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7x gemeinsam erfolgreich


Gemeinsam sind wir stärker. Mit diesem Wissen setzen gewerkeübergreifende Zusammenschlüsse auf gebündelte Energie und Expertise, um neue und zusätzliche Kunden zu akquirieren.

In der Zusammenarbeit geht vieles besser - oder es eröffnen sich sogar Geschäftsfelder, die alleine unerreichbar wären. Der einzelne Raumausstatter, Maler, Boden- oder Parkettleger kann auf der Suche nach neuen Kunden mit einem Blick über den Tellerrand sehr erfolgreich sein. BTH Heimtex und unsere Schwesterzeitschrift Parkett Magazin haben in den letzten Jahren eine Reihe von Unternehmen mit dem Heimtex- bzw. Parkett-Star ausgezeichnet, die Mitglied in einem solchen gewerkeübergreifenden Zusammenschluss sind.

Die meisten dieser Kooperationen setzen auf ganzheitliche Konzepte zur Ausstattung von Wohnungen oder Geschäftsräumen. Etwa mit einem gemeinsamen Showroom, in dem ein komplett eingerichtetes Bad den Blick auch auf den feuchtraumgeeigneten Bodenbelag oder die Badezimmertapete lenkt. Wollte der Kunde ursprünglich nur nach Armaturen schauen, hat er nun die benachbarten Gewerke mit im Blick und erhält Anregungen. Wenn er dann von dem Berater vor Ort auch gleich fundiert Auskunft zu allen Bereichen erhält, ist die Brücke ins Fachgeschäft schnell geschlagen. Und so erhält der raumausstattende Handwerker Kontakt zu jemandem, der ihm als Nur-Armaturenkäufer entgangen wäre.

Wichtige Voraussetzung dafür: Jedes Mitglied muss sich in den Gewerken der anderen auskennen. Im Kundengespräch in der gemeinsamen Ausstellung wird für die anderen mitgedacht und zusätzlicher Bedarf erfragt. Ist das Interesse geweckt, wird zur detaillierten Beratung an den jeweiligen Fachbetrieb verwiesen. Damit die Synergieeffekte in der Kundenakquise bestmöglich genutzt werden kann, sollten alle Partner qualitativ und leistungsmäßig auf einem Niveau liegen und die Kundenstruktur sollte zusammenpassen. Weil jedes Gewerk nur einmal vertreten ist, die Angebote einander ergänzen und nicht überschneiden, gibt es keine Konkurrenz. Einige Kooperationen achten bei ihren Mitgliedern darauf, dass sie als richtungsweisende und unverwechselbare Unternehmen in der Region bekannt sein sollen.

Ein einheitlicher Auftritt nach außen sorgt für den Wiedererkennungseffekt. Neben der gemeinsamen Ausstellung - ganz gleich in welcher Größenordnung - können das ein Logo, Briefköpfe oder eine Webseite sein. Letztere ist ein Muss, ebenso wie deren regelmäßige Pflege - was wiederum leider noch keine Selbstverständlichkeit ist. Ein vorbildliches Beispiel: www.pluswerker.de mit einer guten Prise Humor und aktuellen Infos.

Gemeinsames Marketing sollte schon sein, wobei das Rad hier nicht neu erfunden werden muss. Schausonntage, Sonderschauen, Modenschauen, Weihnachtsevents, Candle-Light-Shopping, Cabrio-Ralley, Dichterlesungen, Weinverkostungen, Life-Musik, Autopräsentationen - all das haben unsere Star-Sieger mit Erfolg praktiziert.

Gemeinsam erfolgreicher als allein: Sieben Gewerke bilden die Einrichtungsbegeisterer.
Die Pluswerker konnten auch schon Tatort-Kommissar
Axel Prahl für sich begeistern.

Alles aus einer Hand

Die von den Zusammenschlüssen angesprochene Klientel reicht von gut situierten Zweit- und Dritteinrichtern über Besitzer von Zweitwohnungen bis hin zu Kunden, die Wert auf solide handwerkliche Ausführung legen und dabei offen sind für Neues - sowohl privat als auch in kleineren Objekten. Ihnen bieten die Kooperationen nicht nur professionelle Beratung, sondern häufig auch einen reibungslosen Ablauf von der Auftragserteilung über die Ausführung bis zur Rechnungsstellung. Der Auftraggeber hat einen festen Ansprechpartner, der sich um die Koordination und interne Abwicklung einschließlich gewerkeübergreifender Planung und Baustellenlogistik kümmert. Intern ist er für die Abstimmung von Terminen verantwortlich.

Die Rechnung kann gemeinsam oder getrennt gestellt werden, wobei viel Wert auf Transparenz für den Kunden gelegt wird. Die Haftung bei Gewährleistungsansprüchen ist klar geregelt. Eventuell bestehende Kooperationsverträge rühren die betriebswirtschaftliche Eigenständigkeit der Mitglieder nicht an.

Innerhalb des Verbundes gibt es meistens klare Leitlinien, jeder hat dieselben Rechte und Pflichten. Regelmäßige Treffen zum Austausch, Arbeitsgruppen für Veranstaltungen oder Klausurtagungen halten den Verbund am Leben. Stellvertretend für alle heißt es bei einem unserer Preisträger: "Wir sind keine seelenlose Werbegemeinschaft. Wir alle leben die ,Pluswerker’."

antje.lueckingsmeier@snfachpresse.de

aus BTH Heimtex 06/17 (Handwerk)