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Wann ist ein Riss ein Schaden?


Wann muss der Verbraucher Risse im Parkett akzeptieren? Gemeint sind solche, die Monate oder Jahre nach der Verlegung auftauchen. Ursachen für Risse im Holz gibt es viele, sagte Holger Wiehle, tätig als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Parketthandwerk. Die Herkunft erkennt man an ihren Bezeichnungen: Kern-, Frost-, Trocken-, Schilfer-, Seiten-, Rings-, Schwindriss und einiges mehr. Sie entstehen während des Baumwachstums, bei Ernte, Lagerung, Transport, Trocknung oder Bearbeitung. Auch vom Lieferanten nicht eingehaltene Holzfeuchte und Klimaveränderungen nach der Verlegung können zu Rissen im Holzboden führen. Ob ein echter Schaden bemängelt werden darf, hänge davon ab, ob es ein Haarriss bleibt oder ob ein durchgehender Riss entsteht, der tiefer als 1/10 der Gesamtdicke ist. Bewertet werden also Tiefe, dazu Länge, Lage und Verlauf zur Längsrichtung.

Aber auch die Sortierung (DIN 13226) bestimmt, ob ein seichter Riss als Schaden betrachtet wird. Bei der Sortierung Dreieck ist ein seichter Riss bis 15 mm Länge zugelassen. Die Sortierung Quadrat lässt sogar jeden Riss zu, sofern er nicht die Festigkeit und Haltbarkeit des Parkettbodens beeinträchtigt. Ist aber keine Sortierung vereinbart worden, gilt automatisch die höchste Stufe Kreis. Hier ist selbst ein seichter Riss unzulässig. Ein Parkettleger sollte bei freier Sortierung also ein Hinweisblatt des Herstellers anfordern, nach dem er sich richten kann. Gemäß der Bauordnung nämlich darf von Baustoffen keine Gefährdung ausgehen. Und ein Riss im Holzboden gilt zunächst einmal grundsätzlich als Gefahr.

Ein solcher Riss hat die Tendenz sich fortzusetzen und könnte gemäß Bauordnung als Gefahr für den Nutzer eingestuft werden.

aus Parkett Magazin 04/17 (Handwerk)