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Artikel-Archiv


BVPF Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe

Aktuelles aus den Bundesfachgruppen



BVPF Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Ralf Wollenberg informierte die Mitglieder über die bevorstehenden Tarifverhandlungen mit der IG Metall.

Fachgruppe Bodenleger –
Tarifverhandlungen stehen an
Zum aktuellen Tarifgeschehen wies Ralf Wollenberg, Fachgruppenleiter Bodenleger, darauf hin, dass der aktuelle Tarifvertrag für Parkett- und Bodenleger dieses Jahr ausläuft und somit Verhandlungen mit der IG Metall bevorstehen. Die Unternehmer müssten sich auf Lohnanpassungen einstellen. Aktuell liegt der tarifliche Stundenlohn bei 13,79 EUR. Des Weiteren wurde der Lohn- und Akkordtarifvertrag um neue Positionen zum Vorteil von Arbeitnehmern ergänzt. Wollenberg appellierte in diesem Zusammenhang an die Unternehmen, dem ZVPF Änderungswünsche mitzuteilen, Akkordvergütungen würden heute in vielen Fällen zu hoch angesetzt.

Zur letzten Herbsttagung der Bodenleger in Feuchtwangen zog Kerstin Schmidt-von Böhlen ein ernüchterndes Fazit. Aufgrund der geringen Zahl von gerade einmal rund 30 Teilnehmern wird in Erwägung gezogen, die Tagungen der Fachgruppen Bodenleger und Holz künftig zusammenzulegen. Trotz hochkarätiger Referenten und vielen interessanten Fachthemen, die in beiden Bereichen geboten würden. Schmidts Quintessenz: "So müssen wirs nicht weiterführen."

Die Ausbildungsinitiative "Das ist Bodenhandwerk" konnte weiter ihre Bekanntheit steigern, berichtete Stefan Brake. Von Dezember 2016 bis Januar 2017 wurden über die Website rund 30.000 interessierte Bewerber erreicht. Ein Grund für die hohe Zahl liegt auch in der neu geschaffenen Kooperation mit Aubi Plus, dem zweitgrößten Ausbildungsportal in Deutschland, das für die Vermittlung von Berufseinsteigern mit 1.400 Schulen verknüpft ist. Darüber hinaus hat die Blue Media-Gruppe die Schlagzahl der Postings in sozialen Kanälen wie Facebook deutlich erhöht, lobte Brake die Arbeit der betreuenden Agentur.
BVPF Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Jochen Michalik informierte zum aktuellen Stand der Dinge bei der neuen Weiterbildung zum Restaurator im Handwerk.

Fachgruppe Restauratoren –
Einheitliche Fortbildungsprüfung ist auf dem Weg
Im Herbst 2016 fand das Fachgruppentreffen der Restauratoren in Trier statt. Im wesentlichen ging es um die Weiterbildung zum Restaurator im Handwerk. "Seit Ende letzten Jahres ist das sogenannte Eckwertpapier von den beteiligten Handwerksverbänden positiv abgestimmt worden. Jetzt durchläuft es die Ministerien und zuständigen Behörden, die benötigt werden, damit die neue Fortbildungsprüfung in Kraft tritt", erläuterte Jochen Michalik, Fachgruppenleiter Restauratoren. Erst dann sei eine weitere Ausarbeitung in den jeweiligen Gewerken möglich. Des Weiteren hatte der Hersteller Granubot in Trier eine Technik zum Erstellen von Trockenschüttungen vorgestellt. Das Abziehgerät arbeitet mittels Rotationslaser – Trockenschüttungen lassen sich laut Michalik damit schnell und sehr genau erstellen.

Die nächste Fachgruppensitzung ist für den 17. bis 19. November 2017 terminiert. Für 2018 planen die Restauratoren eine Reise nach Helsinki und St. Petersburg.
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Norbert Strehle: "Überlassen Sie die Asbestentsorgung Fachbetrieben, die sich auf dieses Feld spezialisiert haben."

Fachgruppe Normung –
Beheizte Calziumsulfatestriche: "Es bleibt bei 0,3 CM-%"
Das Thema Asbest wird zurzeit vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Berufsgenossenschaften stark aufgegriffen. Im April nahm Norbert Strehle dazu an einer Sitzung teil, zu der das Ministerium nach Berlin eingeladen hatte. Auch wenn andere Berufsgruppen, etwa Dachdecker und Elektriker, sehr viel stärker betroffen seien, gibt es auch bei Sanierungen von Altböden Problemstoffe. Betroffen sein können CV-Beläge, Spachtel- und Ausgleichsmassen sowie Bitumen-Klebstoffe, die zum Kleben von Flexplatten verwendet worden sind. Beim Ausbau setzen nur trocken brechende Flexplatten Asbestfasern frei, betonte Strehle.

Das schwierigste Thema sei aber nach wie vor der Ausbau von CV-Belägen. Strehle: "Überlassen Sie dieses Feld Fachbetrieben, die sich auf Asbestentsorgung spezialisiert haben. Denn solche Aufträge werden anmeldepflichtig werden und dürfen dann nur durch autorisierte Fachbetriebe ausgeführt werden." Wer sich intensiv auf die Altbausanierung einstellen wolle, brauche zudem staubarm arbeitende Schleifmaschinen bzw. Fräsen mit einer effektiven Absaugung. Die Berufsgenossenschaften bezuschussen die Anschaffungskosten.

Wenn es um Belastungen durch PAK-haltige (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) Klebstoffe unter Altböden geht, besteht laut Strehle für den Parkettleger keine generelle Hinweispflicht. Dieser habe lediglich eine Hinweispflicht, wenn der Fußboden technisch in einem Zustand ist, der eine Überarbeitung nicht mehr zulasse. "Aber Sie müssen dann nicht auf mögliche Gesundheitskonsequenzen hinweisen", so Strehle, "wenn der Boden PAK-haltig ist und raus muss, überlassen Sie das dem Spezialunternehmen."

In Bezug auf den neuen Kommentar zur DIN 18365 (Bodenbelagarbeiten) ging Strehle auf die beiden in der Norm strittigen Themen ein: die Beachtung der Winkeltoleranzen und die Messung des Feuchtegrades im Untergrund. Hierzu hat man sich in der Kommentierung auf folgende Beschreibung verständigt: Wiedergegeben wird zunächst die gemäß DIN 18560 gültige Tabelle mit Calziumsulfatestrich-Restfeuchtewerten von unbeheizt 0,5 CM-%, beheizt 0,5 CM-%. Ergänzend folgt dieser Satz: "Davon abweichende CM-Werte für beheizte Calziumsulfatestriche seitens der Hersteller der Verlegewerkstoffe und/oder der Bodenbeläge sind zu beachten." Strehle in diesem Zusammenhang lobend an die Adresse des anwesenden Dr. Norbert Arnold von Uzin, TKB-Voristzender: "Die TKB beweist Rückgrat und bleibt bei 0,3 CM-%."
Zurzeit wird der Kommentar DIN 18356 Parkettarbeiten überarbeitet. Darin zusammengefasst werden die Kommentierungen der ursprünglich separaten Normen DIN 18356 und DIN 18367 (Holzpflasterarbeiten). Strehle fordert Fachleute auf, zur bisherigen Fassung gewünschte Ergänzungen oder Änderungsvorschläge mitzuteilen (per Mail an parkettmagazin@snfachpresse.de).

Die Neufassung der Kommentierung soll bis Ende 2017 abgeschlossen sein. Ebenfalls neu gefasst wird das Merkblatt "Schnittstellenkoordination bei Flächenheizungs- und Flächenkühlsystemen".
BVPF Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Manfred Weber stellte die frisch gelaunchte Internetpräsenz der Sachverständigen vor (dsvt.de).

Fachgruppe Sachverständigenwesen –
Sachverständige jetzt mit eigener Web-Präsenz
Der deutsche Sachverständigentag (Bericht folgt in Parkett Magazin 5 2017) wurde dieses Jahr erstmals in Kooperation mit dem Bundesverband der vereidigten Sachverständigen durchgeführt, informierte der stellvertretende Bundesinnungsmeister Manfred Weber. "Jetzt können auch Raumausstatter ihre Themen im Bereich Bodenbelag bei uns vorstellen."

Unter dsvt.de haben die Sachverständigen seit Kurzem eine eigene Web-Präsenz. Das Portal bietet neben aktuellen Informationen zum Sachverständigentag sowie zu weiteren Veranstaltungen und Terminen unter anderem auch technische Hinweisblätter zum downloaden, eine Sammlung von Reklamationsfällen sowie eine umfassende Branchen-Link-Liste. Geplant ist außerdem ein Sammelwerk mit Hinweisen zur Verlegung und Nutzung von Parkett. Angefangen mit allgemeinen Themen, etwa "Was ist Parkett" über Klassifizierungen bis hin zu Verlegearten und Mängelbeschreibungen werden einzelne Bereiche von verschiedenen Gruppen bearbeitet und sollen später zusammengeführt werden.

Im Rahmen des Forschungsprojekts Feuchtemessung steht Weber zufolge zurzeit wieder verstärkt die Prüfung von Mehrschichtparkett-Decklagen im Delaminierungsversuch im Vordergrund. Bei den Sachverständigen nimmt die Zahl der Reklamationen zu, bei denen vermehrt neu verlegtes Mehrschichtparkett bereits nach drei Monaten Schäden aufweist.

Aktuell sind 148 Sachverständige im Parkettlegerhandwerk und 110 Sachverständige im Bodenlegerhandwerk vereidigt. An der laufenden Sachverständigen-Prüfung nehmen sieben Parkettleger teil.
BVPF Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Wilhelm Nürnberger: "Endverbraucher werden nicht hinreichend über die richtige Pflege geölter Böden aufgeklärt."

Fachgruppe Holz (Parkett – Holzpflaster – Dielen) –
Was tut sich in Sachen Mehrschichtparkett-Delaminierung?
Die diesjährige Tagung der Fachgruppe Holz wird gemeinsam mit der ZVPF-Herbsttagung vom 20. bis zum 21. Oktober 2017 bei
Wakol in Pirmasens ausgerichtet. Dann stehen auch die Neuwahlen des Fachgruppenleiters und seines Stellvertreters an.

Die Parkettleger erwartet in Pirmasen ein fundiertes Fachprogramm. Etwa zum Thema Holzpflaster – von der Herstellung, Verlegung und Verklebung über Unterböden und Oberflächenbehandlung bis hin zu möglichen Fehlerquellen und den verschiedenen Arten des Holzpflasters. "Viele junge Kollegen verlegen kein, oder kaum noch Holzpflaster, dieser Erfahrungsschatz sollte nicht in Vergessenheit geraten" hofft Wilhelm Nürnberger.

Ebenfalls wieder auf der Agenda steht die Delaminierung der Deckschicht von Mehrschichtparkett. Nürnberger: "Wir wollen von den Herstellern wissen, wie sie die Erkenntnisse aus den verschiedenen Forschungsprojekten umgesetzt haben, vor allem in Bezug auf Produktion und Prüfmethoden." Außerdem erörtert werden sollen der Aufbau von Mehrschichtparkett mit HDF-Träger sowie ein Renovierungsthema: Probleme mit partiell nicht haftenden Versiegelungen durch konvex verformte Elemente beim Anschleifen und Neuversiegeln von Mehrschichtparkett.

Im Bereich Oberflächenbehandlung geht es um Alternativprodukte für Hartwachsöle, die gemäß Giscode Ö 60 als stark lösemittelhaltig eingestuft sind, sowie um die Pflege geölter Böden: "Oberflächenbehandlungen mit Ölen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, die Endverbraucher werden aber nicht hinreichend über die Pflege dieser Böden aufgeklärt", kritisiert Nürnberger. Zu befürchten sei, dass Parkett angesichts dieser Tendenz seinen Ruf als pflegeleichter Boden verlieren könnte.
BVPF Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Tobias Michalak konnte leicht angestiegene Auszubildendenzahlen vermelden.

Fachgruppe Aus- und Weiterbildung –
Leichter Anstieg der Auszubildendenzahlen
Der Bundesleistungswettbewerb der Parkett- und Bodenleger 2016 in Gelsenkirchen war mit 23 Sponsoren und mehr als 350 Besuchern ein voller Erfolg. Sechs Parkett- und drei Bodenleger traten an. "Über die regulären Platzierungen hinaus wurden für die schönsten Stücke auch zwei Designpreise vergeben, die nochmal an andere Teilnehmer gegangen sind", hob Fachgruppenleiter Tobias Michalak hervor. Der nächste Bundesleistungswettbewerb findet am 17. November 2017 in der Theodor-Litt Schule in Gießen statt.

Die Gesamtzahl der Parkettlegerauszubildenden (1. bis 3. Lehrjahr) ist vom Februar 2016 bis Februar 2017 um 80 auf 694 gestiegen. Das ist ein Plus von 13 %. Hingegen ist die Gesamtzahl der Bodenleger um 41 auf 443 gesunken. Aktuell wurden bundesweit 1.137 Auszubildende gezählt (694 Parkettleger und 443 Bodenleger), was einem leichten Anstieg von 3,6 % entspricht.

Zwei praktische Hinweise hatte Michalak noch: Zum einen gibt es ein neues Berichtsheft, dass über den SN-Verlag bezogen werden kann. Zum anderen werden den Mitgliedsbetrieben jetzt auch neu gestaltete, bundesweit einheitliche Gesellenbriefe und Ehrenurkunden im Design des Zentralverbands angeboten.

aus Parkett Magazin 04/17 (Wirtschaft)