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Bodenbelagsabsatz

Europa West/Ost im Vergleich


In Westeuoropa hat sich die Baubranche erholt, das merkt man auch an den steigenden Absatzzahlen bei Bodenbelägen inklusive keramischer Bodenfliesen. Anders sieht es in Osteuropa aus, wo vor allem die Probleme in Russland insgesamt für ein Minus sorgen.

Steigende Absatzzahlen bei Bodenbelägen in Westeuropa (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz und Spanien), rückläufige Mengen in Osteuropa (Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine und Ungarn). So lautet die Zusammenfassung der statistischen Zahlen, die Karlheinz Müller (b2b.marktforscher@t-online.de) zu den Jahren 2014 bis 2016 für BTH Heimtex zusammengestellt hat.

Noch klafft die Entwicklung nicht so weit auseinander, dass sich am grundsätzlichen Verhältnis von etwa 2:1 zugunsten Westeuropas etwas geändert hätte. Aber unabhängig von den politischen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten unserer Zeit kann man doch davon ausgehen, dass die Schere zumindest in naher Zukunft noch weiter auseinander gehen wird. Denn neben den zuletzt kleineren Einbrüchen in Serbien und der Ukraine sieht Müller den wesentlichen Grund für den Rückgang in Osteuropa in Russland. Der dortige Markt ist mit Abstand der größte der insgesamt 14 betrachteten und eine wirtschaftliche Erholung ist auch aufgrund der andauernden Sanktionen vorerst nicht zu erwarten.

Insgesamt ist der Bodenbelagsabsatz in den 17 genannten Staaten Westeuropas 2016 auf knapp 1,8 Mrd. m2 angestiegen. Das entspricht einem Plus von 1,3 %. Der Pro-Kopf-Verbrauch hat sich um knapp 1 % auf 4,22 m2 erhöht. Im Vergleich dazu gingen in Osteuropa die Gesamtmenge um 0,5 % auf 887,0 Mio. m2 und der Pro-Kopf-Verbrauch um 0,7 % auf 2,88 m2 zurück. Einbußen gab es in unterschiedlich großer Ausprägung in allen Sortimenten.

Designbeläge sorgen in West und Ost für Wachstum

Parkett hält seinen Marktanteil in West und Ost stabil. Foto: Hamberger
Marktanteile in West- und Osteuropa

Größte Warengruppe in Westeuropa ist nach wie vor der textile Bodenbelag. Im Verlauf der letzten drei Jahre hat er seinen Marktanteil bei gut 41 % halten können. Einbußen gab es bei gewebter Ware. Getuftete Produkte und Nadelvlies verzeichnen hingegen eine Aufwärtstendenz. In Osteuropa ist die Bedeutung des Teppichbodens weitaus geringer, er macht mit gut 29 % nicht einmal ein Drittel des Marktes aus. Aber er hat seinen Anteil geringfügig steigern können und bleibt auch hier der meistverkaufte Bodenbelag.

Auf Platz zwei rangieren im Osten elastische Beläge (27 %), die etwas an Marktbedeutung verloren haben. Einzig bei den heterogenen PVC-Belägen sorgen Designbeläge auf niedrigem Niveau für eine leichte Steigerung. Im Westen ist der Schub durch den Trendbelag so groß, dass sich der Marktanteil der Elastischen insgesamt auf 16 % erhöht hat.

Laminatböden sind in Westeuropa auf dem Rückzug, haben zwischen 2014 und 2016 weiter an Menge und Marktanteil (13 %) verloren. In Osteuropa zeigen sie sich hingegen konstant bei knapp unter 16 %. Gleiches gilt für Parkett (4 %), das sich auch im Westen oberhalb der 5 %-Marke behauptet.

Last but not least die keramischen Bodenbeläge. Auf sie entfallen im Westen wie im Osten rund 24 % des Marktvolumens.

aus BTH Heimtex 06/17 (Bodenbeläge)