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Deutsche Umwelthilfe sieht Versäumnisse der Teppichbodenindustrie


Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert die Hersteller von Teppichböden, weil sie ihre Recycling-versprechen nicht einhalten würden. Interface hat reagiert und verweist auf kontinuierliche Anstrengungen für Verbesserungen.

In einer Studie wirft die Deutsche Umwelthilfe (DUH) der europäischen Teppichbodenindustrie vor, sich nicht ausreichend um Rücknahme, Recycling und Wiederverwertung von alten Teppichböden zu kümmern. Allein in Deutschland würden jährlich 400.000 t Auslegeware verbrannt. Das belaste die Umwelt und verschwende für die Wiederverwendung geeignete, hochwertige Kunststoffe. Gleichzeitig unterstellt die DUH den Herstellern, sie versuchten diese "unökologische Entsorgung ihrer Produkte" durch Begriffe wie "thermisches Recycling" zu kaschieren, was nichts anderes als Verbrennung bedeute.

Die Autoren schätzen die Menge an Teppichboden, die für ein Recycling zurückgenommen wird, auf lediglich rund 3 % der insgesamt in Deutschland vertriebenen Menge. Ihre Studie trägt daher den Titel "Unter den Teppich gekehrt: Das große Entsorgungsproblem der Teppichbodenindustrie in Deutschland".

Unter anderem "Greenwashing" wirft die neue Studie der Deutschen Umwelthilfe Teilen der Teppichbodenindustrie vor. Desso und Interface werden namentlich genannt.
Erin Meezan, stellvertretende Direktorin Nachhaltigkeit bei Interface:
"Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Produktion, die Entsorgung und das Recycling unserer Produkte zu verbessern."

Gute Fortschritte bei den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit sehen die Verfasser bei den Herstellern Desso und Interface. Sie gelten als nachhaltig und haben ambitionierte Nachhaltigkeitsversprechen auf Basis geschlossener Wertstoffkreisläufe gemacht. Doch selbst diese beiden würden aktuell nur zwischen 1,5 und 3 % der von ihnen in Verkehr gebrachten Teppichböden für ein Recycling zurücknehmen. Der Rest werde verbrannt oder lande auf Deponien.

Interface hat auf die Vorwürfe reagiert. Erin Meezan, stellvertretende Direktorin des Unternehmensbereichs Nachhaltigkeit räumt ein, dass es zu den Themen Teppichboden-Recycling und Kreislaufwirtschaft noch viel zu tun gebe. Gleichzeitig verweist sie auf die von Interface bereits erzielten Erfolge. "Wir arbeiten kontinuierlich mit unseren Partnern entlang der gesamten globalen Lieferkette zusammen, um die Produktion, die Entsorgung und das Recycling unserer Produkte zu verbessern", sagt Meezan. Man werde auch weiterhin regelmäßig den Kontakt zu Nichtregierungsorganisationen und weiteren Partnern im Bereich Nachhaltigkeit außerhalb des eigenen Marktes suchen, um sich zu verbessern.

aus BTH Heimtex 04/17 (Bodenbeläge)