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Hagebau Fachhandel: Über 140 Teilnehmer beim Holzhandelstag 2017

Holzsparte ist konstanter Wachstumstreiber


"Holz ist Zukunft" - dieses Motto stand nicht nur über dem 17. Holzhandelstag der Hagebau, sondern nimmt generell für die Kooperation Gestalt an: Denn die Erlöse der Holzsparte erreichten 2016 mit 792,6 Mio. EUR ein neues Rekordniveau. Als künftige Aktionsfelder sieht die Hagebau vor allem die Digitalisierung, die Optimierung der Lieferketten, die Aus- und Weiterbildung und den Fachkräftemangel.

Der Hagebau Fachhandel konnte 2016 seine Position als einer der größten und bedeutendsten Marktteilnehmer in der Holzbranche weiter festigen und ausbauen: Mit einem deutlichen Plus von 5,5 % auf 792,9 Mio. EUR erreichte die Sparte Holz der Kooperation 2016 ein neues Rekordniveau und bestätigte sich als "konstanter Wachstumstreiber". "Wir sind mit der positiven Entwicklung des Sortimentsbereichs Holz sehr zufrieden und sehen uns in unserer Wachstumsstrategie auch in diesem Segment auf Kurs", äußerte sich Hartmut Goldboom, Geschäftsführer des Hagebau Fachhandels auf dem diesjährigen Holzhandelstag in Köln erfreut. International sei man ebenfalls vorangekommen: So trugen die ausländischen Gesellschafter im vergangenen Jahr über 8 % zum Umsatz der Holzsparte bei.

Größter Zuwachs im Sortiment Boden/Wand/Decke

Explizit verwies Goldboom darauf, dass das Wachstum trotz des Preisverfalls in wichtigen Massensortimenten wie OSB erreicht werden konnte. Alle Warengruppen hätten zugelegt, am meisten Boden/Wand/Decke mit einem Plus von 7,4 % vor Wertholz/Hobelware (+ 6 %), Bauelementen (+ 5,5 %) und Schnittholz/Hobelware (+ 2,7 %). "Sehr gut entwickelt" hat sich laut Goldboom auch der Absatz von Bodenbelägen der Eigenmarke "Wunderwerk est. 1964", etwa im Bereich Laminat, der 2016 insgesamt rückläufig war.

Branchenübergreifende Zusammenarbeit

Lars Lepke, Abteilungsleiter Vertrieb Holz sieht den Erfolg als Ergebnis der strategisch ausdifferenzierten Dienstleistungen für die Gesellschafter. Einer der wichtigsten Faktoren seien die Spezialisierungssysteme Holzbau Fachhandel, Fachhandel für Tischler +Schreiner und Holzprofi, die "Vertriebsunterstützung aus einem Guss" für den Holzgroß- und den Holzeinzelhandel bereitstellten.

Ein weiterer strategischer Baustein sei die "Spezialisierung 2.1", die Einkauf und Vertrieb stärker verzahnen will. Ziel ist auch eine übergreifende Zusammenarbeit aller Hagebau-Spezialisierungssysteme über die Branchen Holz, Baustoffe und Fliesen hinweg. Aktuelles Beispiel: Um den Wachstumsmarkt Holzterrasse zu bearbeiten, haben fünf Spezialisierungssysteme ihr Know-how in einer gemeinsamen Kampagne gebündelt. 300 Standorte des Fachhandels nehmen daran teil.

Hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG
Rekordumsätze 2016, Rekordteilnahme beim 17. Holzhandelstag: Die Holzsparte boomt beim Hagebau Fachhandel.

Fokusthema Digitalisierung

Die Digitalisierung ist für die Soltauer schon länger ein strategisches Kernthema. "Wir sehen uns hier als Vorreiter innovativer Lösungen für die Marktbearbeitung", sagte Goldboom selbstbewusst. So biete etwa Holz Profi seinen Kunden ein multimediales Kauferlebnis: Smartphone- und Tablet-Nutzer können seit 2016 an den ersten Standorten per Multi-Channel-Informationssystem (MCI) durch die Ausstellung das Sortiment navigieren. QR-Codes auf den Bodenbelägen machen es möglich.

Verbindlichkeit steigern

Die Verbindlichkeit zwischen Hagebau und Lieferanten soll durch ein Lagerkernsortiment gesteigert werden, das künftig von allen Standorten der Spezialisierungssysteme unterhalten wird. Mit den Eigenmarken "Wunderwerk est. 1964" und "Butler macht’s!" will die Kooperation ihren Händlern eine Alleinstellung im Markt bieten. Im Holzbereich laufen darunter hochwertige Fußböden wie Massiv-holzdielen, Fertigparkett, Laminat, Kork, Designbeläge und Terrassendielen. Die Eigenmarkenprodukte werden von der Hagebau Logistik eingelagert, nehmen also keinen Platz im eigenen Lager weg.

Man darf aber nicht nur allein die Produkte und Prozesse im Auge haben, sondern muss auch den Faktor Mensch berücksichtigen; der Mangel an Fachkräften und Nachwuchs ist ein großes Problem für die Branche, das sich in Zukunft eher verschärfen als verkleinern dürfte. Goldboom appellierte deshalb an den Holzhandel, sich für Aus- und Weiterbildung zu engagieren. "Wir müssen in die Menschen in unserer Branche investieren." Die Hagebau etwa bietet mit dem Konzept "Mobiler Campus" standortnahe Verkäufertrainings für die Mitarbeiter des Holzhandels.

aus Parkett Magazin 03/17 (Wirtschaft)