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Glatter Untergrund für perfekt geklebte Tapeten


Damit der neue Wandbelag auf dem (alten) Untergrund seine ganze Schönheit entfalten kann, müssen eventuell vorhandene -Tapeten und Beschichtungen entfernt, die Flächen gespachtelt und grundiert werden. Im Fachbuch Tapetenwechsel wird das richtige Vorgehen erklärt.

Die Untergrundvorbereitung ist das A und O des Tapezierens. Wie sie gelingt, beschreibt das Fach- und Lehrbuch Tapetenwechsel, der A.S. Création Tapetenstiftung. Es wir an Berufsschulen für Maler, Gestalter und Raumausstatter verteilt.

Entfernen alter Tapeten

Alte Tapeten sollten restlos entfernt werden, andernfalls führen Spannungen und Feuchtigkeitsansammlungen zum Ablösen der neuen Tapeten. Bei Präge- und Reliefdrucktapeten würden sich Strukturen auf der Oberfläche der neuen Tapete durchdrücken. Alte Bronzedrucktechniken oder metallische Tapeten könnten zu Verfärbungen bei hellen Tapeten führen.

Alte Tapeten lassen sich nach dem Einweichen mit Wasser relativ leicht in Bahnen abziehen. Sollten sie sich als hartnäckig erweisen, kann dem Wasser Tapetenlöser beigefügt werden. Durch die Verwendung chemischer Zusätze wird die Oberflächenspannung des Wassers verändert und somit die Benetzbarkeit der Tapete ver-bessert. Ebenso wirksam ist die Zugabe von ca. 5 bis 10 % Kleister zum Wasser. Nach kurzer Einweichzeit können die Tapetenbahnen mit dem Tapetenschaber abgekratzt werden.

Waschbeständige Tapeten können mit einer Perforierwalze durchlöchert werden, damit die Einweichmittel durch die Öffnungen besser eindringen können. Irreversible Klebeuntergründen können durch Wärme gelöst werden. Hierzu kann ein Heißdampfgerät verwendet werden.

Entfernen alter Beschichtungen

Auch alte Beschichtungen ohne Tapeten müssen vorbehandelt werden. Schlecht haftende Altbeschichtungen sind kein idealer Untergrund für Klebemittel. Auch Leimfarben sind reversibel und damit kein tragfähiger Untergrund für eine Tapezierung. Sie lassen sich mit Wasser entfernen. Wischfeste Dispersionsanstriche lassen sich mit Wasser und Zugabe von Tapetenlöser anquellen und können dann abgeschabt werden. Waschfeste Dispersionsanstriche dagegen müssen durch den Klebebandtest auf ihre Haftung hin überprüft werden.

Tapeten brauchen einen gut vorbereiteten Untergrund, um optisch ihre volle Wirkung zu erzielen.

Feste Beschichtungen hingegen müssen abgestoßen werden. Öl- und Alkydharzlackfarben lösen sich durch Absaugen. Nikotin- und Farbstiftflecken können mit Absperrmitteln entfernt werden, um ein Durchschlagen der Flecken zu vermeiden. Der optimale Tapezier-untergrund ist vollflächig glatt, sauber und eben.

Spachtelarbeiten

Alle Untergründe mit rauer Oberfläche sind vollflächig zu spachteln und zu glätten. Die Qualität der Spachtelung muss auf die zu klebende Wandbekleidung angepasst sein. Die Spachtelschicht muss zum Beginn der Tapezierung getrocknet und schleifbar sein. Eine glatte, ebene Wand ist für die Tapezierung sehr wichtig. Löcher, Risse, Spachtelgrate und Nahtstöße von Gipsbauplatten sollten gut verspachtelt werden, andernfalls bleiben sie nach dem Tapezieren sichtbar.

Arten und Funktionen des Grundierens

Tiefengrund reguliert die Saugfähigkeit und egalisiert das Saug-verhalten des Untergrunds. Tapetengrund sorgt für ausreichende Haftung bei nachfolgenden Tapezier- und Klebearbeiten. Isolier-grund sperrt wasserlösliche Salze, Nikotin oder Spuren von lösemittel-haltigen Stiften ab.

Grundanstriche sollten:
-leicht sandende Putze/kreidende Restanstriche festigen.
-das Aufweichen der Oberfläche von Gipskartonplatten verhindern, damit sich die Tapeten später besser lösen lassen.
-den Untergrund nicht unnötig absperren.
-aus Gründen des Arbeitsschutzes und der Ökologie aus wasser-basierten Grundstoffen bestehen.

aus BTH Heimtex 04/17 (Tapeten, Wandbeschichtungen)