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EuroShop 2017

Onliner befeuern Emotionalisierung des Handels


Düsseldorf. Wer Kunden in sein Geschäft locken möchte, muss Ihnen ein ansprechendes Umfeld bieten. Ein zeitgemäßer Ladenbau ist dabei wichtiger Bestandteil des Einkaufserlebnisses und eine attraktive Eintrittskarte jedes Einzelhändlers. Die neuesten Trends und Entwicklungen gab es auf der Düsseldorfer EuroShop zu sehen, der weltgrößten Fachmesse für den Investitionsbedarf des Handels. Ein Besuch, der sich lohnt.

Die dominierenden Themen der EuroShop 2017 waren die fortschreitende Digitalisierung im Handel, maßgeschneiderte Omnichannel-Lösungen und die Emotionalisierung des Shoppingerlebnisses im Geschäft. Die Messe präsentierte unter anderem Ladenbau-Konzepte, Lichtsysteme, Bodenbeläge und Merchandising-Mittel. Wer sich als Einzelhändler mit dem Gedanken befasst, sein Geschäft neu zu gestalten, fand auf der Messe also Anregungen en masse.

Der Onlinehandel beflügele aktuell die Investitionen der Branche in ihre stationären Geschäfte, stellt man auf der Messe fest. Denn im Wettbewerb mit den Anbietern im Internet ist der Handel gefordert, seine Geschäfte immer attraktiver zu gestalten. Gleichzeitig sorgt die Verzahnung der Ladengeschäfte mit dem Internet für ganz neue Handels- und Einrichtungskonzepte. Moderne Informationstechnologie wird dabei immer wichtiger.

"Der Kunde erwartet beides, einerseits das Einkaufserlebnis vor Ort, andererseits die Lieferung an die eigene Haustür. Der klassische stationäre Handel baut seine Webshops immer mehr aus und die großen Onlinehändler setzen zunehmend auf die Eröffnung eigener Läden. Die EuroShop hat es geschafft, beide Welten zusammenzubringen", so Michael Gerling, Geschäftsführer des EHI Retail Institute. Er ergänzt: "Ladengeschäfte und Onlinehandel wachsen immer mehr zusammen und so verschmelzen auf der EuroShop auch die Ausstellungsbereiche Ladenbau und Technologie zunehmend."

Die nur alle drei Jahre stattfindende Messe war in diesem Jahr mit einem optimierten Konzept an den Start gegangen. Das verfeinerte Profil aus sieben klar definierten Themenbereichen (POP Marketing, Expo & Event Marketing, Retail Technology, Lighting, Visual Merchandising, Shop Fitting & Store Design und Food Tech & Energy Management) sei bei Ausstellern und Besuchern gleichermaßen auf Zustimmung gestoßen, resümiert die Messegesellschaft. Denn die Aussteller konnten so optimal positioniert werden, während die Besucher je nach Interessengebiet bequem zu den gesuchten Anbietern gelangten. Die mehr als 113.000 Besucher bedeuten einen Zuwachs von rund vier Prozent im Vergleich zur Messe 2014. Sogar am letzten Messetag waren die Hallen noch gut besucht.

Euroshop
Mehr als 113.000 Besucher strömten während der fünf Ausstellungstage zur EuroShop.

Foto: Messe Düsseldorf

Die EuroShop 2017 untermauerte auch: Das oberste Gebot für die Läden selbst lautet Emotionalisierung pur. Storytelling stand bei vielen Konzepten, Lösungen und Produkten der EuroShop 2017 im Vordergrund. Ob Architektur, Design, Beleuchtung oder die Einbettung modernster digitaler Medien in den Ladenbau, alles muss einer gemeinsamen Dramaturgie folgen, um dem Endverbraucher den gewissen Kick zu geben. So verwundert es nicht, dass gerade das Visual Merchandising für die individuelle Gestaltung von Verkaufsflächen weiter stark an Bedeutung gewinnt. Die Investitionsbereitschaft des Handels in Deutschland habe sich hier branchenübergreifend nahezu verdoppelt, so eine Studie des EHI, die zur EuroShop vorgestellt wurde.

Der Handel investiert aber auch kräftig in LED-Technologie und Kältetechnik. Dies war nicht nur ein weiteres Ergebnis der EHI-Studie, sondern zeigte sich auch in den Messehallen. Energieersparnis und Nachhaltigkeit besitzen für Händler dabei oberste Priorität, weshalb das EuroShop Special Ecopark mit begleitendem Forum hohen Zuspruch fand.

Die nächste EuroShop findet 2020 in Düsseldorf statt, allerdings bereits vom 16. bis 20. Februar. Die nächste EuroCIS, als jährliche Veranstaltung speziell zu den Themen der Retail Technology, startet im kommenden Jahr am 27. Februar und geht bis zum 1. März 2018.

aus Haustex 04/17 (Wirtschaft)