbirgt sich eine auf markenaffine und zugleich preisorientierte Kunden ausgerichtete Ausstellung, die kontinuierlich aktualisiert wird, so dass es auf rund 3.000 m2 immer etwas Neues zu entdecken gibt. Parador-Geschäftsführer Lubert Winnecken: "Das Fachgeschäft verbindet digitalen und physischen Point of Sale. Um die Vergleichbarkeit mit dem Internet darzustellen, nutzt Jürgen Hirsch bewusst Marken, denn er weiß, für guten Service zahlt der Kunde auch mal ein bisschen mehr".

Mit den Worten, "Ich bin stolz darauf, dass Sie als Hagebau-Gesellschafter diesen Preis gewonnen haben", überreichte Hartmut Goldboom dem Gewinner Alexander Mill eine Trophäe für die beste Parkettabteilung im Baustoffhandel. Mill (Frammersbach) hat das Sortiment in Richtung Innenausbau erweitert und großzügig umgebaut, um den Bereich Parkett und Bodenbeläge prominent zu präsentieren. Zudem achtet der unterfränkische Baustoffhändler bei der Auswahl seiner Lieferanten auf eine gewisse Exklusivität in der Region.

Einen Neubau, der sich deutlich vom gewohnten Anblick eines Baustoffhandels abhebt, hat Max Schierer (Straubing) realisiert. Auftritt und Fassadengestaltung begeistern. Nachts leuchtet ein lang gestrecktes "S" wie "Schierer" das Bauwerk entlang; tagsüber zieht der trichterförmige Eingang zum "Stil Haus" die Blicke auf sich. Aber das allein ist noch kein Grund für die Auszeichnung mit dem Parkett Star: "Nicht das Produkt steht dort im Vordergrund, sondern die Lösungen. Die Mitarbeiter beraten den Kunden ganzheitlich und vermitteln am Ende auch den Auftrag zum Handwerker", hob Hartmut Goldboom in der Laudatio auf den Gewinner hervor.

Der Preis für den besten Geschäftsumbau im Handwerk ging an Parga Wohnkonzept. Das ursprünglich als Handel für Holzböden gegründete Braunschweiger Unternehmen hat sich zum Komplettdienstleiter für hochwertige Raumgestaltungen entwickelt. Beste Visitenkarte ist der großzügige, eindrucksvolle Showroom. Hier geht der Parkettbereich in gewerke- und produktübergreifende, ganzheitlich inszenierte Wohnwelten über - dem "Parga Haus by Parga Wohnkonzept".

Ausbildung ist mehr, als nur Fachwissen vermitteln, weiß man bei Wilfried Husnik (Laatzen). Über die Jahre wurden in dem Parkettverlegebetrieb viele Gesellen ausgebildet - und viele Landessieger hervorgebracht. Dieses Engagement wurde nun mit einem Parkett Star belohnt, den Peter Fendt in Hannover übergab. Der Bundesinnungsmeister dankte allen Betrieben, die trotz neuer, aus dem gesellschaftlichen Wandel entstehenden Anforderungen nach wie vor ausbilden: "Der Gesellschaft verantwortungsbewusst gegenüberstehende Betriebe kümmern sich auch um soziale Belange, etwa um sozial benachteiligte Jugendliche mit Migrationshintergrund aus Krisenregionen." Die Geschäftsleiter Jürgen, Sascha und Oliver Husnik helfen, soziale und gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern.

Die Portraits aller Sieger finden Sie unter goo.gl/Jgjj1V.
Ehrung für Johannes Schulte
Höhepunkt der festlichen Preisverleihung war die Ehrung von Johannes Schulte, geschäftsführender Gesellschafter der Meisterwerke, mit dem Parkett Star für das Lebenswerk. Mit ihm würdigt die Jury einen visionären Unternehmer, der in Rüthen aus einer lokalen Tischlerei einen Global Player mit Strahlkraft über die Grenzen hinweg schuf und mit seinen Entwicklungen die Branche insgesamt voran gebracht hat. Mit der Geschäftsübernahme im Jahr 1972 prägte er die Entwicklung eines Unternehmens, das heute europaweit zu den bedeutendsten Anbietern von Parkett, Laminat- und Designbodenbelägen sowie Leisten und Paneelen zählt.

Eine Laudatio auf den sichtlich gerührten Ehrenpreisträger hielt Frans De Cock, Mitglied des Aufsichtsrats Mohawk und langjähriger Weggefährte: "Johannes Schulte ist ein Unternehmer der alten Schule mit einem Unternehmen modernster Ausprägung. Er ist ein brillanter Techniker, ein Unternehmer mit Weitblick und als Führungskraft ein Leitbild. Seinen Mitarbeitern ist er Chef und Berater zugleich. Zu seinem Erfolgsgeheimnis gehören Kreativität, ein Gespür für Trends und der Glaube an die Zukunft. All das hat die Unternehmenskultur der Meisterwerke maßgeblich geprägt."

Grußworte des Verbands der Deutschen Parkettindustrie überbrachte Vorstandsmitglied Ansgar Igelbrink: "Ich freue mich besonders, wenn erneut ein Mitglied aus unseren Reihen eine besondere Auszeichnung erhält. Das Wort Innovation ist immer mit Johannes Schulte verbunden. Sobald eine Technologie, jedwede Verlegesysteme oder eine neue Art von Fußboden entwickelt werden, ist Johannes Schulte immer vorne dabei. Sein unternehmerisches Streben nach Neuem ließ eine kleine Tischlerei in Meiste groß werden – und so wird heute der eigentliche Ort zum Anhängsel eines der modernsten Holzwerke in Europa, quasi ein Meisterwerk."

"Da habt ihr wirklich etwas Gelungenes auf die Beine gestellt", begrüßte Alexander Israel die Preisträger Gaby und Kai Abker - und meinte damit die komplett neu programmierte Online-Präsenz des Parkett-Fachbetriebs Abker (Melle). Die mit einer modernen Bildsprache gestaltete Website transportiert gekonnt Informationen und Emotionen und orientiert sich zudem stark an der realen Ausstellung der Abkers - die ebenfalls etwas ganz Besonderes ist und bereits vor fünf Jahren mit einem Parkett Star prämiert worden war.

Die Trophäe für den besten Internetauftritt im Holzhandel hingegen ging an Holz Rentsch (Dresden). Die neue Website wurde auf Basis des Hagebau-Layouts entwickelt. Mit Erfolg: Bezahlte Werbung sorgt bei Google für ein bevorzugte Platzierung, und der Online-Shop verbucht jährlich zweistelliges Wachstum. Lars Leppke lobte die hinter diesem umfassenden Internetauftritt stehende Technologie als klar strukturiert, benutzerfreundlich, informativ, mobile-fähig und mit der Einkaufsplattform transparent vernetzt. "Das ist digital State of the art."

"Der Herr der Ringe ist heute wieder der Herr der Sterne - zum dritten Mal darf ich die Firma Babschanik hochleben lassen", hatte Klaus Stolzenberger richtig mitgerechnet. In diesem Jahr nahm Inhaber Jürgen Babschanik einen Parkett Star für das vorbildliche Werbekonzept mit nach Hause. Mit einer crossmedialen Strategie setzt sich das Parkettstudio aus Ebersbach regional und überregional professionell ins Licht - und nutzt dabei natürlich auch den Parkett Star, der sogar am Firmensitz prangt.

Was zeichnet ein gelungenes Kundenevent aus? Es erzielt größtmögliche Aufmerksamkeit. Die Holzparty bei Holzland Wischmann (Witten) ist eine solche Veranstaltung. Das jährlich ausgerichtete und regelmäßig ausverkaufte Image-Event hat sich "zu einer festen Größe entwickelt", so Frank Menke, "mit dem es dem Familienunternehmen immer wieder gelingt, eine persönliche Verbindung zu seinen Kunden in der Region zu pflegen. Die Trophäe für das "beste Kundenevent" nahmen stellvertetend für das Wischmann-Team Christian Schmidt und Jan Görtler entgegen.

In einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten Ideen zu entwickeln, macht einfach mehr Spaß. Der Parkettfachbetrieb Wohnraumprofi (Nürnberg) hat sich daher mit fünf weiteren Handwerksbetrieben und einem Holzgroßhandel zu der gewerkeübergreifenden Kooperation Pluswerker zusammengeschlossen. Originelle Marketingideen und eine respektable Gemeinschaftsausstellung sind ein Ergebnis. Ludger Schindler übergab den Preis für vorbildliche Kooperation: "Wir haben es bei diesem Netzwerk mit besonders engagierten und einfallsreichen Leuten zu tun. Seit 2006 arbeiten sie zusammen und zeigen, dass diese Kooperation mehr ist, als die Summe einzelner Teilbetriebe. Ihr durchgängiges Teamverständnis zeichnet die Pluswerker aus."

Über einen Sonderpreis, überreicht durch Klaus Stolzenberger, freute sich Bodo Ziegler, Inhaber von Floor-Concept (Höchheim). Bei dem fränkischen Handwerksbetrieb absolviert der afghanische Asylbewerber Mohammad Haidari seit 2015 eine Ausbildung zum Parkettleger. Trotz fehlender Rechtssicherheit über seine Aufenthaltsdauer, überwiegt für Bodo Ziegler die Chance, mit ihm dauerhaft einen guten Mitarbeiter gewonnen zu haben. Ein Vorbild für gelebte Integration, so die einhellige Meinung der Juroren.

Einen weiteren Sonderpreis - dieses mal für unternehmerischen Mut - nahm Martin Oberacher entgegen. Detlef Storch übergab die Trophäe und berichtete von einem "besonderen Unternehmen, mit einer außergewöhnlichen Geschichte": Kurz vor Fertigstellung war das Holz-Studio Oberacher (Oberndorf) nahezu vollständig niedergebrannt. Obwohl die Ursache für das Feuer nicht abschließend geklärt war und die Versicherung somit noch nicht für den Schaden eintrat, brachte Martin Oberacher das Geschäft umgehend wieder zum Laufen und machte sich an den Wiederaufbau - mit eigenen Mitteln und beeindruckendem Zuspruch aus dem Umfeld.
Imke Laurinat

aus Parkett Magazin 02/2017 (Handel)