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Bodenspachtelmassen – eine glatte Notwendigkeit


Die Ansprüche, die der Kunde und auch der Nutzer heutzutage an einen Fußboden stellen, sind hoch. Neben einer besonderen Belastbarkeit, eines einzigartigen Designs und behaglicher Wirkung schwingt dabei immer auch eine fast als banal zu bezeichnende Präzision mit: die Ebenheit. Uwe Elvert, Leiter Technical Sales Mangement der zur PCI-Gruppe gehörenden Marke Thomsit, gibt einen Überblick über die Rezepturen, die Entwicklung und die Einordnung von Bodenspachtelmassen.

Der Hintergrund für den Einsatz von Spachtelmassen liegt auf der Hand: Was bringt das schönste Holzdekor eines hochwertigen Vinyl-Designbelags, wenn der Betrachter durch Beulen aus der ansonsten fotorealistische Optik herausgerissen wird. Und wer möchte schon einen edlen Massivparkettboden, der einer Bongo-Trommel im Klang in nichts nachsteht? Die dekorativste Teppichbodenfläche wird zum Ärgernis und zur Stolpergefahr, wenn der darauf fahrende Bürostuhl sich nur mühsam über textile Wellen bewegen lässt.

Das Ergebnis der Bodenbelagarbeiten steht und fällt in der Regel mit dem Einsatz und der Verarbeitung der Verlegewerkstoffe. Allen voran sind hier die Spachtelmassen zu nennen. Sie sind es, die aus einem schlechten, einen belegreifen Untergrund machen. Sie sind es aber auch, die erst die Klebungen der meisten Bodenbeläge ermöglichen. Um solche und andere Zusammenhänge sichtbar zu machen, muss sich der Verleger näher mit den Details der Spachtelmassen beschäftigen. Hier gilt wie meist im handwerklichen Bereich: Nur wer sein Material genau kennt, kann es optimal verarbeiten.

Aktuelle Spachtelmassen sind echte Hightech-Produkte

Schaut man sich die Fähigkeiten moderner Spachtelmassen genauer an, wird klar, dass es sich dabei schon im Prinzip um "Wunderpulver" handelt. Betrachtet man die Entwicklungsdetails zementbasierter Varianten in starker Vereinfachung und nur als Prinzipschema, sieht der Prozess etwa so aus: In der Regel beginnt beim Zement - ganz allgemein gesehen - die Erhärtung unmittelbar mit der Zugabe von Wasser. Das ist jedoch für den Verarbeiter ungünstig, weil die Mischung ja erst auf den Boden ausgegossen und meist großflächig verteilt werden muss. Die rasche Erhärtung der Masse ist zwar gewünscht, aber eben nicht sofort. Demzufolge benötigt das System eine Art Bremse für die Zementreaktion in Form von speziellen Zusätzen. Die Bezeichnung "Verzögerer" für die chemische Kleinstkomponente beschreibt deren Funktion sehr gut. Ein wichtiger Zeitgewinn ist somit eingebaut.

Die Zement- und Wassermischung allein bildet allerdings noch keine brauchbare, belastbare Schicht für die Aufnahme von Bodenbelägen. Vor allem dürfte eine massive Rissbildung aufgrund des deutlichen Schwindverhaltens vom Zement entstehen. Als Gegenmaßnahme bietet sich Sand als Unterstützung an, der eine Spannung abbauende Wirkung zeigt. Den Spachtelmassensystemen werden u. a. deswegen gezielt abgestimmte Feinsandsieblinien hinzugefügt. Damit entsteht allerdings ein neues Problem. Da die Abbindezeit verzögert ist, würde der Sand relativ schnell zu Boden sinken und daher nicht in das Gesamtgefüge eingebaut. Ein weiterer Zusatz, der Stabilisierer, muss her. Er sorgt dafür, dass die Sandpartikel in der Mischung lange genug in der Schwebe gehalten werden. Und Kunststoffadditive in Form von Dispersionspulver sorgen für eine Haftungssteigerung und eine gewisse Flexibilität des sonst eher spröden Mörtels.

Ein unangenehmer Nebeneffekt taucht mit der Zugabe des stabilisierenden Mittels auf, denn die Masse wird nun relativ dickflüssig. Mit speziellen Substanzen, die zutreffend Verflüssiger genannt werden, lässt sich der unerwünschte Nebeneffekt dann weitestgehend neutralisieren, allerdings zu Lasten einer deutlichen Schaumbildung. Da Schaum mit Festigkeitsverlust einhergeht, bleibt keine Wahl. Ein weiterer Zusatz mit dem Namen Entschäumer vertreibt Bläschengewirr und sorgt für ein sehr feinporiges Gefüge.

Kein Zusatz ohne Konsequenz. Durch Hinzufügen des Entschäumers zeigen sich beim Abbinden manchmal Feinstanteile auf der Oberfläche der Masse. Ob ein weiteres Additiv erforderlich ist oder eine Konzentrationsänderung der anderen Komponenten notwendig wird, wird über eine Vielzahl an Versuchsmischungen ermittelt. Zugegeben, ein stark vereinfachtes Szenario. Es zeigt aber zumindest ansatzweise die Hürden auf, die mit einer solchen Entwicklungsarbeit einhergehen, um den Ansprüchen heutiger Baustellengegebenheiten zu entsprechen. Ein kurzer Abstecher in die Zementchemie verdeutlicht außerdem, dass es sich beim Zement keineswegs um eine Substanz handelt, die exakte, vorhersagbare chemische Reaktionen zeigt. Vielmehr erhält man je nach Umgebungsbedingungen sehr unterschiedliche Abbindeergebnisse, die sich im Kristallgefüge, in der Farbgebung oder anderen Eigenschaften offenbaren. Was vielleicht etwas wenig Beachtung findet: Das vielfach verwendete Wort "Zement" ist vergleichbar mit dem Begriff "Auto", es handelt sich also um einen Oberbegriff und beschreibt keine konkrete Substanz. Nicht viel anders verlaufen übrigens die Entwicklungen gipsbasierter Ausgleichsmassen. Es ist stets ein langer Weg bis zum fertigen Produkt, der immer mit vielen Test im Labor und in der Praxis begleitet wird.

Spachtelmassenrezepturen im Wandel der Zeit

Rezepturen von Spachtelmassen unterliegen wie die anderer Produkte einem "natürlichen" Wandel. Neben dem Innovationsgedanken der Marketingabteilungen gibt es eine Vielzahl an weiteren Einflüssen, die Änderungen der Systeme regelrecht erfordern. Zum Beispiel, wenn plötzlich die Verfügbarkeit eines Additivs nicht mehr gewährleistet ist. Extreme Preissteigerungen bei den Rohstoffen können eine Rezeptur unwirtschaftlich machen. Nicht zuletzt führen auch kritische Rückmeldungen von Kunden zu Anpassungen in den Rezepturen, weil bestimmte Eigenschaften gewünscht oder negative Erfahrungen zurückgemeldet werden. Ohne triftigen Grund wird sich aber wohl niemand an hochkomplizierte Rezepturänderungen heranwagen.

Die Bodenspachtelmassen der ersten Generation basierten auf dem primären Einsatz von Portlandzement. In Kombination mit den Anregern Gips sowie Tonerdeschmelzzement als Zudosierung lieferten diese recht brauchbare Resultate. Hinsichtlich ihrer Festigkeit und der damit verbundenen Belastbarkeit konnten diese Varianten für ein breites Einsatzspektrum eingesetzt werden. Hinsichtlich der zu erreichenden Verlaufseigenschaften und auch an den Trocknungsverlauf mussten allerdings Abstriche gemacht werden. Meist -ergaben sich beim Anmischen eher sämige, vergleichsweise schlecht selbstverlaufende Mörtel. Auch das Mischen selbst war deutlich aufwändiger als heute. Das zügige Lösungsvermögen des Spachtelmassenpulvers in Wasser ist ebenfalls eine wichtige Eigenschaft solcher Systeme, die in die Auswahl der Rezepturbestandteile (Additive) einfließen. Das Pulver soll möglichst schnell in Lösung gehen, was aber angesichts der vielen Einzelsubstanzen einfacher gesagt als getan ist, denn die Zutaten haben sehr differente Lösungsbestrebungen. Entscheidend ist, dass alle löslichen Bestandteile im Anmachwasser auch tatsächlich gelöst sind, denn nur dann steht die volle Leistung des Produktes zur Verfügung. Im Gegensatz zu früheren, langen Anrührzeiten von teilweise bis zu acht Minuten sind heute rund zwei Minuten mit einem ordentlichen Rührwerk in der Regel ausreichend.

Anfang der 1990er Jahre entstanden die ersten Konzepte, mit speziellen Zementgemischen eine raschere und effektivere Wasserbindung zu erzielen. In der Kombination aus Portlandzement, Tonerdeschmelzzement und Gips wurden Spachtelmassensysteme kreiert, die als Ettringitbildner bezeichnet werden. Bei Ettringit handelt es sich um ein kristallines Gebilde mit erstaunlicher Eigenschaft. Der Name leitet sich vom ersten Fundort ab (Ettringen in der Eifel). Ein einziger Kristall Ettringit kann rund 50% mehr Wasser binden als dies bei einfachen, hydraulischen Zementreaktionen der Fall ist. Auf diesem Weg lassen sich verlaufsfreudigere Ausgleichsmassen herstellen. Ein anderer spezieller Inhaltsstoff mit dem Namen Casein sorgte in dem System unter anderem dafür, dass ein ausgewogenes Wasserrückhaltevermögen vorhanden ist. Insbesondere auf saugfähigeren Untergründen kann diese Eigenschaft entscheidend sein: Der frisch aufgetragenen Spachtelmasse kann so das Wasser nur sehr langsam vom Untergrund entzogen werden. Sie bleibt deswegen zunächst relativ lange fließ- als auch lauffähig und bildet auf diese Weise sichtbar glattere Oberflächen aus als die Vorgängermodelle. Gleichzeitig wird der Verarbeiter jedoch feststellen, dass die Masse beim Verteilen intensiver am Werkzeug haftet und sich sehr sämig zeigt.

Hochleistungsverflüssiger wirken sich in aktuellen Spachtelmassen erheblich auf die Fließeigenschaft aus. Vertreter der aktuellen Spachtelmassen-Generation enthalten inzwischen Hochleistungsverflüssiger. Substanzen, die bereits in geringer Dosierung erhebliche Auswirkung auf die Fließeigenschaft haben. Die Selbstglättung heutiger Spachtelmassen hat erstaunliche Arbeitsergebnisse zur Folge. Extreme Oberflächenglätte, deren Beschaffenheit fast einer Glasplatte ähnelt, in Kombination mit dennoch guter Saugfähigkeit und Staubarmut sind aktuell das Markenzeichen für qualitativ hochwertige Produkte.

Spachtelmassen in Hülle und Fülle

Es gibt im Prinzip wohl kaum einen fußbodentechnischen Anwendungsfall, für den eine Spachtelmasse nicht die notwendigen Eigenschaften mitbringt. Das Handwerk kann diesbezüglich wirklich aus dem Vollen schöpfen, denn diese Produktgruppe bietet ein breites Spektrum an Leistungsfähigkeit. Es versteht sich von selbst, dass diese Leistungen sich nur dann abrufen lassen, wenn die richtige Produktwahl getroffen wird und eine sach- und fachgerechte Verarbeitung erfolgt. Passende klimatische Umgebungsbedingungen gehören gleichermaßen dazu, wie der sinnvolle Einsatz des geeigneten Rückwerks - ein Akkuschrauber mit aufgestecktem Farbrührer reicht nicht aus.

Spachtelmassen gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten Bestanteilen beim Aufbau einer Fußbodenkonstruktion.
Für das Ausgießen einer frisch angerührten Spachtelmasse gibt es arbeitserleichternde Kippvorrichtungen auf Rädern.
Das Spachteln mit der Glättkelle ist nach wie vor das am weitesten verbreitete Verfahren zum Ausbringen von selbstverlaufenden Spachtelmassen. Bei entsprechender Erfahrung können sämtliche Schichtdickenbereiche bis ca. 20 mm in einem Arbeitsgang ausgebracht werden.
Rakeln bietet für die Verarbeitung nur Vorteile und der Verleger kann gelenkschonend im Stehen arbeiten.
Standfeste Spachtelmassen werden primär als Reparatur- und Modelliermassen verwendet.
Mit Hilfe einer Stachelwalze lassen sich Spachtelmassen entlüften.

Schon Standardspachtelmassen im unteren Preissegment sind geeignet auf Unterböden mit Fußbodenheizung und halten der Belastung von Stuhlrollen stand. Im Vergleich zu den höherwertigen Massen liegen die erreichbaren Festigkeiten solcher Produkte auf einem guten, aber unterem Niveau. Rezepturbedingt verläuft der Trocknungsprozess bei dieser Gruppe häufig langsamer als bei Produkten der darüber liegenden Preisklassen.

In diesem Zusammenhang wird in dem ein oder anderen Fall die "gute Schleifbarkeit" vom Verarbeiter gelobt. Allerdings übersieht man dabei leicht, dass ein einfach zu bewerkstelligendes Abschleifen bei Spachtelmassen ein Zeichen geringerer Festigkeit ist. Geradezu fatal ist die Annahme, eine Ausgleichsmasse irgendwie auf den Untergrund aufzutragen und dann zu glauben, mit ein bisschen Nachschleifen würde diese Fläche schon glatt. Eine Vielzahl von Negativbeispielen sogenannter "Buckelpisten" - z. B. im Gegenlicht stark wellige PVC-Flächen mit Glanzeinpflege - zeigt, dass es mit einer Einscheibenmaschine nicht gelingen kann, eine hinreichend glatte Ebene für den Einbau z. B. von elastischen Belägen herzurichten. Solche Flächen werden von den Branchen-Sachverständigen heutzutage beanstandet, da sich ein deutlich besseres Bild ohne größeren Aufwand herstellen lässt. Ziel muss es sein, eine Ausgleichsmasse in der Art einzubauen, ohne dass ein Nacharbeiten erforderlich ist. Ausgenommen davon ist das übliche schnelle Überschleifen mit einer feinen Körnung zur Schmutz- und Staubentfernung.

Hochwertige Spachtelmassen zeigen deutlich mehr Festigkeit, spürbar bessere Verlaufseigenschaften sowie eine geringere Schwindneigung. Das ihnen eigene hohe Festigkeitsniveau prädestiniert sie auch für den Einsatz unter allen Parkettvarianten. Sie lassen sich außerdem meist in dickeren Schichten installieren und sind für das perfekte Zusammenlaufen, selbst bei längerem zeitlichen Abstand einzelner Anmischungen, optimiert. Bodenspachtelmassen dieser Kategorie mit Faserzusatz eignen sich zudem für die Verwendung auf Holzuntergründen wie Span-/OSB-Platten oder Holzdielenflächen. Spitzenprodukte weisen fühlbar spiegelglatte Oberflächen aus. Sie sind durchsetzt von feinen Poren, welche die Basis für die gute Saugfähigkeit sind.

Speziell konzipiert werden sogenannte Dickschichtausgleiche, weil sie neben den oben bereits geschilderten Eigenschaften auch eine gröbere Sandsieblinie beinhalten. Der besondere Sandanteil wirkt sich weiter schwindreduzierend und bei der Abbindung kühlend aus, was insgesamt merklich weniger Spannungen im Aufbau erzeugt. Obwohl gröberer Sand beigemischt ist, ergeben sich aufgrund der ausgeklügelten Zusammensetzung bei Premiumprodukten dennoch erstaunlich glatte Oberflächen, die unmittelbar selbst empfindliche elastische Bodenbeläge aufnehmen können.

Fast schwindfreie Erhärtung

Die aktuell auf dem Markt erhältlichen Gipsspachtelmassen sind nicht mehr mit den historischen Vorgängern vergleichbar. Sie können in Punkto Verarbeitung, Fließverhalten, Festigkeit und Einsatzbereich im vollen Umfang mit den zementären Pendants mithalten. Auch im Hinblick auf die Oberflächenglätte stehen sie ihnen in nichts nach. Nahezu schwindfreie Gipsspachtelmassen sind eine interessante Alternative. Ihre nahezu schwindungsfreie Erhärtung macht sie auf der anderen Seite zu einem idealen Verlegewerkstoff auf zugkraftempfindlichen Untergründen, wie beispielsweise Gussasphalte oder geschwächte Altuntergründe. Es ist allerdings der Zeitbedarf für die Trocknung zu berücksichtigen. Bis etwa 3 mm Schicht entsprechen die Trocknungszeiten der gipsbasierten Massen denen der zementären Systeme. Darüber hinausgehende Dicken erfordern in der Regel je zusätzlichen Millimeter einen weiteren Tag der Trocknung.

Neben den selbst verlaufenden Ausgleichsmassen gibt es reichlich Anwendungsfälle, die einen pastösen Mörtel erfordern, zum Beispiel für Anspachtelungen oder bei der Treppenstufensanierung. Dazu bieten die Hersteller standfeste, zementäre Spachtelmassen an, die von schnittfest bis schwach verfließend einstellbar sind. Sie enthalten Schnellbinder, um ein zügiges Arbeiten zu ermöglichen. Die rasche Abbindung erfolgt unter Wärmeabgabe, was besondere Beachtung bei sehr dicken Schichten erfordert, und daher den Einsatz auf kleinere Flächen beschränkt. Die Wärmetönung erzeugt zusätzliche Spannungen, die der Untergrund aufnehmen muss. Auch bedeutet fest nicht gleichzeitig belegreif, da selbst in dem gerade erstarrten Mörtel noch größere Feuchtigkeitsmengen vorhanden sein können, die verdunsten müssen.

Eher ein Schattendasein verbringen Spezialspachtelmassen auf Kunststoffbasis. Zum einen ist die verarbeitungsfertig gelieferte Dispersionsspachtelmasse zu nennen, deren Einsatzgebiet sich weitestgehend auf das Abspachteln von Dämmunterlagen und alten CV- oder PVC-Böden beschränkt. Sie sind nur in dünnen Schichten bis etwa einen Millimeter aufzutragen und bilden nach der Trocknung eine nicht saugfähige, aber klebefreundliche Fläche. Klebungen hierauf erfordern spezielle Haftklebstoffe oder lösemittelfreie Kontaktkleber.

Zweikomponentige Reaktionsharzspachtelmassen auf der Basis Polyurethan eignen sich als wasserfreie, elastische Kunststoffschichten für den Einsatz auf wasserempfindlichen Untergründen. Auf beweglichen Unterböden wie Metallplatten (z. B. in Aufzügen) haben sie sich ebenso bewährt, wie auf Dämmunterlagen (z. B. im Sporthallenbereich). Die Erhärtung findet nicht durch Verdunstung, sondern auf Basis einer chemischen Reaktion statt. Entscheidend ist jedoch die genaue Einhaltung des Mischungsverhältnisses von Harz und Härter, sowie deren vollständige Mischung.

Fazit: Glatte Oberfläche ist Visitenkarte des Bodenlegers

Spachtelmassen gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten Bestandteilen beim Aufbau eines Fußbodens. Sie bilden die Basis für die Güte der handwerklichen Arbeit. Die Auswahl der passenden Ausgleichsmasse erfordert Profiwissen; schließlich sind für den jeweiligen Anwendungsfall meist mehrere Faktoren zu berücksichtigen (Untergrund, Belastung, Schichtdicke, usw.). Darüber hinaus müssen die physikalischen Randbedingungen stimmen, wie zum Beispiel die Trockenheit des Aufbaus.

Nachträglich einwirkende Feuchtigkeit in die Spachtelmasse muss zwingend ausgeschlossen sein, da diese aufgrund der Additive nicht resistent gegen dauerhafte Feuchtebelastung ist. Im Zweifel sollte dann vor Beginn der Arbeiten immer Rücksprache mit dem Produkthersteller gehalten werden, um kostenträchtige Beanstandungen zu vermeiden. Richtig angewendet ergeben die heute angebotenen Spachtelmassensysteme eine optisch ansprechende, nahezu makellos glatte Oberfläche und gleichzeitig ein gelungenes Werbebild des ausführenden Handwerksbetriebs.

Uwe Elvert der Autor
Uwe Elvert (60) ist Leiter des Technical Sales Managements der Marke Thomsit, die seit Jahresbeginn zur PCI-Gruppe gehört. Er stand seit 1986 in Diensten von Henkel und leitet seit 2002 den technischen Service von Thomsit. Seit Januar 2016 ist er zudem Sprecher der Initiative Bodenbeläge Kleben (IBK).

aus FussbodenTechnik 03/17 (Bodenbeläge)