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Lärm macht krank – Textilien können helfen


Lärm stört daheim und bei der Arbeit. Im schlimmsten Fall kann er krank machen. Moderne Architektur hat viele glatte Flächen, die den Schall reflektieren und verstärken. Abhilfe schaffen Textilien, die nicht nur für ein schönes Ambiente sorgen, sondern auch für eine gute Akustik.

Sie sitzen im netten Café an der Ecke, aber können Ihr Gegenüber wegen des Lärmpegels kaum verstehen, obwohl nur die Hälfte der Tische besetzt ist. Sie versuchen sich auf die Ausfertigung eines wichtigen Vertrages zu konzentrieren, aber im Großraumbüro ist es so laut, dass sie immer wieder von vorne anfangen müssen. In beiden Fällen leiden Sie vermutlich unter dem Trend, Textilien aus der Inneneinrichtung zu verbannen.

"Räume mit kahlen Fensterflächen, Wänden, Decken und Böden reflektieren den Schall", erklärt Gesine Köppe, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen. In einer solchen Umgebung würden bereits normale Gespräche in einer Lautstärke von 55 dB (Dezibel) als störend empfunden. Führen viele Menschen Gespräche oder telefonieren, sind wir schon bei 65 dB und nicht mehr weit entfernt von den 75 bis 90 dB, die durch Straßenlärm entstehen. "Um die Lärmbelästigung in geschlossenen Räumen möglichst gering zu halten, muss die Schallausbreitung reduziert werden", fährt Köppe fort. "Textilien können dabei gute Dienste leisten, denn mit den Strukturen ihrer Faseroberfläche absorbieren sie Schallwellen."

Alle Textilien schlucken den Schall. Aber es gibt auch spezielle Akustik-stoffe, die entwickelt werden, um Räume von Hall zu befreien oder gezielt unerwünschte Frequenzen zu filtern. Diese Stoffe werden eingesetzt in Tonstudios, Seminarräumen, Büros, Wohnungen und Veranstaltungsräumen. Dann gibt es schalldurchlässige (schallneutrale) Akustikstoffe, die unter anderem in der Hifi-Branche zum Einsatz kommen. Auch schallabsorbierende Platten werden häufig mit Akustikstoff bezogen, um sie optisch zu verändern, ohne die Absorption zu beeinflussen.

Lärm macht krank – Textilien können helfen
Mit geeigneten Stoffen entstehen akustisch geschützte Räume für Inspiration, Konzentration und Kommunikation, hier im Kulturhaus Kosmos in Zürich mit dem Acoustic Divider Vario von Création Baumann. | Foto: Weisswert, Basel

Für den Raumausstatter ist eine angenehme Raumakustik ein echtes Verkaufsargument - spätestens wenn die Bewohner stylischer Neubauwohnungen ohne Gardinen und Teppichböden merken, dass normale Unterhaltungen oder der Ton aus dem Fernseher auf Dauer nerven. Apropos Nerven: Lärm belastet die Gesundheit, daheim und im Büro. Eine gesundheitsfördernde, weil leise (Arbeits-)Umgebung ist daher in jedermanns Interesse.

In die Entwicklungen im Bereich Akustikstoffe gibt Eliane Ernst von dem Schweizer Unternehmen Création Baumann auf den nächsten Seiten einen kurzen Einblick.

aus BTH Heimtex 11/17 (Deko, Gardinen, Sonnenschutz)