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ZVPF:

Die Innungen stärken, dem Fachkräftemangel begegnen


Zunächst möchte ich im Namen des Zentralverbands Parkett und Fußbodentechnik dem Parkett Magazin, den Redakteuren und insbesondere dem Herausgeber, Herrn Michael Steinert, ganz herzlich zum Jubiläum gratulieren. Wir bedanken uns an dieser Stelle auch für die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Unterstützung, die wir in all den Jahren erfahren durften.

Gerne nehme ich die Gelegenheit wahr, um zur aktuellen Situation aus Sicht des Parkettlegerhandwerks und Bodenlegergewerbes für den Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik Stellung zu nehmen, und welche Themen die Innungen bzw. unser Handwerk beschäftigen.

Eine große Herausforderung der nächsten Jahre wird es sein, unsere Organisation insgesamt zu stärken und für die Zukunft zu rüsten. Nur eine schlagkräftige Organisation wird die Belange der Mitglieder in allen Bereichen - auch gegenüber der Politik - ausreichend vertreten können. Hierzu haben wir auf der letzten Mitgliederversammlung die ersten Weichen gestellt und ein Projekt angestoßen, das uns in einem ersten Schritt neben unseren Schwächen auch unsere Stärken aufgezeigt hat. Mittlerweile liegt uns der erste Entwurf hinsichtlich der weiteren Vorgehensweise vor, den wir unseren Mitgliedsinnungen anlässlich einer Tagung im Herbst vorstellen werden.

Neben grundsätzlichen Belangen hinsichtlich einer möglichen Strukturreform wollen wir mit gezielten Maßnahmen die Innungen dann - auch medial - unterstützen, damit diese ihre Attraktivität für die Mitgliedergewinnung nutzen können. Im Wesentlichen geht es zunächst darum, die Außenansicht zu analysieren und auszuwerten, um daraus Zukunftsvisionen zu entwickeln, die mit Pilot-Innungen umgesetzt werden könnten, um mit diesen Erfahrungen dann den Wandel sukzessive "auszurollen".

Anlässlich unserer letzten Mitgliederversammlung in Rain am Lech haben wir großen Zuspruch für unser Projekt erhalten. Jetzt gilt es entsprechende Beschlüsse zu fassen, damit das Projekt "Zukunft ZVPF" gestartet werden kann. Letztendlich kommt unser Projekt der gesamten Branche zu Gute. Schon jetzt gibt es eigentlich keinen vernünftigen Grund, nicht in einer Innung organisiert zu sein. Nach Abschluss des Projekts müssen sich Nichtmitglieder fragen, warum sie nicht schon lange einer Organisation beigetreten sind, die sich u.a. gegenüber der Gewerkschaft in tariflichen Angelegenheiten stark positioniert, Hilfestellung bei Problemen mit Sozialkassen bietet und sich - mit großartiger Unterstützung der Industriepartner - der Aus- und Weiterbildung widmet.

BVPF Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Peter Fendt, Bundesinnungsmeister Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik, ZVPF

An dieser Stelle sei daran erinnert, dass es insbesondere der Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik war, der mit Hilfe von vielen Kollegen das Thema Aus- und Einbaukosten über Jahre verfolgt hat. Ohne unsere Beharrlichkeit wäre es wohl nur schwer zu der nunmehr ab dem 1. Januar 2018 geltenden gesetzlichen Regelung der Aus- und Einbaukosten gekommen, von der das gesamte Handwerk profitiert und nicht nur die in Innungen organisierten Betriebe.

Weiterhin beschäftigt uns natürlich der Fachkräftemangel, dem wir mit unserer Ausbildungsinitiative "Das ist Bodenhandwerk" branchenübergreifend und wegweisend Abhilfe schaffen wollen. Wegweisend aufgrund dessen, da wir zusammen mit den am Boden benachbarten Gewerken Ausbildungs- und Praktikumsplätze einwerben und auch unsere Industriepartner in die Initiative einbinden konnten. Der Fachkräftemangel begründet sich u. a. mit der Handwerksnovellierung im Jahr 2004. Hier ist jetzt eindeutig die Politik gefragt, endlich Korrekturen vorzunehmen. Nur eine vernünftige Aus- und Weiterbildung gewährleistet einen gesunden Mittelstand, auf den Deutschland auch letztendlich angewiesen ist.

Die Anforderungen werden auch für das Handwerk immer größer und teilweise auch immer komplizierter. Das bürokratische Umfeld, die in Deutschland geltende Rechtsprechung sowie der stetige Wandel in Kommunikation und Digitalisierung zwingen Unternehmer sich ständig neu zu erfinden, um auf die Kundenwünsche und das veränderte Kaufverhalten reagieren zu können. Daher ist es wichtiger denn je, gut ausgebildet in das Berufsleben zu starten und die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten zu nutzen.

aus Parkett Magazin 05/17 (Wirtschaft)